Die WM 2006 & das deutsche WM Trikot

WM in Deutschland – das unvollendete Sommermärchen

Miroslav Klose feiert nach seinem Treffer gegen Ecuador im Gruppenspiel der WM 2006 am 20. Juni in Berlin. AFP PHOTO / VINCENZO PINTO

Die 18. Fußballweltmeisterschaft wurde zum zweiten Mal in Deutschland ausgetragen. 32 Mannschaften kämpften in acht Turniergruppen um den Einzug in das Achtelfinale, gespielt wurde dabei in zwölf deutschen Städten: Hamburg, Berlin (Finale), Hannover, Dortmund, Gelsenkirchen, Leipzig, Köln, Frankfurt am Main, Kaiserslautern, Nürnberg, Stuttgart und München (Eröffnungsspiel).
In der Vorrunde blieben größere Überraschungen aus, einzig und alleine Kroatien musste bereits nach der Gruppenphase etwas überraschend die Heimreise antreten. Die Turnierfavoriten schafften souverän das Weiterkommen. Deutschland konnte, wenn auch teils knapp, alle Gruppenspiele gewinnen.
Das Viertelfinale war prominent besetzt, nur die Ukraine konnte sich als Überraschungsmannschaft für die Runde der letzten Acht qualifizieren. Deutschland setzte sich im Elfmeterschießen gegen Argentinien durch, Italien gewann überlegen gegen die Ukraine, England scheiterte erneut im Elfmeterschießen (gegen Portugal) und Zinedine Zidane sorgte dank einer Glanzleistung für einen Sieg der Franzosen gegen Brasilien. Im Halbfinale scheiterte Deutschland wie sooft am Angstgegner Italien, allerdings erst nach Verlängerung. Frankreich gewann durch einen Elfmeter von Zidane gegen Portugal und zog ins Finale gegen Italien in Berlin ein.
Im Spiel um Platz drei behielt Deutschland gegen Portugal die Oberhand und wurde somit Turnierdritter. Das Finale, das letzte Spiel von Superstar Zinedine Zidane, entwickelt sich zu einem wahren Krimi. Frankreich ging früh in Führung – Zidane verwandelte einen Elfmeter souverän. Optisch war Frankreich überlegen, Torwart Buffon hielt aber Italien im Spiel. Nach einem Eckball gelang dem italienischen Verteidiger Materazzi der Ausgleich, an diesem Spielstand sollte sich auch nichts mehr ändern. Die beiden Torschützen sollten aber noch ein historisches Kapitel in diesem Spiel schreiben. Kurz vor dem Ende der Verlängerung kam es zu einem Wortgefecht zwischen Zidane und Materazzi. Zidane verlor nicht zum ersten Mal in seiner Karriere die Nerven und streckte den italienischen Verteidiger mit einem Kopfstoß gegen die Brust nieder. Zidane wurde dafür, in seinem allerletzten Spiel, dem WM-Finale, des Feldes verwiesen.
Es folgte die Lotterie Elfmeterschießen. Für Italien trafen alle Schützen, während der Held vom EM-Finale 2000, David Trezeguet (Italien gegen Frankreich – Trezeguet erzielte das entscheidende Golden Goal in der Verlängerung), den entscheidenden Elfmeter vergab. Italien wurde in Berlin zum 4. Mal Weltmeister. Als Spieler des Turniers wurde Zinedine Zidane ausgezeichnet, den Titel des Torschützenkönigs holte sich im eigenen Land, mit fünf Treffern, Miroslav Klose.

Klinsmanns Truppe für das Sommermärchen

Deutschland war als Gastgeber für die Heim-WM fix qualifiziert. Nach der enttäuschenden EM 2004 übernahm Jürgen Klinsmann den Job des Bundestrainers von Rudi Völler und holte sich als taktischen Berater Joachim Löw als Ko-Trainer mit an Bord. Die Vorbereitung auf die Heim-WM war alles andere als vielversprechend, zudem überschattete die Vorbereitung eine Torwartdiskussion – Kahn oder Lehmann? Letztendlich sollte Jens Lehmann das Tor der Deutschen hüten.
Für das Turnier nominierte Klinsmann nur zwei Legionäre, der Rest spielte zu diesem Zeitpunkt in der deutschen Bundesliga. Bayern stellte mit vier Spielern das größte Kontingent, gefolgt von Dortmund und Bremen mit je drei Spielern.

Jens Lehmann war, wenn auch die Entscheidung etwas kontrovers war, die Nummer 1 im deutschen Tor bei der WM 2006. AFP PHOTO / YURI CORTEZ / AFP PHOTO / YURI CORTEZ
Der deutsche Kader für die WM 2006

Oliver Kahn, Philipp Lahm, Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger – FC Bayern München
Christoph Metzelder, David Odonkor, Sebastian Kehl – Borussia Dortmund
Tim Borowski, Torsten Frings, Miroslav Klose – SV Werder Bremen
Timo Hildebrand, Thomas Hitzelsperger – VfB Stuttgart
Marcell Jansen, Oliver Neuville – Borussia Mönchengladbach
Jens Nowotny, Bernd Schneider – Bayer 04 Leverkusen
Arne Friedrich – Hertha BSC
Per Mertesacker – Hannover 96
Gerald Asamoah – FC Schalke 04
Mike Hanke – VfL Wolfsburg
Lukas Podolski – 1. FC Köln
Jens Lehmann – FC Arsenal
Robert Huth – FC Chelsea

Deutschland startete das Turnier in München mit einem überzeugenden 4:2 Sieg gegen Costa Rica (Lahm, 2x Klose, Frings). Es folgte ein schweres Spiel gegen Polen, welches erst in der Nachspielzeit durch ein Joker-Tor von Oliver Neuville zugunsten der Deutschen entschieden werden konnte. Im letzen Gruppenspiel ging es darum, wer die Gruppe gewinnt: Deutschland siegte durch Tore von Klose (2x) und Podolski mit 3:0 gegen Ecuador.
Im Achtelfinale startete Deutschland furios und Podolski sicherte mit einem Doppelpack den Sieg gegen die Schweden. Es folgte das Viertelfinale gegen den alten Rivalen Argentinien, der sich bisher in Höchstform präsentierte. Argentinien führte lange, ehe Klose in der 80. Minute ausglich. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen. Jens Lehmann, der mit einem Spickzettel im Socken (mit Notizen zu den Schützen Argentiniens) ausgerüstet war, hielt zwei Elfmeter und rechtfertigte zu diesem Zeitpunkt endgültig seine Nominierung als Torwart.
Ganz Deutschland war spätestens jetzt Feuer und Flamme und glaubte an den Turniersieg. Allerdings lauerte im Halbfinale der Angstgegner aus Italien auf seine Chance. Torsten Frings war nach einer Tätlichkeit im Anschluss an das Elfmeterschießen gesperrt worden, Klinsmann fehlte somit eine wichtige Stütze. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, das Spiel ging leistungsgerecht mit 0:0 in die Verlängerung. Hier zündeten die Italiener den Turbo, erspielten sich Chance um Chance und erzielten letztendlich nicht unverdient in den letzten beiden Spielminuten zwei Tore. Deutschland blieb nur noch das Spiel um Platz drei, welches man durch ein Eigentor und zwei Treffer von Schweinsteiger für sich entschied.

DatumRunde Mannschaft 1- Mannschaft 2ErgebnisDFB WM-Trikot
09. Juni 06VorrundeDeutschlandCosta Rica4:2 (2:1)weißes DFB-Trikot
14. Juni 06VorrundeDeutschlandPolen1:0 (0:0)weißes DFB-Trikot
20. Juni 06VorrundeEcuadorDeutschland0:3 (0:1)weißes DFB-Trikot
24. Juni 06AchtelfinaleDeutschlandSchweden2:0 (2:0)weißes DFB-Trikot
30. Juni 06ViertelfinaleDeutschlandArgentinien4:2 n.E. (1:1)weißes DFB-Trikot
04. Juli 06HalbfinaleDeutschlandItalien0:2 n.V. (0:0)weißes DFB-Trikot
08. Juli 06Spiel um Platz 3DeutschlandPortugal3:1 (0:0)weißes DFB-Trikot
Die deutschen Spieler vor dem Eröffnungsspiel der WM 2006 gegen Costa Rica bei der Nationalhymne. AFP PHOTO / YURI CORTEZ / AFP PHOTO / YURI CORTEZ

Die beiden deutschen Trikots: Heim- und Auswärtstrikot

Für die Heim-WM in Deutschland spendierte der Trikot-Ausrüster erneut ein recht schlichtes, aber angenehmes Design. Das Heimtrikot erstrahlte traditionell in Weiß, an den Seiten, ausgehend vom Kragen, wurde jeweils ein vertikal und wellig verlaufender Streifen, mit zwei Unterbrechungen, angebracht. Diese Streifen, in den Landesfarben Schwarz, Rot und Gold, bildeten zusammen mit den drei Weltmeistersternen über dem DFB-Wappen auf der rechten Brust (in Gold) die einzigen Farbtupfer des Heimtrikots. Ausgehend vom Rundkragen lief an den Nahtstellen der Ärmel entlang jeweils ein dezenter, schwarzer Streifen, eine Art Rahmen für die Vorderseite. Daran schloss je ein roter Streifen an, gefolgt von einem goldenen Abschluss. Die Adidas-Streifen sowie das Adidas-Logo (zentral auf der Brust) und die Spielernummer (linke Brustseite) waren ebenfalls schwarz. Auf der Rückseite dominierte die Spielernummer, darüber der Spielernamen. Links und rechts, ebenfalls in schwarzer Farbe (vergleichbar mit der Vorderseite), wurde je ein linker, schmaler Streifen platziert, die am Trikotabschluss zur Mitte hin tendierten.
Für das Auswärtstrikot wurde erneut eine Kombination aus Rot und Schwarz gewählt, wobei Rot die dominante Farbe war. Der rechte Ärmel sowie ein kleiner Bereich an der rechten Seite des Trikots waren schwarz, auf der linken Seite durchbrach eine vom Kragen ausgehende, vertikal verlaufende schwarze Linie das rote Trikot. Die Adidas-Streifen sowie das Adidas-Logo im Zentrum und das DFB-Wappen waren weiß, die drei Weltmeistersterne darüber glänzten in Gold.

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