Die WM 2018 Spielorte

Die Fussballweltmeisterschaft in Russland rückt mit großen Schritten näher! Mittlerweile stehen schon fast alle Teilnehmer am Turnier in Osteuropa fest und auch das deutsche Team hat sich wieder einmal souverän qualifiziert. Doch wo wird im Sommer 2018 eigentlich überall Fussball gespielt? Wir werfen für euch einen Blick auf die 12 Austragungsorte der WM 2018 in Russland, ihre Städte und Stadien und was sie so besonders macht.

Die Fußball WM Stadien 2018 im Überblick - Baustufen inklusive (Foto AFP)
Die Fußball WM Stadien 2018 im Überblick – Baustufen inklusive (Foto AFP)
StadtStadionKapazitätSpiele
JekatarinburgZentralstadion35.696
KaliningradKaliningrad-Stadion35.202
KasanKasan-Arena45.379
Nischni NowgorodStadion Nischni Nowgorod44.899
MoskauSpartak-Stadion44.918
MoskauLuschniki Stadion81.000
SamaraKosmos-Arena44.918
Rostow am DonRostow-Arena45.000
Saransk Mordowia Arena45.015
SotschiOlympiastadion47.659
Sankt-PetersburgSankt-Petersburg Stadion69.500
WolgogradWolgograd Arena45.015

In welchen Städten wird bei der WM 2018 gespielt?

Bei der WM 2018 standen zu Beginn der Planungsphase 13 Städte in der engeren Auswahl als Austragungsorte für die Spiele der Gruppen-  und K.O.-Phase. Dabei plante man zu Beginn noch mit bis zu 16 Stadien für die WM, was allerdings bereits gegen Ende 2011 auf nurmehr 14 und später nochmals auf 12 reduziert wurde. Somit ist die WM 2018 was stadien und Austragungsorte angeht auf einem ähnlichen Level wie das Turnier 2014 in Brasilien. Alle Spielorte liegen im oder nahe am europäischen Teil Russlands um trotz einer guten Verteilung der Spielstätten die Reisestrapazen der Teams auf einem zumutbaren Niveau zu halten. Die einzige Stadt mit zwei Stadien ist dabei Moskau, wo sowohl das Spartak Stadion als auch das altehrwürdige Luschniki Stadion stehen.

Karte: Austragungsstädte und Fußballstadien der WM 2018

 

Moskau

Moskaus Luzhniki Stadion ist das Ziel aller Teams bei der WM 2018, denn hier wird das Endspiel des Turniers ausgetragen. Photo: AFP.

Moskau ist der Austragunsort des Eröffnungsspiels der russischen Mannschaft und auch des Finalspiels. Beide Spiele werden im größten Stadion des Turniers, dem 81.000 Zuschauer fassenden Luschniki Stadion abgehalten. Daneben kommt es in der Gruppenphase noch zu einigen weiteren Begegnungen in der Stadt des Kremls, Roten Platzes und der Basilius-Kathedrale. Die mit über 12 Millionen Einwohnern mit Abstand größte Metropole in Russland empfängt Teams aus allen Gruppen von A-H für je ein Spiel in der Vorrunde, zwei Achtelfinals ein Halbfinale und natürlich das große Finale am 15. Juli 2018. Zwei besondere Schmankerl in der Stadt sind dabei sicherlich die beiden Fussballstadien. Das altehrwürdige Luschniki Stadion, welches 1956 erstmals eröffnet wurde und der Hauptschauplatz der Sommerolympiade von 1980 war, wurde von 2013 bis 2017 für rund 400 Millionen Euro grunderneuert. Nun ist das Stadion ein über 80.000 Besucher fassendes reines und voll überdachtes Fussballstadion. Dem Stadion wurden beim Umbau neue Ränge, eine erweiterte Dachkonstruktion, neue Videowände, eine neue Flutlichtanlage und vieles mehr verpasst. In der Arena werden 4 Gruppenspiele, ein Achtelfinale, ein Halbfinale und das Finale ausgetragen werden.

Eines der optisch schönsten Stadien der WM 2018: Das Spartak Stadion in Moskau. / AFP PHOTO / Francois Xavier MARIT

Nicht ganz eine Stunde mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Luschniki Stadion entfernt ist das Stadion von Spartak Moskau. Die Otkrytije Arena ist der zweite Schauplatz an dem in Moskau während der WM 2018 der Ball rollen wird. Das 2014 eröffnete Stadion des weltbekannten Clubs Spartak Moskau fasst dabei gut 45.000 Zuschauer. Die Arena ist mit roten und weißen Panelen verkleidet die etwas an die Allianz-Arena erinnern. Ein ganz besonderes Highlight des Stadions ist außerdem die riesige Videowand an der Außenfassade. Auf dieser Leinwand können so auch Fans die außerhalb des Stadions bei einem der zahlreichen Fanfeste sind live die Spiele im Inneren mitverfolgen. Die Fans dürfen sich auf ein Achtelfinalspiel und 4 Gruppenspiele in der schönen neuen Heimat von Spartak freuen.

Das WM Stadion in St. Petersburg hat über 900 Millionen Euro verschlungen und ist damit der mit Abstand teuerste Neubau bei der WM 2018. Photo: AFP.

St. Petersburg

Die Metropole an der Newa ist nicht nur die zweitgrößte Stadt Russlands sondern hat auch das zweitgrößte Stadion der Weltmeisterschaft. Auf einer Insel im Delta der Newa, im Herzen der Stadt findet man das wohl extravaganteste Stadion der WM, die Krestowski-Arena in der im Ligaalltag Zenit St. Petersburg seine Pflichtspiele austrägt. Die extra für die WM neu gebaute Arena fasst 69.500 Zuschauer und hatte während ihrer Planungs- und Bauphase so einige Probleme. Die Krestowski-Arena wurde anfangs mit einem Preis von rund 190 Millionen Euro veranschlagt und sollte nach dem Baustart 2007 bereits 2009 eröffnet werden. Doch dann kam alles anders: Fehlplanungen, Vorwürfe der Korruption und Komplikationen beim Bau sorgten dafür, dass das Stadion erst 2016 eröffnet werden konnte und schließlich über 900 Millionen Euro verschlang. In der Arena werden 4 Gruppenspiele, ein Achtelfinale, ein Halbfinale und das Spiel um Platz 3 ausgetragen werden.

Die Kasan Arena mit der russischen Flagge auf der riesigen LED-Medienfassade. Die Fassade ist die grö´ßte LED-Wand an einem Fussballstadion der Welt und ermöglicht es Fans auch außerhalb des Stadions das Spiel zu verfolgen. AFP PHOTO / ROMAN KRUCHININ / AFP PHOTO / ROMAN KRUCHININ

Kasan

Kasan ist in der russischen Geschichte vor allem für den Bergbau und seine reichen Rubinvorkommen bekannt. Heute ist die Stadt hauptsächlich für ihren Flugzeugbau und als eines der Zentren für die Ölwirtschaft in Russland bekannt. Die Hauptstadt der Provinz Tatarstan hat heute über 1 Million Einwohner und zählt zu den bedeutendsten Wirtschaftszentren Russlands. In der Heimatstadt von Rubin Kazan steht ein weiteres der schönen neuen WM Stadion für das Turnier 2018. Die Arena wurde 2013 Eingeweiht und fasst heute 45.105 Zuschauer. Ganz besonders an dem Stadion ist die mit fast 3700 Quadratmetern Fläche größte LED-Wand an einem Stadion der Welt. Sie ziert die Westseite der Arena und verfügt über 3 Millionen LEDs was eine Wiedergabe von Bildern in HD Qualität ermöglicht. In Kasan werden sechs Spiele stattfinden, neben vier Gruppenspielen auch ein Achtel- und ein Viertelfinale.

Die geschwungene Dachkonstruktion des olympiastadions in Sotschi erinnert start an das Stade Velodrome von Olympique Marseille und fand bereits bei der Confed-Cup viel Gefallen bei den Zuschauern. Photo: AFP.

Sotchi

Die Stadt Sotchi gilt seit langem als Perle  am schwarzen Meer. Mit nur rund 350.000 Einwohnern zählt sie eher zu den kleineren Städten in Russland hat aber dennoch durch die zuletzt in ihr ausgetragenen olympischen Turniere und das Formel 1 Rennen mittlerweile weltweite Berühmtheit erlangt. Beim Confed-Cup 2017 spielte die deutsche Nationalmannschaft zwei mal in Sotschi und konnte beide Spiele gewinnen, ein gutes Omen für die WM? Im Olympiapark von Sotchi findet man nicht nur eine Formel 1 Strecke und die Einrichtungen für die letzten olympischen Spiele in der Stadt (2014) sondern auch eine extravagante Fussballarena. Das ehemalige Olympiastadion wurde anlässlich der Fussball WM zu einer reinen Fussballarena umgebaut und fasst nun 47.700 Zuschauer. Es werden 6 Spiele in der Arena ausgetragen, darunter ein Achtelfinale und ein Viertelfinale.

Das Stadion in Jekatarinburg. Am Bildrand kann man die extra für die WM angebrachten Zusatztribünen sehen. Sie erhöhen die Kapazität des Stadions kurzzeitig auf die von der FIFA geforderten 45.000 Plätze. Photo: Shutterstock!

Jekatarinburg

Die nach Kaiserin Katharina I. und der heiligen Katharina (Schutzheilige der Bergbauer) benannte Stadt im Uralgebirge zählt zu einem der wichtigsten industriellen Zentren der russischen Föderation. Bereits während dem 18. Jahrhundert ließ man hier viele Fabriken zur Stahlverarbeitung bauen. Heute ist die Stadt vor allem auch als kulturelle Metropole im Ural bekannt und beheimatet gleich mehrere Universitäten und weiterführende Bildungseinrichtungen sowie eine bekannte Oper und mehrere Theater. Für die WM 2018 wurde das altehrwürdige Zentralstadion grunderneuert. Auf den Grundmauern der alten Arena enstand so ein Stadion mit 35.000 Plätzen. Diese Zahl wird jedoch bei der WM durch zwei waghalsige Zusatzkonstruktionen hinter den beiden Toren die zusätzliche 12.000 Plätze schaffen werden gesteigert. Diese temporären Tribünen werden dann nach dar Weltmeisterschaft, wie schon in Sao Paolo 2014, wieder abgebaut und die Fassade wird anschließend wieder angebracht. Im Stadion werden vier Vorrundenspiele ausgetragen.

Das Stadion in Nishni Nowogrod kurz vor der Fertigstellung. Photo: Shutterstock!

Nischni Nowgorod

Nischni Nowgorod, der ehemalige Fürstensitz hat es ebenso in die Endauswahl der Standorte für die WM 2018 geschafft. Die an der Wolga gelegene Stadt aus dem 12. Jahrhundert ist heute mit 1.2 Millionen Einwohnern eine der größten Städte in Russland und gilt aufgrund der verschiedensten und vielfältigen Baustile als absolutes Architektur-Mekka Russlands. Für die WM 2018 wurde eigens ein neues Stadion mit Platz für bis zu 45.000 Zuschauer gebaut. Die Arena ist verkleidet mit großen Panelen in verschiedenen Blautönen und ist dadurch ein echter Eyecatcher im sonst eher drögen Industriegebiet in dem sie steht. Neben vier Gruppenspielen werden hier bei der WM auch ein Achtelfinale und ein Viertelfinale ausgetragen werden.

Rostow am Don

Die am Asowschen Meer gelegene Stadt Rostow wird häufig auch als Tor zum Kaukasus bezeichnet. Die historisch wichtige Hafen und Handelsstadt ist neben Sotschi einer der südlichsten Austragungsorte der WM 2018. Das Stadion in Rostow war dabei eines der Opfer der massiven Budgetkürzungen die Russland im Zuge der Krimkrise und der mit ihr einhergehenden Sanktionen für den Staat unternehmen musste. Von den ursprünglichen Planungen für das Stadion blieb am Ende fast nichts übrig und es entstand stattdessen eine zwar moderne und funktionale aber auch etwas steril-langweilige Arena mit einer Kapazität von rund 45.000 Sitzplätzen wovon 5.000 temporär sind. Das Stadion wird bei der WM 4 Gruppenspiele und ein Achtelfinale ausrichten.

Samara

Samara ist neben seinem Status als Industriestadt in Russland vor allem als Sommerresidenz von Leo Tolstoi und Geburtsstadt von Maxim Gorki bekannt. Heute zählt die Stadt zu den größten Metropolen in Russland und ist weiterhin einer der führenden Wirtschaftsstandorte des Landes. 2014 wurde Samara in die endgültige Liste der Austragungsorte für die WM aufgenommen. Die Samara Arena ist eines der auffälligsten Stadien bei der WM 2018. Dabei besticht sie nicht, wie etwa die Arenen von Spartak und Kasan, durch technische Neuerungen oder LED-Leinwände sondern durch ihre extravagante Dachkonstruktion. Der sphärische Dom der Arena spannt sich über 150.000 Quadratmeter und ist damit eine der größten Dachkonstruktionen der Welt. Das Stadion wird Platz für 44.918 Zuschauer bieten und dabei 4 Gruppenspiele ein Achtelfinale und ein Viertelfinale Ausrichten.

Die Arena in Saransk zeigt sich schon bereit für die WM 2018 in Russland. Photo: Shutterstock!

Saransk

Saransk ist mit 297.000 Einwohnern eine der kleinsten aber auch eine der jüngsten Austragungsorte für die WM 2018. Noch 1897 war die Stadt mit nur 14.000 Einwohnern eher ein Dorf. Dank einer wichtigen Eisenbahntrasse die von Moskau durch Saranks bis nach Kasan verlief konnte die Stadt in den letzten 100 Jahren jedoch viel an Bedeutung gewinnen. Die im Moment noch im Bau befindliche Mordovia Arena in Saransk wurde nach Vorgaben der FIFA als Stadion mit 45.000 Sitzplätzen geplant. Die von einer weiß-roten Dachkonstruktion bedeckte Arena kann jedoch nach der WM auf 28.000 Zuschauer reduziert werden, da keiner der ansässigen Vereine ein derart großes Stadion füllen könnte. Im Stadion werden bei der WM 2018 vier Gruppenspiele ausgetragen werden.

Das Stadion in Wolgograd. Die Arena ist stand Ende 2017 noch nicht fertig. Photo: Shutterstock!

Wolgograd

Das ehemals als Stalingrad bekannte Wolgograd ist einer der Austragungsorte der WM 2018. Die Stadt erreichte aufgrund der Schlacht um Stalingrad im 2. Weltkrieg und der immensen Verluste auf beiden Seiten traurige Berühmtheit. Aufgrund der weitreichenden Zerstörungen im zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Stadt in der Nachkriegszeit neu errichtet. Heute ist Wolgograd eine der pulsierenden Metropolen in Russland und hat über 1 Million Einwohner. Die Wolgograd-Arena, deren Dachkonstruktion stark an das Volksparkstadion in Hamburg erinnert, befindet sich aktuell noch im Umbau. Das alte Rotor Stadion neben der mächtigen Wolga wurde dabei von Grund auf Umgebaut und wird bei der WM 2018 Platz für rund 45.000 Zuschauer bieten. In der Arena werden leider nur vier Gruppenspiele und keine K.O. Spiele ausgetragen werden.

Die neue Arena in Kaliningrad am Ende der Bauphase. Photo: Shutterstock!
Das Stadion in Wolgograd. Die Arena ist stand Ende 2017 noch nicht fertig. Photo: Shutterstock!

Kaliningrad

Die ehemalige ostpreußische Stadt Königsberg, heute Kaliningrad ist der westlichste Austragungsort der WM 2018. In der heute rund 450.000 Einwohner starken Stadt in der russischen Enklave an der Ostsee lebten bis zum Ende des 2. Weltkriegs überwiegend deutsche, welche jedoch durch Flucht und Vertreibung heute keine bedeutende Rolle mehr in der Stadt spielen. Kaliningrads Stadion ist aufgrund einer Sondergenehmigung der FIFA mit 35.000 Plätzen der kleinste Austragungsort der WM 2018. Im Normalfall müsste das Stadion rund 10.000 Plätze mehr anbieten. Von den 35.000 Plätzen werden nach der WM 10.000 entfernt und das Dach um etwas gesenkt, da kein Bedarf für ein derart großes Stadion in der Stadt besteht. Das Stadion selbst besticht was das Design angeht eher durch Understatement. In der Arena werden 4 Gruppenspiele ausgetragen.