England WM Trikots

Nach der enttäuschenden WM in Brasilien und dem schockierenden Aus bei der EM 2016 in Frankreich gegen die kleine Inselnation Island ist England für die WM 2018 in Russland auf Wiedergutmachung aus. Ihre Quali-Gruppe konnten die Engländer ganz souverän meistern und stehen nun unter den 32 Teams die es geschafft haben sich für die Endrunde zu qualifizieren. Wir setzen uns einmal genauer mit der Geschichte des Teams auseinander.

Englands Fahne im Stade Velodrome in Marseille beim Vorrundenspiel England – Russland. EM 2016. Photo: Shutterstock.

Three Lions on the shirt – die englische Nationalmannschaft

Kaum eine andere Nation wird so stark mit einem großen Turnier wie der Fußball-Weltmeisterschaft oder der Fußball-Europameisterschaft in Verbindung gebracht wie die englische Nationalmannschaft. Dieser Umstand ist schon ein wenig verwunderlich wenn bedacht wird, dass die Mannen von der britischen Insel lediglich auf Platz 13 der FIFA-Rangliste zu finden sind und erst einen einzigen großen Titel, bei der WM im eigenen Land 1966 durch das vielberühmte „Wembley-Tor“, erringen konnten. Das „Mutterland“ des Fußballs ist viel mehr ein Sinnbild von Höhen und Tiefen, auch wenn der englische Verband immer wieder große Namen hervor brachte und auch nach dem WM-Triumph von 1966 durchaus einige große Spiele bei großen Turnieren ablieferte.

Die Anfänge

Englands Nationalteam blickt auf die längste Geschichte aller Fussballnationalmannschaften zurück. Das erste Länderspiel wurde bereits im Jahre 1872 gegen Schottland ausgetragen. Ganz in der Manier einer Inselnation spielten die Engländer den nächsten 40 Jahren ausschließlich gegen die anderen „Home Nations“- ein Begriff für die anderen Teams von den Inseln, namentlich Schottland, Wales und Irland (heute Nordirland). Lange Zeit konnte man sich in England kaum vorstellen, dass eine Mannschaft von Außerhalb es mit ihnen im Fussball aufnehmen könnte. Da der englische Verband die Legitimität und Sinnhaftigkeit einer Weltmeisterschaft anfangs deutlich in Frage stellte spielten die Engländer bei den ersten drei Turnieren, 1930, 34 und 50 gar nicht erst mit. Erst bei der WM 1954 entschloss man sich wie viele andere europäische Nationen vor ihnen, am Turnier teilzunehmen.

Daten und Rekorde
WM-Teilnahmen14/20
WM-Titel1
EM-Titel-
Rekordspieler:Peter Shilton (125)
Rekordtorschütze:Wayne Rooney (53)
Bekannte Spieler:Bobby Charlton, David Beckham, Geoff Hurst

Rivalität mit Deutschland

Bei der WM im eigenen Land 1966 konnten die Briten Deutschland noch besiegen, auch wenn bis heute über das „Wembley-Tor“ zur Führung von England gestritten wird. So gingen die Engländer 1970 bei der WM in Mexiko als Favorit in das Turnier und scheiterten jedoch im Viertelfinale an den Deutschen. Es war der Beginn einer einseitigen Rivalität. Diese Rivalität wurde jedoch für die WM 1974 – ausgerechnet in Deutschland – ausgesetzt, da sich die Engländer nicht für die Endrunde qualifizieren konnten. Diese Phase gilt als große Krise im englischen Fußballverband und sorgte dafür, dass sich der Verband regelrecht reformierte. Bei der WM 1990 in Italien war England wieder stark. Das Halbfinale Deutschland gegen England gilt als eines der besten WM-Spiele, die jemals zwei Teams absolviert haben. Deutschland gewann im Elfmeterschießen, zog in das Finale ein und wurde Weltmeister. Auch bei der EM 1996 in England traf man wieder aufeinander. Im Halbfinale im altehrwürdigen Wembley Stadion kam es erneut zu einem Elmeterschießen und erneut war England nur zweiter Sieger. Aus dieser Zeit stammt auch der Mythos der schlechten Engländer und der unbezwingbaren Deutschen wenn es ums Elfmeterschießen geht.

England’s Stürmer Wayne Rooney enttäuscht, nachdem England bei der WM 2014 schon in der Vorrunde ausscheidet. AFP PHOTO / ODD ANDERSEN / AFP / ODD ANDERSEN

England Heute – Wenig Licht, viel Schatten

Heute zählt England ganz klar nicht mehr zur absoluten Weltspitze. Zu lange ist es her, dass man in einem Halbfinale gewesen ist, zu oft streuen sich Niederlagen gegen Vermeintlich mindere Fussballnationen ein. Zuletzt konnten die Engländer entweder gar nicht über die Gruppenphase oder nicht über die Viertelfinalspiel bei großen Turnieren hinwegkommen. Ein Fakt der angesichts der nach wie vor talentierten Spieler von der Insel durchaus verwunderlich ist. Spieler wie Frank Lampard, David Beckam, Wayne Rooney und John Terry galten zu ihren besten Zeiten als absolute Weltklasse und trotzdem gelang es der englischen Mannschaft nicht, dieses Talent zu einer Einheit und einer gut funktionierenden Mannschaft zu formen.

Das britische Nationaltrikot von Nike ist kult unter den Fußballfans und wird auf der eigenen Insel seit Jahren besungen. Die „three Lions“ auf dem weißen Shirt stehen sinnbildlich für die englische Kampfkraft und den unbändigen Willen zum Sieg. Ob es bei der WM 2018 in Russland zum Titel für die Briten reichen wird darf zwar durchaus bezweifelt werden aber unterschätzen sollte die Männer von der Insel, die immerhin mit der Premier League eine der stärksten Ligen der ganzen Fußballwelt spielen, niemand. Das Spannende bei den Briten ist, dass sie stets als „Wundertüte“ im Fußball gelten so dass vom frühzeitigen Ausscheiden bis zum Finale immer mit Allem gerechnet werden muss auch wenn frühzeitiges Ausscheiden seit nunmehr 20 Jahren (EM 1996 Halbfinale) eher zu den Stärken der Engländern gehören zu scheint.

Englands voraussichtlicher WM-Kader

Tor: Butland, Heaton, Hart

Abwehr: Stones, Smalling, Keane, Cahill, Jones, Bertrand, Cresswell, Walker

Mittelfeld: Walker, Dier, Livermore, Henderson, Oxlade-Chamberlain, Alli, Sterling Lingard,

Sturm: Sturridge, Vardy, Welbeck, Kane, Rashford

Wie sieht das WM 2018 Trikot von England aus?

England wird auch bei der WM 2018 wieder von Nike ausgerüstet. Der Trikothersteller hat bislang noch keines seiner Designs für die kommende WM veröffentlicht doch man rechnet damit, dass sich dies gegen Ende 2017 ändern wird. Was bisher durch leaks bekannt ist, ist dass es sich wieder um ein weißes Trikot handeln wird. Die Hosen sollen dabei klassisch in blau und die Stutzen in weiß gehalten sein. Auf der Brust soll im Material des Trikots verwoben eine Silouhette des „St. George’s Cross“ zu sehen sein. Dies ist eine Anspielung an das rote Kreuz welches die englische Flagge ziert. Auf der Brust ist neben dem „Swoosh“ Symbol von Ausstatter Nike das Wappen des englischen Verbandes zu sehen. Dieses besteht auss drei Löwen und 10 Rosen auf einem Schild mit der Überschrift „England“ und einem in der Trikotfarbe weiß gehaltenen Stern für den WM Titel 1966. Die Trikotnummern des neuen Dresses der Engländer werden in Anlehnung an die Trikots aus den 60er und 70er Jahren rot sein.

Auswärts tritt man traditionell in rot auf und darf man den bisherigen Leaks glauben schenken, wird dies auch 2018 der Fall sein. Das 2018er Trikot soll dabei ganz in rot gehalten sein mit blauen Nummern auf dem Rücken. Die Hosen sind dabei ganz weiß, die Stutzen wieder rot.

David Beckam, einer der größten Stars in der geschichte des englischen Fussballs bei der EM 2008 gegen Frankreich. AFP PHOTO / Jacques Demarthon
David Beckam, einer der größten Stars in der geschichte des englischen Fussballs bei der EM 2008 gegen Frankreich. AFP PHOTO / Jacques Demarthon

Die Fußball WM Bilanz von England

Für eine große Fussballnation ist die WM Bilanz der Engländer wahrlich beschämend. Nachdem man das Turnier in seinen ersten Jahren nicht anerkennen wollte und an den ersten drei Weltmeisterschaften gar nicht teilnahm scheiterte man bei der ersten Teilnahme gleich in der Vorrunde. Es sollte weitere 16 jahre dauern bis man im eigenen Land den Titel zum ersten und bis heute einzigen Mal erringen konnte. Danach sieht der Werdegang der englischen Nationalmannschaft wie der Titel Shakespeares berühmter „comedy of errors“. Seit 1966 hat es England ein mal in ein Halfinale einer Weltmeisterschaft geschafft (1990, Niederlage gegen Deutschland im Elfmeterschießen) und hat sich drei mal gar nicht erst qualifiziert. Das letzte Kapitel der traurigen Geschichte der Three Lions schrieb man bei der WM 2014 in Brasilien. In einer äußerst schweren Gruppe bestehend aus Uruguay, Italien und Costa Rica konnte England die Gruppenphase nicht meistern und musste folgerichtig schon wieder sehr früh abreisen. Bei der WM 2018 in Russland soll nun alles besser werden. Doch da England aller warscheinlichkeit nicht zu den Gesetzten Teams (Top 7 der FIFA Weltrangliste) gehören wird, könnte auch bei diesem Turnier wieder eine Horrorgruppe auf sie warten.

JahrGastgeberErgebnis
1950BrasilienVorrundenaus
1954SchweizViertelfinale
1958SchwedenVorrundenaus
1962ChileViertelfinale
1966EnglandWeltmeister
1970MexikoViertelfinale
1982SpanienZwischenrunde
1986MexikoViertelfinale
1990ItalienHalbfinale
1998FrankreichAchtelfinale
2002Japan & SüdkoreaViertelfinale
2006DeutschlandViertelfinale
2010SüdafrikaAchtelfinale
2014BrasilienVorrundenaus

england2

Wie hat sich England für die WM qualifiziert?

England startete in Gruppe F in die WM-Qualifikation. Auf dem Papier eine durchaus machbare Gruppe mit einem klaren favoriten: England. Zu beginn konnte man mit drei Siegen aus den ersten drei Spielen gleich ein deutliches Zeichen setzen. Doch dann, am 4. Spieltag, kam es zum Aufeinandertreffen mit Slowenien und zu einem denkbar ungünstigen 0:0. Auch gegen Schottland kam man im Rückspiel nicht über ein sehr glückliches 2:2 Unentschieden hinaus. Es regten sich zwischenzeitlich wieder Zweifel an der englischen Nationalmannschaft. Doch gegen Ende der Qualifikation setzten die Engländer wieder zu einem Schlussspurt an und konnten so ihre Gruppe doch recht souverän gewinnen.

Nr.MannschaftSpGUVTorePunkte
1.England 10820+1526
2.Slowakei 10604+1018
3.Schottland 10532+518
4.Slowenien 10433+515
5.Litauen 10136-136
6.Malta 10019-221
DatumZeitMannschaft 1.ErgebnisMannschaft 2.
1. Spieltag
04.09.201618:00Litauen 2:2(2:0)Slowenien
04.09.201618:00Slowakei 0:1(0:0)England
04.09.201620:45Malta 1:5(1:1)Schottland
2. Spieltag
08.10.201618:00England 2:0 (2:0)Malta
08.10.201620:45Schottland 1:1 (0:0)Litauen
08.10.201620:45Slowenien 1:0 (0:0)Slowakei
3. Spieltag
11.10.201620:45Litauen 2:0 (0:0)Malta
11.10.201620:45Slowakei 3:0 (1:0)Schottland
11.10.201620:45Slowenien 0:0 (0:0)England
4. Spieltag
11.11.201620:45England 3:0 (1:0)Schottland
11.11.201620:45Malta 0:1 (0:0)Slowenien
11.11.201620:45Slowakei 4:0 (3:0)Litauen
5. Spieltag
26.03.201718:00England 2:0 (1:0)Litauen
26.03.201720:45Malta 1:3 (1:2)Slowakei
26.03.201720:45Schottland 1:0 (0:0)Slowenien
6. Spieltag
10.06.201718:00Schottland 2:2England
10.06.201718:00Slowenien 2:0Malta
10.06.201720:45Litauen 1:2Slowakei
7. Spieltag
01.09.201720:45Litauen 0:3 (0:2)Schottland
01.09.201720:45Malta 0:4 (0:0)England
01.09.201720:45Slowakei 1:0 (0:0)Slowenien
8. Spieltag
04.09.201720:45England 2:1 (1:1)Slowakei
04.09.201720:45Schottland 2:0 (1:0)Malta
04.09.201720:45Slowenien 4:0 (1:0)Litauen
9. Spieltag
05.10.201720:45England 1:0 (0:0)Slowenien
05.10.201720:45Malta 1:1 (1:0)Litauen
05.10.201720:45Schottland 1:0 (0:0)Slowakei
10. Spieltag
08.10.201718:00Litauen 0:1 (0:1)England
08.10.201718:00Slowakei 3:0 (1:0)Malta
08.10.201718:00Slowenien 2:2 (0:1)Schottland
Englands Wayne Rooney und Rio Ferdinand feiern nach Rooneys Tor während der EM Quali 2008. Die Goldene Generation Englands konnte jedoch keine großen Erfolge erringen. AFP PHOTO / YURI KADOBNOV

Wer sind Englands wertvollste Spieler?

Nach dem Rücktritt von Wayne Rooney hat es eine ganz neue Geneartion von Spielern in den Kader der englischen Nationalmannschaft geschafft. Allen voran geht der junge Stürmerstar Harry Kane. Mit rund 60 Millionen Euro ist er gleichzeitig auch der wertvollste Spieler der Engländer. Ihm dicht auf den Fersen sind mit jeweils 45 Millionen Marktwert Dele Alli und Raheem Sterling. Zwei seit einigen jahren schon bekannte Jugendtalente die gerade dabei sind ins beste Fussballeralter zu kommen. Das Problem mit den Marktwerten bei englischen Spielern ist allerdings, dass sie durch die extrem hohen TV-Einnahmen und die Vorgabe der Liga, einen bestimmten Prozentsatz an heimischem Talent im Kader haben zu müssen stark aufgebläht sind. Kein Chapmpions League Verein auf dem Festland wäre wohl bereit für Spieler wie Harry Kane 60 Millionen Euro zu überweisen.

Wie stehen Englands Chancen bei der WM 2018?

England geht bei der WM 2018 ganz klar eher als Außenseiter ins Rennen um den WM Titel. Häufige Trainerwechsel, ein etwas altbacken anmutendes 4-4-2 System und kein echter Mittelfeldchef sind nicht gerade die Voraussetzungen für einen absoluten Topfavoriten. Der englische Verband hat es über die letzten Jahre und Jahrzehnte hinweg verpasst mit der Zeit zu gehen und sich und seine Nationalmannschaften zu modernisieren. Unter diesen Umständen wird es dem Englischen Team trotz einiger guter Einzelkönner und vieler junger Spieler äußerst schwer fallen wirklich ein Wörtchen um den Titel mitreden zu können. Prognose: Achtelfinalaus!

Wer ist der Trainer von England?

England hat es geschafft in den letzten fünf Jahren fünf Trainer zu haben. Dabei hat man von bekannten ausländischen größen wie Fabio Capello, über nationale größen wie Roy Hodgson und Sam Allardyce bis hin zu ehemaligen spielern wie Stuart Pearce und Gareth Southgate alles mögliche probiert. Ein interessanter Fakt ist, dass die beiden jüngeren ehemaligen Spieler Stuart Pearce und Garth Southgate beide in Spielen gegen Deutschland (1990 und 1996) entscheidende Elfmeter vergaben. Mit ihrem neuen Trainer Southgate haben es die Engländer geschafft sich für die WM 2018 in Russland zu qualifizieren und er scheint ihnen durch seine recht ruhige Art etwas mehr stabilität verliehen zu haben. Vor seinem Engagement als Trainer der Engländer war Southgate für die U-21 des Verbandes zuständig und konnte sich mit ihr immerhin für die Endrunde der UEFA U-21 EM 2015 qualifizieren, bei der sein Team aber dann bereits in der Gruppenphase als letzer ausschied.