Die WM 2010 & das deutsche WM Trikot

Erste WM in Afrika – 1. WM-Titel für Spanien

Stürmer Miroslav Klose (L) feiert mit Thomas Müller gegen England am 27.Juni 2010 at Free State stadium in Mangaung/Bloemfontein. AFP PHOTO / PIERRE-PHILIPPE MARCOU

Die 19. Fußballweltmeisterschaft wurde zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen – in Südafrika kämpften auch dieses Mal 32 Mannschaften um den WM-Titel. Gespielt wurde dabei in zehn Stadien, zwei davon in Johannesburg (Eröffnungspiel und Finale im Soccer City Stadium). Die weiteren WM-Orte waren Durban, Kapstadt, Pretoria, Port Elizabeth, Bloemfontein, Polokwane, Nelspruit und Rustenburg.
Die Vorrunde brachte zwei große Überraschungen mit sich – die beiden WM-Finalisten von 2006, Italien und Frankreich, beendeten jeweils als Vierte die Gruppenphase. Auch Südafrika konnte nicht ins Achtelfinale einziehen, nur Ghana schaffte als einzige afrikanische Mannschaft den Einzug in die Ko-Phase. Der spätere Weltmeister aus Spanien hatte überraschend das Auftaktspiel gegen die Schweiz verloren.
Im Achtelfinale konnten sich durchweg die Favoriten durchsetzen. Im Viertelfinale scheiterte Ghana denkbar knapp an Uruguay, in der letzten Minute der Verlängerung konnte ein Elfmeter nicht verwandelt werden (nach Torraub von Suarez), im Elfmeterschießen verloren die Afrikaner. Die Niederländer besiegten Brasilien, Deutschland und Spanien waren ebenfalls siegreich. Im Halbfinale setzte sich die Klasse der Spanier gegen die deutsche Mannschaft durch, die Niederländer rangen Uruguay mit 3:2 nieder. Deutschland siegte im Spiel um Platz drei, vor dem Finale standen zwei Premieren bereits fest – eine der beiden Nationen würde zum ersten Mal Weltmeister werden, und zum ersten Mal würde auch eine europäische Mannschaft bei einem WM-Turnier außerhalb Europas siegreich sein. Das Finale selbst war spannend, Arjen Robben vergab für Holland die Riesenchance auf den Titel. In der Verlängerung erzielte Andres Iniesta kurz vor Schluss den hochverdienten Siegtreffer. Holland glänzte eher durch Härte als durch Klasse und verlor zum dritten Mal ein WM-Finale.
Thomas Müller wurde mit fünf Toren und drei Torvorlagen Torschützenkönig des Turniers, im Vorfeld der WM hatte er erst zwei Spiele für das Nationalteam absolviert. Zum besten Spieler der WM 2010 wurde Diego Forlan aus Uruguay gewählt.

Löws junge Bundesliga-Truppe für Südafrika

Die Qualifikation für die WM in Südafrika absolvierte Deutschland ohne Niederlage, kurz vor der Kaderbekanntgabe erreichten Bundestrainer Joachim Löw aber zwei Hiobsbotschaften – Torhüter Rene Adler würde nicht rechtzeitig für das Turnier fit werden, Kapitän Michael Ballack verletzte sich schwer und fiel ebenfalls aus. Zuvor wurde auch schon der Routinier Torsten Frings ausgemustert.
In Löws Kader fand sich kein einziger Legionär wieder, alle Spieler verdienten ihre Brötchen in der deutschen Bundesliga. Auffällig war dabei auch, dass sehr viele junge Spieler eine Chance erhielten. Für Spieler wie Müller, Özil, Neuer, Khedira, Boateng oder Kroos war dies die erste Gelegenheit, sich bei einem großen Turnier zu zeigen. Wie sooft stellte auch dieses Mal der FC Bayern München das größte Spielerkontingent (7).

Deutschland gegen England im WM-Achtelfinale am 27.Juni 2010 at Free State stadium in Mangaung/Bloemfontein. AFP PHOTO / JOHN MACDOUGALL
Der deutsche Kader für die WM 2010

Hans-Jörg Butt, Philipp Lahm, Holger Badstuber, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Mario Gomez, Miroslav Klose – FC Bayern München
Tim Wiese, Per Mertesacker, Mesut Özil, Marko Marin – SV Werder Bremen
Marcell Jansen, Dennis Aogo, Jerome Boateng, Piotr Trochowski – Hamburger SV
Serdar Tasci, Sami Khedira, Cacau – VfB Stuttgart
Toni Kroos, Stefan Kießling – Bayer 04 Leverkusen
Manuel Neuer – FC Schalke 04
Arne Friedrich – Hertha BSC
Lukas Podolski – 1. FC Köln

Zum Auftakt bekam es Deutschland mit Australien zu tun. Die Socceroos waren chancenlos, Podolski, Klose, Müller und Cacau sorgten für den 4:0 Endstand. Bereits im zweiten Spiel zeigte sich aber, dass diese Gruppe nicht im Vorbeigehen zu meistern ist. Klose musste noch in der ersten Halbzeit mit Gelb-Rot frühzeitig unter die Dusche, die Serben gingen nicht unverdient mit 1:0 in Führung. In der 60. Minute vergab Podolski einen Elfmeter, Deutschland verlor sein zweites Gruppenspiel. Im dritten Spiel musste man gegen Ghana gewinnen, um sicher ins Achtelfinale einzuziehen. Durch ein Traumtor von Mesut Özil konnte man das starke Team aus Afrika mit 1:0 besiegen und sogar den Gruppensieg fixieren.
Im Achtelfinale kam es zu einem Klassiker – England hatte sich mehr schlecht als recht für die nächste Runde qualifiziert. Deutschland begann furios, Klose und Podolski sorgten für eine 2:0 Führung, ehe England den Anschlusstreffer erzielte. In der 38. Spielminute wurde ein Tor für England nicht gegeben – der Ball prallte von der Querlatte ins Tor und sprang von dort wieder zurück auf das Spielfeld. So ging Deutschland mit einer Führung in die zweite Halbzeit. Nun ließ man den Engländern keine Chance mehr und Thomas Müller stellte durch zwei Treffer den Endstand von 4:1 her.
Im Viertelfinale kam es zum nächsten Kracher. Die von Diego Maradona trainierten Argentinier forderten Deutschland, allerdings nur im Vorfeld. Lionel Messi war gegen Schweinsteiger und Khedira chancenlos, Müller brachte Deutschland schon nach drei Minuten in Führung. In der zweiten Hälfte erhöhten Klose (2 Treffer) und Friedrich auf 4:0 – ein verdienter und überlegener Sieg für Löws Mannschaft.
Für das Halbfinale gegen Spanien war Thomas Müller Gelb gesperrt, dennoch war die Chance groß, das Finale zu erreichen. Allerdings erwischte Deutschland einen schlechten Tag, Spanien dominierte und ließ den Deutschen keine Chance. Auch wenn das Spiel nur mit 1:0 verloren ging, die Iberer waren nie in Gefahr und ein hochverdienter Sieger an diesem Tag.
Im Spiel um Platz drei setzte sich Deutschland zum Abschluss des Turniers mit 3:2 gegen das Überraschungsteam aus Uruguay durch – Müller, Jansen und Khedira erzielten die Treffer.

DatumRunde Mannschaft 1- Mannschaft 2ErgebnisDFB WM-Trikot
13. Juni 10VorrundeDeutschlandAustralien4:0 (2:0)weißes DFB-Trikot
18. Juni 10VorrundeDeutschlandSerbien0:1 (0:1)weißes DFB-Trikot
23. Juni 10VorrundeGhanaDeutschland0:1 (0:0)schwarzes DFB-Trikot
27. Juni 10AchtelffinaleDeutschlandEngland4:1 (2:1)weißes DFB-Trikot
03. Juli 10ViertelfinaleArgentinienDeutschland0:4 (0:1)schwarzes DFB-Trikot
07. Juli 10HalbfinaleDeutschlandSpanien0:1 (0:0)weißes DFB-Trikot
10. Juli 10Spiel um Platz 3UruguayDeutschland2:3 (1:1)schwarzes DFB-Trikot
Stefan Kiessling bei einem seiner wenigen Einsätze für die Nationalmannschaft, dem Spiel um Platz 3 gegen Uruguay bei der WM 2010. AFP PHOTO / FRANCK FIFE

Die beiden deutschen Trikots: Heim- und Auswärtstrikot

Für die WM-Endrunde in Südafrika blieb der DFB seiner Linie größtenteils treu und das deutsche Team wurde erneut mit einem schlichten Heimtrikot ausgestattet. Angelehnt an die früheren Trikots war dieses erneut durchgängig weiß, wies aber die eine oder andere Feinheit auf. Die Ärmel- und Kragenabschlüsse waren schwarz, gleich wie die Trikotnummern, Namen, die Adidas-Streifen sowie das Adidas-Logo. Das DFB-Wappen ähnelte jenem von 1996 und war schwarz hinterlegt, der Bundesadler sowie die drei Weltmeistersterne schimmerten weiß-silbern. An der Kragen-Rückseite, im Nacken, prangte der Schriftzug „Deutscher Fußballbund“, zudem enthielt das Trikot elf geprägte Linien (weiß auf weiß). Diese sollten den Teamzusammenhalt symbolisieren. Als Design-Highlight mussten die drei dünnen, vertikal verlaufenden Linien in den Landesfarben Schwarz, Rot und Gold auf der linken Vorderseite angeführt werden, die nur durch das DFB-Wappen kurz unterbrochen wurden.
Das Auswärtstrikot war dieses Mal schwarz, zum zweiten Mal nach der EM 2004. Die Adidas-Streifen, das Adidas-Logo sowie das DFB-Wappen (dessen Design glich jenem des Heimtrikots) waren golden, ebenso der Schriftzug im Nacken. An der linken Seite verlief von der Ärmelunterkante abwärts eine dünne, rote Linie, die eine Fortsetzung am linken Ärmel fand. Der Kragenabschluss war ebenfalls in Rot gehalten. Hier wurden auch (schwarz auf schwarz) elf vertikal geprägte Streifen integriert.

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