Frankreich WM Trikots

Frankreichs Nationalmannschaft gehört zu den ältesten und bekanntesten Nationalteams der Welt und gilt stets als einer der Mitfavoriten auf große Titel. Neben Brasilien ist Frankreich die einzige Mannschaft die sich bislang für jedes WM Turnier gemeldet hat, auch wenn man es einige Male nicht schaffen konnte, sich zu qualifizieren. Dennoch konnten die „Bleus“, wie sie auch von ihren Fans genannt werden, bislang nur einen WM und zwei EM Titel einfahren – vergleichsweise wenig bedenkt man die lange Geschichte des Fussballs als Nationalsport der Franzosen. Wir werfen einen Blick auf die historische Entwicklung des Teams und auf die heutige Situation in der „Grande Nation“.

Frankreich fährt als einer der absoluten Favoriten zur WM 2018 in Russland. Photo: Shutterstock.

Die Geschichte der französischen Nationalmannschaft

Frankreichs ersters offizielles Länderspiel datiert aus dem Jahre 1904, als man in einem packenden Spiel gegen den Nachbarn aus Belgien 3:3 spielte. Bereits vier jahre später war man Gründungsmitglied der FIFA. All dies geschah jedoch ohne überhaupt einen dezidierten Fussballdachverband für das land zu haben. Der heutige Dachverband des französischen Fussballs, die FFF, wurde nämlich erst im Jahre 1919 gegründet.  Seitdem bestritt die Equipe-Tricolore über 800 Länderspiele und hat sich vor allem durch drei spezielle Perioden zu einer der größten Fussballnationen der Welt entwickelt, den 50ern, 80ern und 90ern/2000ern.

Die 1950er – der legendäre Just Fontaine

Die erste „Goldene Generation“ erlebten die Franzosen in den 1950ern als Spieler wie Just Fontaine und Raymond Kopa das Trikot der Nationalelf überstreiften. Vor allem die WM 1958, bei der man erst im Halbfinale am späteren Weltmeister Brasilien scheiterte und danach im Spiel um Platz drei den Nachbarn aus Deutschland mit 6:3 besiegte ging in die Geschichte des französischen Fussballs ein. Stürmer Just Fontaine konnte beim Turnier ganze 13 Tore erziehlen, vier allein gegen den DFB, und hält damit bis heute den Torrekord bei einer Weltmeisterschaft. Beim ersten EM Turnier 1960 konnte Frankreich dann wieder überzeugen und musste sich erst knapp im Halbfinale den Yugoslawen mit 5:4 geschlagen geben. Der Schock über die Niederlage war dennoch groß, hatte man doch bis kurz vor Ende der Partie noch mit 4:2 geführt.

Daten und Fakten
WM-Teilnahmen15/21
WM-Titel1
EM-Titel2
RekordspielerLilian Thuram (142)
RekordschützeThierry Henry (51)
Bekannte SpielerZinedine Zidane, Michel Platini, Just Fontaine, Bixente Lizarazu, Franck Ribery

Die 1980er – Michel Platini

Unter dem neuen Trainer Michel Hidalgo und einer neuen Generation an talentierten Spielern wie Michel Platini, Alain Giresse und Dominique Rocheteau konnte Frankreich in den 1980ern wieder aufblühen. Bereits bei der WM 1982 erreichte man das Halbfinale und musste sich in einem der kontroversesten Spiele der französischen Sportgeschichte dem Rivalen aus Deutschland geschlagen geben. Vor allem das rüde Einsteigen des deutschen Torhüters Toni Schumacher gegen Patrick Battiston ist legendär. Battiston brach sich dabei einen Halswirbel, verlor mehrere Zähne und fiel später sogar zeitweise in ein Koma – der Schiedsrichter sah jedoch kein Foul im Einsteigen Schumachers und ließ das Spiel weiterlaufen. Diese Partie sollte noch für viele Jahre für ein angespanntes Verhältnis zwischen beiden Mannschaften sorgen.

Die Em 1984 markierte dann den Durchbruch für Frankreich. Das im eigenen Land abgehaltene Turnier konnte man im Finale die Spanier mit 2:0 besiegen und den ersten internationalen Titel für Frankreich einfahren, und das auch noch im eigenen Land. Titel im eigenen Land sollten in der Zukunft für Frankreich fast Tradition werden.

Bei der WM 1986 in Mexiko kam es für Frankreich – welche dank ihrer überzeugenden Leistungen bei der Heim-EM zwei Jahre zuvor als Titelfavoriten ins Turnier gestartet waren – zu einer Wiederholung des Halbfinalmatches von 1982. Wieder traf man auf die deutsche Nationalmannschaft. Auch dieses Mal musste sich Frankreich geschlagen geben und am Ende stand es 2:0 für die deutsche Mannschaft. Vor allem die Tatsache, dass man auf Stürmerstar Rocheteau verzichten musste und Platini sowie Giresse das ganze Turnier über schon mit Verletzungen zu kämpfen hatten sorgte in diesem Spiel dafür, dass Frankreich keine wirkliche Chance gegen Deutschland hatte.

French players receive silver medals during the Das Ende Einer Ära: Frankreich wird 2006 in Deutschland Vize-Weltmeister, Zinedine Zidane beendet seine Karriere in der Nationalmannschaft. AFP PHOTO NICOLAS ASFOURI / AFP PHOTO / NICOLAS ASFOURI

Die 1990er&2000er – Zinedine Zidane

Frankreich war der Gastgeber für die WM 1998 und konnte, wie sie bereits bei ihrer Halbfinalteilnahme bei der Em 1996 gezeigt hatten mit einem erfrischend jungen Team aufwarten. Was damals noch niemand wissen konnte wer, dass die Mannschaft um den Mittelfeldregisseur Zinedine Zidane und den Abwehrchef Laurent Blanc zu einem der legendärsten Nationalteams in der Geschichte des Fussballs werden sollte. Die Namen der Spieler von damals sind heute in Frankreich jedem Kind bekannt: David Trzeguet, Thierry Henry, Claude Makelele, Patrick Viera, Christian Karembeu, Fabien Barthez, Emanuel Petit, Bixente Lizarazu, Marcel Desailly, Yuri Djorkaeff und Didier Deschamps.

Das Turnier begann bereits vielversprechend für Frankreich. In einer Gruppe mit Südafrika, Dänemark und Saudi-Arabien konnte man alle Spiele gewinnen und zog somit souverän als erster ins Achtelfinale ein. Dort traf man ohne die Stars Zidane (Gelbsperre) und Dugary (Verletzung) auf Paraguay und konnte in der Verlängerung Geschichte schreiben. Laurent Blancs Treffer in der 114. Minute war das erste „Golden Goal“ in der Geschichte der Weltmeisterschaften und bescherte Frankreich einen Platz im Viertelfinale. Dort traf man im Stade de France auf eine italienische Mannschaft die sich was ihre Superstar anbetraf nicht vor Frankreich verstecken musste. Gegen das Team um Paolo Maldini, Roberto Baggio und Fabio Cannavaro kam man in der regulären Spielzeit nicht über ein torloses Unentschieden hinaus und konnte sich erst im Elfmeterschießen mit 4:3 durchsetzen.

Im Halbfinale stand man dann dem kroatischen Team um ihren Starspieler Davor Suker gegenüber und konnte durch zwei Tore von Liliam Thuram mit 2:1 gewinnen und somit ins Finale einziehen. Im Finale trafen die Franzosen nuna uf den Rekordweltmeister aus Brasilien. Durch einen taktischen Geniestreich von Trainer Jacquet, der Djorkaeff ins Zentrum auf Zidanes position gestellt hatte um Brasiliens Spielmacher Carlos Dunga zu eliminieren, und zwei Tore von Zidane konnte Frankreich den ersten WM Titel in seiner Geschichte erringen.

Zwei Jahre später war Frankreich wieder im siebten Fussballhimmel, denn auch die EM 2000 konnte durch die Equipe Tricolore gewonnen werden. Der Sieg bei der EM, welche in direkter Nachbarschaft in Holland und Belgien ausgetragen wurde, zementierte den Platz dieser französischen Spielergeneration unter den besten Teams in der Geschichte des Fussballs endgültig. Im Finale gewann man durch ein Golden Goal von Liliam Thuram mit 2:1 in der Verlängerung gegen Italien.

Frankreichs Team hat viele junge Talente, von Ousmane Dembele über Kilian Mbappe bis zu Paul Pogba (stehend 1.v.L). Photo: AFP.

Frankreichs Team Heute – Die nächste goldene Generation?

Die neue Generation an Spielern der französischen Nationalmannschaft wird schon jetzt mit dem Team um Zidane und Blanc verglichen. Kaum eine Mannschaft auf der Welt kann derzeit aus einer solchen Vielzahl hochtalentierter Spieler schöpfen wie Frankreich. Allein in diesem Transfersommer wechselten mit Ousmane Dembele von Dortmund und Kilian Mbappe vom AS Monaco zwei junge Franzosen für kombiniert knapp 300 Millionen Euro ihre Vereine. Für die WM 2018 in Russland gilt Frankreich als absoluter Topfavorit, noch vor dem DFB-Team oder der Mannschaft aus Brasilien.

Frankreichs voraussichtlicher WM Kader

Tor: Lloris, Mandanda, Areola

Abwehr: Jallet, Kurzawa, Umiti, Digne, Sidibe, Koscielny, Kimpembe, Zouma, Varane, Rami, Mangala

Mittelfeld: Sissoko, Bakayoko, Pogba, Lemar, Tolisso, Kante, Matuidi, Rabiot

Angriff: Griezmann, Giroud, Lacazette, Coman, Mbappe, Dembele, Payet, Martial

Wie ist die WM Bilanz Frankreichs?

Frankreichs WM Geschichte ist geprägt von Höhen und Tiefen. Inklusive der WM in Russland hat Frankreich bereits an 15 Weltmeisterschaften Teilgenommen, konnte aber trotz ihres Status als große Fussballnation und ihrer vielen weltbekannten Spieler über die Jahrzehnte hinweg nur ein mal den Titel gewinnen. In der ewigen Tabelle der Fussball Weltmeisterschaft steht Frankreich sogar hinter den in den letzten Jahren desolaten Engländern nur auf Platz 7. In 59 Spielen kommt man auf 29 Siege, 12 Unentschieden und 19 Niederlagen.

Frankreich WM Bilanz
Frankreich WM Bilanz
JahrGastgeberErgebnis
1930UruguayVorrundenaus
1934ItalienVorrundenaus
1938FranreichViertelfinale
1954SchweizVorrundenaus
1958SchwedenDritter
1966EnglandVorrundenaus
1978ArgentinienVorrundenaus
1982SpanienVierter
1986MexikoDritter
1998FrankreichWeltmeister
2002Japan & SüdkoreaVorrundenaus
2006DeutschlandVizeweltmeister
2010SüdafrikaVorrundenaus
2014BrasilienViertelfinale
2018Russland??

Wie hat sich Frankreich für die WM 2018 Qualifiziert?

Frankreich startete in Gruppe A der Qualifikation in Europa. In der sehr schweren Gruppe traf man auf die Teams aus den Niederlanden, Schweden, Bulgarien, Weißrussland und Luxemburg. Bereits am ersten Spieltag der Qualifikation kam es zu einem derben Fehltritt der Franzosen. Gegen die krassen Außenseiter aus Weißrussland kam man nicht über ein müdes 0:0 Unentschieden hinaus. Im weiteren Verlauf der Hinrunde der Qualifikation sollte sich Frankreich jedoch mit Siegen über Bulgarien, die Niederlande, Schweden und Luxemburg wieder stabilisieren und alles schien für die Equipe Tricolore ganz nach Plan zu laufen. Gegen Ende der Qualifikation musste Frankreich jedoch am 6. und 8. Spieltag zwei derbe Rückschläge hinnehmen. Zuerst verlor man gegen Schweden mit 2:1, dann spielte man gegen Fussballzwerg Luxemburg nur 0:0 Unentschieden. Dank der inkonsistenz ihrer Gegner aus Schweden und den Niederlanden kann Frankreich zwei Spieltage vor Schluss dennoch voller Zuversicht von Platz eins mit einem Punkt Vorsprung auf die restliche Qualifikation blicken und sollte es wohl schaffen sich im Oktober endgültig für die Endrunde des Turniers zu qualifizieren.

Nr.MannschaftSpGUVTorePunkte
1.Frankreich 10721+1223
2.Schweden 10613+1719
3.Niederlande 10613+919
4.Bulgarien 10415-513
5.Luxemburg 10136-186
6.Weißrussland 10127-155
DatumZeitMannschft 1.ErgebnisMannschft 2.
06.09.201620:45Weißrussland 0:0Frankreich
07.10.201620:45Frankreich 4:1 (3:1)Bulgarien
10.10.201620:45Niederlande 0:1 (0:1)Frankreich
13.11.201620:45Frankreich 2:1 (0:0)Schweden
25.03.201720:45Luxemburg 1:3 (1:2)Frankreich
09.06.201720:45Schweden 2:1Frankreich
31.08.201720:45Frankreich 4:0 (1:0)Niederlande
03.09.201720:45Frankreich 0:0Luxemburg
07.10.201720:45Bulgarien 0:1 (0:1)Frankreich
10.10.201720:45Frankreich 2:1 (2:1)Weißrussland
Frankreich Feiert ihren Einzug ins Halbfinale der EM 2016 im eignen Land. im Finale unterlagen sie jedoch schmerzhaft dem Team aus Portugal. Photo: AFP.

Wer sind Frankreichs wertvollste Spieler?

Frankreich stellt im Moment das wohl teuerste Nationalteam der Welt. Dabei sind im Moment wohl Kilian Mbappe (160 Millionen Euro) und Ousmane Dembele (120 Millionen Euro) die wertvollsten Spieler. Der echte Wert der beiden Spieler ist zwar wohl noch deutlich niedriger, jedoch waren Clubs wie Paris Saint-Germain und der FC Barcelona gewillt, diese Summen für die beiden zu bezahlen. Doch auch außerhalb dieser beiden rekordverdächtigen Transfers gibt es einige Juwelen im Kader Frankreichs für die man ähnlich fürstliche Summen auf den Tisch legen müsste. Antoine Griezmann von Atletico Madrid wird auf rund 80 Millionen Euro beziffert, der Jungstar Paul Pogba von Manchester United auf 75 Millionen Euro.

Wie sieht das WM 2018 Trikot von Frankreich aus?

Bei den Frankreich Trikots für die WM 2018 kommt es dieses Mal zu einer Neuerung! Frankreich nimmt für die WM 2018 einen dritten Trikotsatz als Ausweichtrikot mit zum Turnier und dieser ist erfrischend anders. Ausstatter Nike stellte 2017 das ganz in schwarz gehaltene Trikot vor. Das trikot hat keinen kragen, den klassischen gallischen Hahn (Symbol des Verbandes) in hellblau und das Nike Logo in weiß auf der Brust. Ansonsten ist es eher minimalistisch gehalten.

Über die beiden weiteren Trikots der Equipe Tricolore ist bislang noch wenig bekannt, da sich Nike traditionell sehr bedeckt mit aussagen oder Infos über die Trikots hält. Die Trikots dürften erst gegen ende 2017 oder gar erst 2018 vom Hersteller vorgestellt werden. Das Heimtrikot dürfte jedoch wie schon in den Jahrzehnten zuvor wieder ganz in blau mit weißen hosen und roten Stutzen daherkommen. Beim Auswärtstrikot schwört man bei Frankreich seit geraumer Zeit auf ganz weiße Jerseys und man darf wohl auch erwarten, dass das neue Trikot in diesem Look gestaltet sein dürfte.

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps im Juni 2015. AFP PHOTO / THOMAS SAMSON

Wer ist der Trainer von Frankreich?

Frankreichs aktueller Trainer ist auch einer der Helden der WM 1998, sein Name: Didier Deschamps. Der baskisch-französische Coach ist bereits seit 2012 für die A-Nationalmannschaft unserer Nachbarn verantwortlich und hat die zweifelhafte Ehre trainer dieser hochtalentierten Generation zu sein. Deschamps hat dabei nicht nur die Qual der Wahl bei so vielen großartigen Fussballern, sondern muss auch die durch ihre extrem hohen Ablösen aufgeblasenen Egos der jungen Elf im Zaum halten. In seiner Zeit als Trainer von Frankreich absolvierte Deschamps bislang 68 Partien von denen er 42 gewann, 12 mal spielte er unentschieden und 14 zog seine Mannschaft den Kürzeren. Dies entspricht einer Siegquote von knapp 62% und ist durchaus beachtlich.