Die WM 1998 & das deutsche WM Trikot

Die Equipe Tricolore marschiert – Deutschlands Waterloo

Der deutsche Kader beim offiziellen Teamfoto vor dem Spiel gegen Mexiko in Montpellier.
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Die 16. Fußballweltmeisterschaft fand in Frankreich statt und sah zum ersten Mal das Rekordteilnehmerfeld von 32 Mannschaften. Gespielt wurde in acht Vorrundengruppen und in zehn Stadien: in Saint Denis (Eröffnungsspiel und Finale), Lens, Paris, Nantes, Bordeaux Toulouse, Montpellier, Marseille, Lyon und Saint Etienne. In 64 Spielen wurden 171 Tore erzielt, das ergab einen Schnitt von rund 2,7 Toren pro Spiel. Torschützenkönig wurde Davor Suker aus Kroatien mit sechs Treffern, den Titel des besten Spielers erhielt Ronaldo aus Brasilien. Zinedine Zidane wurde der Titel wohl nicht zugesprochen, da er auf Grund einer Tätlichkeit im Turnier für zwei Spiel gesperrt wurde.
Die Vorrunde verlief ohne größere Überraschungen, einzig und alleine Spanien, eine der stärkeren Nationen, musste nach der Gruppenphase die Heimreise antreten. Gastgeber Frankreich, rund um Superstar Zinedine Zidane, überstand diese souverän mit drei Siegen. Im zweiten Spiel wurde allerdings Zidane auf Grund einer Tätlichkeit mit einer roten Karte bedacht und für zwei Spiele gesperrt. Ein Schock für eine ganze Nation, die nichts anderes als den Titel von ihrer Equipe Tricolore erwartete.
Auch im Achtelfinale blieben die großen Überraschungen aus. Argentinien setzte sich im Elfmeterschießen gegen England durch, Kroatien konnte Rumänien mit 1:0 besiegen. Deutschland, Brasilien, Holland, Frankreich und Italien schafften den Sprung ins Viertelfinale.
Hier sollte zum Leidwesen aller deutschen Fans Bertis Truppe kläglich an Kroatien scheitern. Brasilien und Holland siegten knapp, Frankreich musste gegen Italien ins Elfmeterschießen. Roberto Baggio, der vier Jahre zuvor noch im WM-Finale verschoss, traf souverän, sein Mannschaftskollege Di Biaggio vergab allerdings entscheidend vom Punkt.
Im Halbfinale musste Brasilien ebenfalls ins Elfmeterschießen und entschied dieses für sich, Holland verlor auch in weiterer Folge das Spiel um Platz drei. Frankreich setzte sich gegen die Überraschungsmannschaft aus Kroatien mit 2:1 (durch zwei Treffer von Verteidiger Lilian Thuram) durch und stand im WM-Finale. Kroatien gewann das kleine Finale und wurde WM-Dritter.
Vor dem Finale sprach alles von dem Duell der beiden Superstars Ronaldo und Zidane. Ronaldo sollte einen rabenschwarzen Tag erwischen, Zidane hingegen wohl einen seiner besten. Angepeitscht von zigtausenden Franzosen im Stadion dominierte Frankreich Noch-Weltmeister Brasilien nach Belieben. Zidane erzielte noch in der ersten Halbzeit zweimal per Kopf die 2:0 Führung, in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit erhöhte Emmanuel Petit auf 3:0. Frankreich wurde verdient zum 1. Mal Weltmeister.

Jürgen Kohler im Spiel der deutschen Mannschaft gegen Iran. Im Hintergrund ein alter Bekannter aus der Bundesliga, der Iraner Ali Daei.
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Berti Vogts letztes Aufgebot – das deutsche Team

Die WM 1998 in Frankreich sollte der letzte Auftritt von Berti Vogts als Nationaltrainer der Deutschen sein. Die Qualifikation war alles andere als überzeugend, auch wenn man keine Niederlage kassierte. Viele Unentschieden machten diese aber unnötig spannend, letztendlich konnte man sich als Gruppenerster für die Endrunde in Frankreich qualifizieren.
Das Team von Berti Vogts setzte sich Großteils aus amtierenden Europameistern und einigen Weltmeistern von 1990 zusammen. So waren etwa alte Haudegen wie Lothar Matthäus, Jürgen Kohler, Jürgen Klinsmann, Olaf Thon, Stefan Reuter, Andreas Köpke, Thomas Häßler und auch Andreas Möller für dieses Turnier nominiert. Den Grundstock bildeten Spieler von Borussia Dortmund und Bayern München, auch einige Legionäre waren in Frankreich mit dabei. Allgemein war das Stammteam schon etwas älter und ein gewisser Generationenwechsel war abzusehen.

Der deutsche WM Kader von 1998

Oliver Kahn, Markus Babbel, Thomas Helmer, Lothar Matthäus, Dietmar Hamann, Michael Tarnat – FC Bayern München
Jürgen Kohler, Stefan Reuter, Steffen Freund, Jörg Heinrich, Andreas Möller – Borussia Dortmund
Jens Lehmann, Olaf Thon – FC Schalke 04
Christian Wörns, Ulf Kirsten – Bayer 04 Leverkusen
Andreas Köpke – Olympique Marseille
Thomas Häßler – Karlsruher SC
Jens Jeremies – TSV 1860 München
Christian Ziege – AC Mailand
Oliver Bierhoff – Udinese Calcio
Jürgen Klinsmann – Tottenham Hotspur
Olaf Marschall – 1. FC Kaiserslautern

Endstation Viertelfinale – ein schmerzhafter Abschied

Deutschland erwischte eine machbare bis leichte Gruppe mit Jugoslawien, dem Iran und den USA. Der Auftakt gegen die USA konnte durch Tore von Möller und Klinsmann mit 2:0 gewonnen werden. Aber schon im zweiten Spiel zeigte sich, dass Deutschland bei diesem Turnier nur Außenseiterchancen haben würde. Gegen starke Jugoslawen lag man 2:0 zurück und war eigentlich chancenlos, ehe ein Eigentor das Spiel aus deutscher Sicht noch einmal spannend machte. Bierhoff gelang kurz vor Schluss noch der glückliche Ausgleich. Im dritten Spiel sicherten erneut Bierhoff und Klinsmann einen 2:0 Endstand und somit den Gruppensieg.
Die Gruppenphase wurde von einem unschönen Nebenschauplatz begleitet, der Diskussion, ob Thon oder Matthäus spielen sollte oder beide. Diese Ablenkung tat dem Spiel der Deutschen nicht gerade gut. Im Achtelfinale setzte sich Deutschland wiederum durch Treffer von Klinsmann und Bierhoff, nach einem Rückstand, gegen Mexiko mit 2:1 durch – auch dieser Auftritt war glanzlos.
Im Viertelfinale kam dann das Aus gegen starke Kroaten. Deutschland war chancenlos, nach dem Ausschluss von Christian Wörns ballerte Kroatien Deutschland mit 3:0 aus dem Turnier. Es war der letzte Auftritt von Berti Vogts als Nationaltrainer, ebenso wie für einige verdiente Spieler, die sich ihren Abschied wohl anders vorgestellt hatten. Was blieb, waren viele Diskussionen und ein tiefer Schock ob der Chancenlosigkeitder Mannschaft gegen starke Kroaten. Es sollten schwere Jahre für das DFB-Team folgen.

DatumRunde Mannschaft 1- Mannschaft 2ErgebnisDFB WM-Trikot
15. Juni 98VorrundeDeutschlandUSA2:0 (1:0)weißes DFB-Trikot
21. Juni 98VorrundeDeutschlandJugoslawien2:2 (0:1)weißes DFB-Trikot
25. Juni 98VorrundeDeutschlandIran2:0 (0:0)weißes DFB-Trikot
29. Juni 98AchtelfinaleDeutschlandMexiko2:1 (0:0)weißes DFB-Trikot
04. Juli 98ViertelfinaleDeutschlandKroatien0:3 (0:1)weißes DFB-Trikot

Die beiden deutschen Trikots: Heim- und Auswärtstrikot

Auch für die WM in Frankreich 1998 gab es zwei neu gestaltete Trikotsätze für die deutsche Nationalmannschaft. Das Heimtrikot rückte wieder näher an die klassische Variante aus vergangener Zeit heran, Weiß war die absolut dominante Farbe. An den Seiten, unterhalb der Arme, wurde ein schwarzer, schmaler, vertikaler Balken eingefügt, der sozusagen eine Trennung zwischen Vorder- und Rückseite andeutete. Auch die Vorderseite wurde durch drei dünne Streifen in Schwarz – Rot – Gold zweigeteilt, allerdings verliefen diese horizontal, knapp unterhalb der Brust. Darunter, zentral, wurde die Trikotnummer in Schwarz positioniert, oberhalb der Streifen, ebenfalls zentral und schwarz das Adidas-Logo. Das DFB Wappen befand sich links und unterbrach die drei Querstreifen. Auch dieses war erneut schwarz, darüber entdeckte man die drei Weltmeisterschaftssterne (in Schwarz, Rot und Gold). Das Trikot verfügte über einen schwarzen V-Kragen, die Adidas-Streifen an Schultern und Ärmeln waren ebenfalls schwarz, gleich wie der Namenszug und die Trikotnummer an der Rückseite.
Das Auswärtstrikot war dieses Mal grün – weiß – grün gefärbt. Die Farbe Grün dominierte, wurde aber durch einen zentralen, schmalen, vertikalen weißen Balken unterbrochen. Das DFB Wappen samt der Weltmeistersterne befand sich auf Brusthöhe im linken, grünen Bereich, Trikotnummer und Adidas-Logo waren im weißen Zentrum des Trikots in Schwarz platziert. Die traditionellen Adidas-Streifen waren hier weiß, ebenfalls wie die Rückennummer und der Namenszug. Die Rückseite war dabei einfarbig grün. Der Kragen war ebenfalls grün – weiß – grün gestreift.

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