Nigeria WM Trikots

Bereits einen Spieltag vor Ende der Qualifikation in der CAF hat es das nigerianische Nationalteam geschafft sich für die Endrunde der WM 2018 in Russland zu qualifizieren. Auch bei der WM 2014 war das Team aus der ehemaligen britischen Kolonie bereits vertreten und konnte in ihrem starken Spiel gegen den späteren Vizweltmeister aus Argentinien schon einmal zeigen, dass sie ein ganz schöner Favoritenschreck sein können. Wir werfen einen Blick auf alles Wissenswerte zur vom deutschen Trainer Gernot Rohr geführten nigerianischen Nationalmannschaft.

Nigerias Stürmer Odion Ighalo beim Jubeln nach seinem Treffer mit hochgerissenem Trikot und dem Spruch „Thank U Jesus“im Spiel gegen Kamerun am 1. September 2017. / AFP PHOTO / PIUS UTOMI EKPEI

Die Geschichte der nigerianischen Nationalmannschaft

Die Anfänge – „UK Tourists“

Während ihrer Anfänge in den 1930er Jahren spielte die Mannschaft Nigerias meist unoffizielle Spiele gegen andere Nationen und hatte weder einen Dachverband noch war sie eine offizielle Nationalmannschaft. Die damalige britische Kolonie konnte auf einigen Reisen ins Vereinigte Königreich, wo sie auch gerne als „UK Tourists“ bezeichnet wurden erste Erfahrungen gegen Amateurteams aus England machen. So spielte man zum Beispiel gegen die Mannschaften Bromleys, South Liverpools und Aucklands. Erst 1945 wurde ihr Verband, die „Nigerian Football Federation“ kurz NFF, gegründet und erst im Jahre 1949 bildete man die erste offizielle Nationalmannschaft. Diese bestritt noch im selben Jahr ihr erstes offizielles Länderspiel gegen die ebenfalls noch unter britischer Fahne stehende Kolonie von Sierra Leone, man gewann mit 2:0. Seit ihrer Unabhängigkeit von britishen Empire (1960) hat sich Nigeria für jede WM-Qualifikation bei der FIFA außer 1966 ( Boykott aller afrikanischen Länder) gemeldet, beginnend mit dem Turnier 1962 in Chile.

Daten und Fakten
WM-Teilnahmen6/21
WM-Titel0
Afrikameisterschaften3
RekordspielerVincent Enyeama (101)
Joseph Yobo (101)
RekordschützeRashidi Yekini (37)
Bekannte SpielerObafemi Martins, Jay-Jay Okocha, John Obi Mikel

Der Aufstieg in Afrika

Vor allem während der 1970er und 1980er Jahre konnte die Mannschaft aus Nigeria sich einen Namen im Fussball auf dem afrikanischen Kontinent machen. Nach ihrem ersten Auftitt bei den All-Africa Games 1973 und dem prompten Gewinn einer Gooldmedaille folgten in 1976 und 78 zwei beachtliche dritte Plätze welche den Status des Teams als Fussballmacht in Afrika weiter zementierten. 1980 konnte man dann den ersten Erfolg beim African Cup of Nations feiern und somit ein weiteres äußerst erfolgreiches Jahrzehnt für die „Super Eagles“ einleiten. Diesen Spitznamen hatte die Mannschaft sich nach ihrem heroischen Auftritt bei der Afrikameisterschaft 1988 wo man erst äußerst knapp im Finale scheiterte verdient. Der Name ist eine Anlehnung an den das Landeswappen und das Logo des Verbandes zierenden Adler.

Fussball in Nigeria heute – Wiedergeburt der Super Eagles?

19 Jahre –  so lange hatte die Durststrecke der stolzen Nigerianer im afrikanischen Fussball angedauert bis man wieder einen Titel gewinnen konnte. Seit dem Sieg in der Afrikameisterschaft 1994 hatte es kein Team aus Nigeria mehr geschafft den Olymp des afrikanischen Fussballs zu erklimmen. Doch dann kam die neue Generation an Spielern mit Stars wie John Obi Mikel, Victor Moses und Ahmed Musa und mit ihr kam der Aufschwung. Bei der Afrikameisterschaft 2013 konnte man im Finale Burkina Faso besiegen und das Turnier ungeschlagen abschließen. Im Folgejahr qualifizierte man sich für die WM in Brasilien, schied dort zwar nach dem Achtelfinale aus, konnte sich jedoch vor allem gegen Argentinien durchaus teuer verkaufen. Danach folgten zwei enttäuschende Afrikameisterschaften bei denen man sich, sehr zum Amüsement des dauerrivalen aus Ghana, nicht für die Endrunde qualifizieren konnte. Für die WM 2018 erhofft man sich nun, bei der insgesamt 6. WM Teilnahme endlich weiter als bis ins Achtelfinale vorstoßen zu können.

Nigerias voraussichtlicher WM Kader

Tor: Akpeyi, Alampasu, Ezenwa

Abwehr: Balogun, Awaziem, Aina, Troost-Ekong, Echiejile, Abdullahi, Omeru

Mittelfeld: Igiebor, Mikel, Onazi, Ndidi, Ogu, Oghenekaro, Agu

Angriff: Musa, Moses, Simon, Ighalo, Iwobi, Iheanacho, Ideye

Nigerias Startaufstellung bei der WM Qualifikation. Photo: AFP.

Wie sieht das WM Trikot von Nigeria aus?

Nigeria tritt sowohl bei Heim- als auch Auswärtsspielen in ihren Nationalfarben weiß und grün auf. Dies war jedoch nicht immer der Fall. Bis zu ihrer Unabhängigkeit waren die Nigerianer in Afrika als rote Teufel wegen ihrer meist roten Trikots bekannt.

Heute tritt das von Nike gesponsorte Team in ihren Heimspielen ganz in grün auf. Über das neue Trikot ist bislang wenig bekannt doch bleibt zu hoffen, dass Nike sich am Design des 2015er Trikots der Super Eagles orientiert. Bei diesem ganz in Grün gehaltenen Trikot gab es auf der Wappenseite der Brust einen weißen streifen und am Ärmel der anderen Seite einen einem Kapitänsarmband ähnelnden weißen Streifen. das Trikot bestach durch seine schlichte Eleganz und seine klare Linienführung und war für uns eines der schönsten Trikots aus Afrika in den vergangenen Jahren. Nike wird das Trikot Nigerias vermutlich im Frühjahr 2018, wie auch alle anderen Nationalmannschaftstrikots des Ausrüstergiganten aus Amerika, vorstellen.

Das Auswärtstrikot Nigerias war in den letzten Jahren immer äußerst schlicht gehalten. Zuletzt traten die Super Eagles ganz in weiß auf. Das trikot hatte dabei nur kleine grüne Applikationen in Form des Nike Logos, eines Streifens an der Seite und des Kragens. Auf der brust sorgte das rote Logo des NFF für etwas farbliche Abwechslung. Über das neue 2018er Auswärtstrikot ist bislang ebensowenig bekannt wie über das Heimtrikot. Nike wird auch dieses wohl erst im nächsten Jahr offiziell vorstellen.

Wie ist die WM Bilanz Nigerias?

Nigeria hat sich mit der WM 2018 in Russland für die 6. Endrunde einer FIFA Weltmeisterschaft qualifiziert und ist damit eine der erfolgreichsten afrikanischen Mannschaften in der Geschichte der WM. Dabei ist Nigeria vor allem seit den 1990er Jahren ein erfolgreiches Team bei der WM. Trotz ihrer guten kontinentalen Leistungen zwischen den 1960ern und 1980ern konnte man sich in diesem Zeitraum nie für die Endrunde einer WM qualifizieren. Seit 1994 hat man jedoch bis auf eine Ausnahme (WM 2006 in Deutschland) für jede WM Endrunde qualifiziert. Bei den Turnieren selbst konnte Nigeria bislang 3 Mal in die K.O.-Phase vorstoßen (1994, 1998 und 2014) wo man jedoch stets bereits im Achtelfinale ausschied.

JahrGastgeberErgebnis
1994USAAchtelfinale
1998FrankreichAchtelfinale
2002Japan & SüdkoreaVorrundenaus
2010SüdafrikaVorrundenaus
2014BrasilienAchtelfinale
2018Russland??

 

Wie hat sich Nigeria für die WM 2018 qualifiziert?

Nigeria stieg als eine der Topmannschaften aus Afrika erst in der zweiten Runde der CAF-Qualifikation ein und gewann dort mit 2:0 gegen Swasiland um sich einen Platz in der 3. Phase der Qualifikation zu sichern. Dort wurden sie in Gruppe B der CAF-Qualifikation mit den Mannschaften aus Sambia, Kamerun und Algerien gelost. In ihrer Gruppe konnten sie sich nach 5 von 6 Spielen bereits als Gruppenerster qualifizieren. Entscheident hierfür waren vor allem ihre frühen Siege gegen Algerien (3:1) und Kamerun (4:0) an den ersten Spieltagen in der Gruppe.

RangMannschaftSpieleGUVDifferenzPunkte
1.Nigeria 5410+813
2.Sambia 5212+17
3.Kamerun 5131-26
4.Algerien 5014-71
DatumUhrzeitMannschaft 1ErgebnisMannschaft 2
09.10.201614:30Sambia 1:2 (0:2)Nigeria
12.11.201617:00Nigeria 3:1 (2:0)Algerien
01.09.201718:00Nigeria 4:0 (2:0)Kamerun
04.09.201719:00Kamerun 1:1 (0:1)Nigeria
07.10.201718:00Nigeria 1:0 (0:0)Sambia
06.11.2017--:--Algerien -:-Nigeria

Wer sind Nigerias wertvollste Spieler?

Nigeria ist mittlerweile ein Land der Fussballlegionäre. Fast der gesamte Kader der Nigerianer verdient mittlerweile sein Geld im Ausland, viele davon in den Topligen Europas. Dazu gehören vor allem der wertvollste Nigerianer Victor Moses (26, FC Chelsea) mit einem Marktwert von rund 18 Millionen Euro und das Trio Ahmed Musa (25), Kelechi Iheanacho (21) und Wilfred Ndidi (20) von Leicester City. Alle drei haben einen geschätzten Marktwert von ungefähr 15 Millionen Euro. Unter den Super Eagles ist dabei auch noch ein Bundesligalegionär. Der 29-jährige Leon Balogun von 1. FSV Mainz 05 kommt dabei aber nur auf einen recht mageren Marktwert von 2 Millionen Euro. Das gesamte Team wird aktuell mit einem Marktwert von circa 120 Millionen Euro beziffert, was sie ungefähr im Mittelfeld der WM Teilnehmer ansiedeln dürfte.

Wie sehen Nigerias WM Chancen aus?

Nigeria geht als bislang überzeugendstes und auch WM erfahrenstes Team aus Afrika ins Rennen. Den Nigerianern droht jedoch wegen ihres mäßigen Rangs in der Weltrangliste (Platz 41) eine sehr schwere Gruppe. Kann man die absoluten Favoriten aus Südamerika und Europa jedoch größtenteils vermeiden könnte für die Super Eagles sogar ein Gruppensieg möglich sein. In einigen ihrer Spiele auf internationaler Ebene hatten sie bereits gezeigt, dass afrikanischer Fussball nicht mehr nur von körperlicher Präsenz und Schnelligkeit sondern auch von taktischer Disziplin und Teamplay bestimmt sein kann. Ein weiterer Einzug in ein Achtelfinale wäre definitv ein Achtungserfolg und ein weiterer kleiner Schub für den Fussball in Afrika, wird jedoch angesichts des starken Teilnehmerfeldes keine leichte Aufgabe werden. Prognose: Vorrundenaus!

Wer ist der Trainer von Nigeria?

Nigeria wird seit 2016 vom deutschen Trainer Gernot Rohr trainiert. Rohr, der in Deutschland größtenteils unbekannt ist, gilt als erfahrener Trainer und kann auf sowohl eine lange Spieler-, wie auch Trainerkarriere zurückblicken. Da Rohr den größten Teil seines Lebens außerhalb von Deutschland verbracht hat ist er jedoch hierzulande ein fast unbeschriebenes Blatt. Rohr spielte nur zwischen 1972 und 1977 in Deutschland. In dieser Zeit war er bei Bayern München (6 Spiele), Waldhof Mannheim (21) und den Kickers Offenbach (51) unter Vertrag. Den großteil seiner Karriere, von 1978-1989, verbrachte er bei Girordins Bordeaux. Danach startete er direkt bei Bordeaux als Jugend- und zeitweise als Interimstrainer. Seit 2010 ist Rohr Trainer verschiedener afrikanischer Nationalmannschaften gewesen. Mit dem Team aus Nigeria schaffte er eine souveräne WM-Qualifikation und reist nun gemeinsam mit dem Team 2018 nach Russland.