Belgien WM Trikots

Belgien hat sich vor kurzem als erstes Team aus Europa für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert. Schon bei der WM 2014 waren die „roten Teufel“ dabei und galten sogar in Fachkreisen als einer der Geheimfavoriten. Doch Belgien war nicht immer Teil der Weltspitze wie es ihr heutiger FIFA-Weltranglistenrang (Platz 9) vermuten ließe. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der belgischen Fussballnationalmannschaft.

BelgiensFussballnationalmannschaft gegen Wales am 16.11.2014 (von hinten links nach rechts ) Torwart Thibaut Courtois, Marouane Fellaini, Axel Witsel, Nacer Chadli, Jan Vertonghen, (vorne links) Toby Alderweireld, Kevin De Bruyne, Anthony Vanden Borre, Divock Origi, Eden Hazard. AFP PHOTO/Emmanuel Dunand

Belgien – der ewige Geheimfavorit?

Belgien gilt mittlerweile seit vielen Jahren als Geheimfavorit bei allen Turnieren an denen sie teilnehmen. Die Roten Teufel haben den Ruf ein äußerst unangenehmer Gegner und Favoritenschreck zu sein, konnten diesem jedoch in den letzten Jahren nicht ganz gerecht werden. Auch bei der WM 2018 gehen die Belgier wieder als eines der gefürchteteren Teams ins Rennen und könnten es sogar vielleicht wieder schaffen, aufgrund ihrer guten Weltranglistenplatzierung als einer der Gruppenköpfe gesetzt zu werden. Wir schauen uns einmal etwas genauer an, wie es die Belgier vom Fussballzwerg bis zum Top 10 Team geschafft haben.

Die Anfänge – Auftakt gegen den Nachbarn

Bereits im ersten Länderspiel ihrer Geschichte schafften es die Belgier ein hochspannendes Spiel abzuliefern. Beim 3:3 gegen den Nachbarn und späteren Rivalen aus Frankreich feierte der belgische Fussball einen gebührenden Einstand auf internationaler Ebene. Seitdem stehen, inklusive der WM 2018, satte 13 WM Teilnahmen und ein Olympiasieg (1920) für das kleine Land im Herzen Europas zu Buche. Auch gegen die deutsche Nationalmannschaft musste man dabei einige Male antreten, das bekannteste Spiel dabei: das EM Finale 1980 welches damals Westdeutschland mit 2:1 für sich entscheiden konnte.

Große Namen – kleine Erfolge

Es gibt Teams im Nationalfußball, denen die Klasse auf den ersten Blick nicht so recht zugetraut wird und die aber dennoch für den Gegner sehr unbequem zu spielen sind. Belgien war, seit seiner Blütezeit Anfang der 1920er Jahre, selten im Kreis der Titelfavoriten bei einem großen Turnier zu finden. Angesichts der großen Namen, die das rote Trikot der belgischen Nationalmannschaft trugen, verwundert dieser Umstand schon ein wenig. Von der Torhüterlegende Jean-Marie Pfaff, der sich auch bei dem deutschen Rekordmeister FC Bayern München am Anbeginn dessen großer Zeit einen Namen zu machen vermochte, über Jan Ceulemans bis hin zum heutigen Staraufgebot um Kevin De Bruyne, Eden Hazard oder Romelu Lukaku waren die Belgier alles – aber kein klassischer Außenseiter. Dennoch gelang es dem Team bis vor kurzem nie, sich langfristig in der Weltspitze zu etablieren. Dementsprechend groß ist natürlich nun die Hoffnung, die „goldene Generation“ , welche im Moment die roten Trikots trägt, könnte endlich einen internationalen Titel gewinnen.

Daten und Rekorde
WM Teilnahmen13
WM Titel0
EM Titel/Teilnahmen0/5
RekordspielerJan Ceulemans (96)
RekordschützePalu Van Himst
Bernard Voorhoof (je 30)
Bekannte SpielerJean-Marie Pfaff, Daniel Van Buyten, Marc Wilmots, Kevin De Bruyne, Eden Hazard
Kevin De Bruyne (L) gilt bereits seit 2014 als Herz der Mannschaft. AFP PHOTO / JOHN THYS
Kevin De Bruyne (L) gilt bereits seit 2014 als Herz der Mannschaft. AFP PHOTO / JOHN THYS

Goldene Generation? Wer spielt eigentlich bei Belgien?

Belgien gilt unter Insidern und Kennern bereits seit der WM 2014 in Brasilien, vielleicht sogar schon davor, als einer der Geheimfavoriten auf einen internationalen Titel. Woher kommt diese große Wertschätzung der belgischen Nationalmannschaft eigentlich? Die Antwort auf diese Frage wird schnell klar, wenn man einen Blick auf die Talente wirft, die in den letzten Jahren aus den akademien des belgischen Fussballs hervorgegangen sind. Außer den beiden Nachbarn und Fussballweltmächten Deutschland und Frankreich kann wohl kein Team in Europa aus solch einer Vielzahl an Talenten wählen wie die Belgier. Umso bewundernswerter wird dies, wenn man sich vor Augen hält, dass Belgien nur rund 11 Millionen Einwohner zählt. Ähnlich wie ihre Nachbarn aus den Niederlanden früher, schaffen sie es dennoch Weltklassespieler wie am Fließband zu produzieren. Im aktuellen Kader spielen fast alle Akteure bei englischen, italienischen oder spanischen Spitzenteams und einige von ihnen haben bereits immense Ablösesummen gekostet. Kevin De Brunye, ehemals beim VfL Wolfsburg unter Vertrag, wechselte vor einigen Jahren für satte 75 Millionen Euro zu Manchester City und hat beim englischen Meister von 2016 einen festen Platz als Mittelfeldregisseur. Auch andere Spieler wie Eden Hazard, Christian Benteke, Romelu Lukaku und Divock Origi werden was ihren Marktwert anbetrifft im hohen zweistelligen bereich gehandelt.

Belgiens vorraussichtlicher WM Kader:

Tor: Courtois, Mignolet, Casteels

Abwehr: Alderweireld, Vertonghen, Kompany, Ciman, Kabasele, Vermaelen, Meunier, J. Lukaku

Mittelfeld: T. Hazard, De Bruyne, Witsel, Fellaini, Dembélé, Tielemans, Dendoncker

Angriff: E. Hazard, R. Lukaku, Carrasco, Mertens, Benteke, Origi, Batshuayi

Belgiens Eden Hazard (L) gegen den Zyprer Constantinos Laifis am 28.März 2015. AFP / PHOTO / BELGA / YORICK JANSENS

Wie ist die WM Bilanz Belgiens?

Die Belgier haben sich mit der WM in Russland bereits zum 13. mal für das Endrundenturnier qualifiziert. Bei den vorherigen zwölf Teilnahmen schaffte man es insgesamt 8 mal die Gruppenphase zu überstehen, die besten Ergebnisse dabei waren die WM 1986 in Mexiko bei der man gegen den späteren Weltmeister aus Argentinien ausschied und schließlich vierter wurde und die WM 2014 in Brasilien bei der man wieder gegen Argentinien im Viertelfinale ausschied. Im allgemeinen scheiterten die Belgier in der K.O.-Runde meist nur an den wirklich ganz großen Namen, hier einige Beispiele: 1934 gegen Deutschland, 1986 gegen Argentinien, 1990 gegen England, 1994 gegen Deutschland und 2002 gegen Brasilien. Das Losglück scheint den roten Teufeln bei Weltmeisterschaften wohl nicht hold zu sein.

JahrGastgeberErgebnis
1930UruguayVorrundenaus
1934ItalienAchtelfinale
1938FrankreichAchtelfinale
1954SchweizVorrundenaus
1970MexikoVorrundenaus
1982SpanienZwischenrunde
1986MexikoVierter
1990ItalienAchtelfinale
1994USAAchtelfinale
1998FrankreichVorrundenaus
2002Japan & SüdkoreaAchtelfinale
2014BrasilienViertelfinale
2018Russland?

Wie hat sich Belgien für die WM qualifiziert?

Belgien hat sich in Gruppe H der WM-Qualifikation bis auf ein unglückliches Unentschieden gegen Verfolger Griechenland am 5. Spieltag keine Blöße gegeben. Dank ihrer nicht immer konstant spielenden Verfolger Griechenland und Bosnien-Herzegowina konnten sich die Belgier dadurch bereits frühzeitig die Qualifikation für die Endrunde in Russland sichern. Nach acht Spieltagen steht man uneinholbar auf Platz 1 der Gruppe und ist dadurch das erste europäische Team neben dem Gastgeber dass sich für das Turnier qualifizieren konnte noch vor Größen wie Spanien, Italien, England, Frankreich oder Deutschland.

Nr.MannschaftSpGUVTorePunkte
1.Belgien 10910+3728
2.Griechenland 10541+1119
3.Bosnien-Herzegowina 10523+1117
4.Estland 10325-611
5.Zypern 10316-910
6.Gibraltar 100010-440
DatumZeitMannschaft 1.ErgebnisMannschaft 2.
06.09.201620:45Zypern 0:3 (0:1)Belgien
07.10.201620:45Belgien 4:0 (2:0Bosnien-Herzegowina
10.10.201620:45Gibraltar 0:6 (0:3)Belgien
13.11.201620:45Belgien 8:1 (3:1)Estland
25.03.201720:45Belgien 1:1 (0:0)Griechenland
09.06.201720:45Estland 0:2Belgien
31.08.201720:45Belgien 9:0 (6:0)Gibraltar
03.09.201720:45Griechenland 1:2 (0:0)Belgien
07.10.201718:00Bosnien-Herzegowina 3:4 (2:1)Belgien
10.10.201720:45Belgien 4:0 (1:0)Zypern

Wer sind Belgiens wertvollste Spieler?

Wie bereits angesprochen hat Belgien gleich eine Vielzahl von sehr wertvollen Spielern. Der Gesamtwert des aktuellen Kaders wird dabei  auf über 600 Millionen Euro geschätzt. Unter den Edelfussballern ist aktuell Eden Hazard mit 75 Millionen Euro der Teuerste, dicht gefolgt von Kevin De Bruyne mit 65 Millionen Euro. Besonders interessant dürften außerdem Spieler wie Yuri Tielemans (20, AS Monaco) und Divock Origi (22. Vfl Wolfsburg) sein. Beide bewegen sich mit großen schritten darauf zu schon in jungen Jahren die 20 Millionen-Marke zu knacken.

Wie stehen Belgiens Chancen bei der WM 2018?

Betrachtet man sich den jüngsten Aufwärtstrend des Teams um den Nationaltrainer Roberto Martinez so möchte man meinen, dass das Team wirklich mit dem Teufel im Bunde stehe. Nicht nur hat man sich bereits für die WM 2018 qualifiziert, man stand sogar vor nicht allzu langer Zeit an der Spitze der FIFA-Weltrangliste! Im moment hält man sich weiterhin auf einem sehr respektablen 9. Platz. Für die WM 2018 dürfte das Team daher auf jeden Fall zum erweiterten Kreis der Favoriten gezählt werden, die starke Konkurrenz durch die Nachbarn aus Deutschland und Frankreich lässt den geneigten Fussballfan jedoch stark daran zweifeln, dass Belgien in Russland ein Fussballwunder gelingen könnte. Prognose: Viertelfinale!

Ganz ungewohnt für die "roten Teufel".Belgien im schwarz-weißen Auswärtstrikot für die EM 2016. AFP PHOTO / JACK GUEZ / AFP / JACK GUEZ
Ganz ungewohnt für die „roten Teufel“.Belgien im schwarz-weißen Auswärtstrikot für die EM 2016. AFP PHOTO / JACK GUEZ / AFP / JACK GUEZ

Wie sieht das WM 2018 Trikot von Belgien aus?

Immer dann, wenn von den Belgiern gesprochen wird, fällt der Name „rote Teufel“. Dies hat mitnichten mit der Verbundenheit des Teams zu dem Fürsten der Dunkelheit etwas zu tun sondern vielmehr mit dem Spruch eines Sportreporters aus dem Jahr 1906 (!). Eben jener Sportreporter sprach voller Bewunderung davon, dass die belgische Fußballnationalmannschaft wie der Teufel spielen würde. Das klassische rote Trikot, welches heutzutage in abgewandelter Form bei Heimspielen der Belgier noch immer getragen wird, trug somit enorm zu dem Spitznamen des Teams bei. Obgleich den Mannen im rot-schwarzen ADIDAS-Trikot bislang ein großer Titel bei einer Fußballweltmeisterschaft versagt blieb, so haben sie im Verlauf ihrer Turniererfahrung so manchen Favoriten schon ärgern können.

Das aktuelle WM Trikot von Belgien wird aller Wahrscheinlichkeit nach Anfang November von Ausstatter Adidas vorgestellt werden. Man kann wohl davon ausgehen, dass Belgien wieder einmal im Heimtrikot in klassischem Rot antreten wird. Dabei wird auf der Brust in der Mitte wohl wieder in Gelb die Rückennummer des Spielers, links davon das Adidas-Logo und rechts davon das in Nationalfarben gehaltenen Wappen des belgischen Verbandes zu finden sein. Da Adidas im Moment sehr viele Trikots mit ikonischen Retro-Designs aus den 1980ern und 90ern ausstattet geht es bei den spekulationen um Belgiens Trikot wild daher. Viele Fans vermuten, dass es zu einer Neuauflage des ikonischen 1984er Trikots mit weißem Bruststreifen und darin platzierten Rauten in den Nationalfarben kommen könnte. Wir lassen uns gerne überraschen!

Belgiens Cheftrainer Roberto Martinez beim WM-Qualifikationsspiel am 25. März 2017 in Brüssel. Sein Team kam gegen Griechenland nicht über ein 1:1 Unentschieden hinaus. / AFP PHOTO / JOHN THYS

Wer ist der Trainer von Belgien?

Nach dem Scheitern der Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Frankreich gegen Viertelfinalgegner Wales wurde der langjährige Trainer der Belgier, die schalker Legende Marc Wilmots, im Juni 2016 entlassen. Seine Nachfolge trat ein Spanier an, mit dem wohl nicht viele Experten gerechnet hatten: Roberto Martinez. Der ehemalige Mittelfeldspieler, der den Großteil seiner bisherigen Spieler- und Trainerkarriere auf der Insel verbracht hatte überraschte viele. Seit seinem Amtsantritt verlor Belgien nur ein Freundschaftsspiel gegen Spanien mit 0:2, ansonsten musste man keine Niederlage hinnehmen. Betrachtet man die Bilanz allerdings von einer anderen Seite so könnte man sagen, dass Martinez das einzige Spiel gegen eine Weltklassemannschaft auch verdient und deutlich verloren hat. Es bleibt abzuwarten, was Martinez mit dem hochtalentierten Kader der Belgier bei der WM in Russland erreichen können wird.