Polen WM Trikots

Polen wird auch bei der WM 2018 in Russland versuchen, endlich den Sprung aus dem unteren Mittelfeld des Weltfussballs zu schaffen. In der Weltrangliste haben sie es bereits in die Spitzengruppe geschafft, aktuell sind sie auf einem beachtlichen 6. Platz (Stand Juli 2017). Nun muss das Team um Bayern-Stürmer Robert Lewandowski beweisen, dass es auch bei großen Turnieren in der Lage ist gegen die Top-Nationen im Weltfussball zu bestehen. Der erste Schritt sollte hierbei die Qualifikation für die  WM 2018 in Russland sein. Aktuell steht Polen dabei in ihrer Qualifikationsgruppe E mit 19 Punkten an Platz 1, die Chancen auf eine Qualifikation sind sehr hoch.

 

Die Flagge Polens mit dem offiziellen Staatswappen. Sie soll auch 2018 bei der WM in Russland wieder wehen. Photo: Shutterstock.
Die Flagge Polens mit dem offiziellen Staatswappen. Sie soll auch 2018 bei der WM in Russland wieder wehen. Photo: Shutterstock.

Der polnische Fußball

Der Fußball ist manches Mal extrem verwunderlich. Obgleich es die klassischen kleinen Teams so gut wie nicht mehr gibt, schaffen es manche Mannschaften trotz vorhandener Stars nicht zu großen Turnieren oder gar Titeln. Es gibt jedoch auch Mannschaften, die sich in den letzten Jahren vom vermeintlichen Außenseiter zum Favoritenschreck gemausert haben und gegen die jedes vermeintlich größere Team nur sehr ungern spielt. Die polnische Nationalmannschaft verkörpert wie kaum ein anderes Team den klassischen Favoritenschreck, da sie unbequem zu spielen sind und bis zur letzten Minute kämpfen. Sieht der Gegner ein weißes Trikot mit roten Streifen von Nike mit dem rot-weißen Adlerwappen, so muss er sich auf 90 Minuten harte Arbeit einstellen. Polen gilt als eines der wenigen Teams aus dem Osten Europas, dass die Qualität hat sich auch gegen die großen Mittel- und Südeuropäer wie Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien durchzusetzen.

Polens Startelf beim WM-Qualifikationsspiel gegen Montenegro am 28.03.2017. / AFP PHOTO / SAVO PRELEVIC
Polens Startelf beim WM-Qualifikationsspiel gegen Montenegro am 28.03.2017. / AFP PHOTO / SAVO PRELEVIC

Der große Erfolg blieb Bislang aus

Seit seiner Gründung im Jahr 1919 war der polnische Fußball stets etwas ganz Besonderes in Europa. Obgleich der Verband nun wirklich nicht mit großen Erfolgen auf sich aufmerksam machen konnte so waren es vor allen Dingen die polnischen Einzelspieler, die in Europa von sich reden machten. So gelang bis zur WM 1974 in Deutschland nur eine einzige WM-Qualifikation und das, obwohl der polnische Nationalspieler Ernst Willimowski bei der WM 1938 mit vier Treffern gegen Brasilien bei der 5:6 Niederlage die ganze Fußballwelt aufhorchen ließ. Vor der WM 1974 schlugen die Polen sogar England und bei der WM 1974 haben sie den großen Gegner Deutschland in der legendären Frankfurter Wasserschlacht mit einem überragenden Torhüter Jan Tomaszewski das Leben schwer gemacht. Sie scheiterten dennoch am Ende knapp mit 0:1. Trotzdem wurde das Team überraschend Dritter bei der WM 1974. Bei der WM 1982 in Spanien konnte das Team diesen Erfolg sogar wiederholen. Bei der WM 2006 in Deutschland scheiterte das Team in den weißen Nike-Trikots mit dem roten Seitenstreifen bereits in der Vorrunde und dies war zugleich die bislang letzte WM-Teilnahme der Mannschaft. Angesichts von Superstars wie Robert Lewandowski im Sturm, der die Bundesliga mit dem FC Bayern München in Angst und Schrecken versetzt, sowie Jakub Blaszczykowski und Lukas Piszek verwundert es schon, dass sich die polnische Nationalmannschaft für die WM 2014 in Brasilien nicht qualifizieren konnte.

Daten und Rekorde Polens
WM Teilnahmen7/ 18
WM Titel0
EM Titel0
RekordspielerMichael Zwelakow 102 Spiele
RekordschützeWlodzimierz Lubanski 48 Tore
Bekannte SpielerRobert Lewandowski, Henryk Reyman, Wlodzimierz Smolarek, Jakub Blaszcykowski, Wlodimierz Lubanski

Für die WM 2018 in Russland hat sich die polnische Nationalmannschaft sehr viel vorgenommen. Dass sich die Mannschaft im weißen Nike-Trikot vor großen Namen nicht verstecken muss hat sie bislang oft genug in ihrer Vergangenheit bewiesen. Die jetzige Spielergeneration verspricht überdies hinaus eine der Besten in der Geschichte der Mannschaft zu sein und der aktuelle Stand der Qualifikation lässt hoffen, dass man Polen bei der WM in Russland im nächsten Jahr einiges an Unruhe stiften sehen wird.

Lukasz Piszczek (C) aus Polen im Zweikampf mit gleich zwei Spielern Rumäniens beim Duell beider Mannschaften im Rahmen der WM-Qualifikation 2018. / AFP PHOTO / ANDREI PUNGOVSCHI
Lukasz Piszczek (C) aus Polen im Zweikampf mit gleich zwei Spielern Rumäniens beim Duell beider Mannschaften im Rahmen der WM-Qualifikation 2018. / AFP PHOTO / ANDREI PUNGOVSCHI

Die WM Bilanz von Polen

Dafür dass Fussball der populärste Sport in Polen ist und man seit Jahrzehnten immer wieder talentierte, manchmal sogar weltklasse Spieler hervorbringt liest sich die WM-Bilanz durchaus ernüchternd. Von den Bislang 21 Qualifikationen nahm man an 18 teil, konnte sich jedoch nur für 7 Endrundenturniere qualifizieren. Die Weltmeisterschaft 2018 in Russland könnte die lang ersehnte 8. Qualifikation werden, da man die Gruppe E nach etwas mehr als der Hälfte der Quali-Spiele souverän mit 6 Punkten Vorsprung anführt. Nach der goldenen Generation der 70er und 80er Jahre, als man sich von 74-86 für fünf Weltmeisterschaften in Folge qualifizierte und sogar zwei mal WM-Dritter wurde könnte 2018 das Jahr für die polnische Nationalmannschaft werden.

JahrGastgeberErgebnis
1938FrankreichAchtelfinale
1974DeutschlandDritter
1978ArgentinienZwischenrunde
1982SpanienDritter
1986MexikoAchtelfinale
2002Japan & SüdkoreaVorrundenaus
2006DeutschlandVorrundenaus
2018Russland???

Wie kann sich Polen für die WM 2018 qualifizieren?

Polen spielt in der WM-Qualifikation in Europa in Gruppe E. Hier treten sie gegen Montenegro, Dänemark, Rumänien, Armenien und Kasachstan an. Bislang steht Polen mit 16 Punkten aus 6 Spielen souverän an Platz eins der Gruppe und dürfte sich wohl ohne größere Schwierigkeiten innerhalb der nächsten Spieltage (01.September und 04.September) für die WM qualifizieren. Man konnte zwar nicht in allen Spielen überzeugen, vor allem das schwache Auftreten am 1. Spieltag gegen den krassen Außenseiter Kasachstan (2:2) fällt hier auf, ist jedoch ohne Zweifel aktuell das beste Team in der Gruppe, nicht nur aufgrund der Tabellensituation, nein auch von der spielerischen Anlage her.

Nr.MannschaftSpGUVTorePunkte
1.Polen 10811+1425
2.Dänemark 10622+1220
3.Montenegro 10514+816
4.Rumänien 10343+213
5.Armenien 10217-167
6.Kasachstan 10037-203
DatumZeitMannschaft 1.ErgebnisMannschaft 2.
04.09.201618:00Kasachstan 2:2(0:2)Polen
08.10.201620:45Polen 3:2 (2:0)Dänemark
11.10.201620:45Polen 2:1 (0:0)Armenien
11.11.201620:45Rumänien 0:3 (0:1)Polen
26.03.201720:45Montenegro 1:2 (0:1)Polen
10.06.201720:45Polen 3:1Rumänien
01.09.201720:45Dänemark 4:0 (2:0)Polen
04.09.201720:45Polen 3:0 (1:0)Kasachstan
05.10.201718:00Armenien 1:6 (1:3)Polen
08.10.201718:00Polen 4:2 (2:0)Montenegro
Polens Kapitän und SUperstar Robert Lewandowski bei der EM 2016. Auf ihm ruhen auch 2018 wieder die Hoffnungen der polnischen Fans. Photo: Shutterstock.
Polens Kapitän und Superstar Robert Lewandowski bei der EM 2016. Auf ihm ruhen auch 2018 wieder die Hoffnungen der polnischen Fans. Photo: Shutterstock.

Wer sind Polens wertvollste Spieler?

Bei Polen sticht ein Name und Marktwert im Vergleich zu allen anderen Spielern deutlich hervor: Robert Lewandowski. Er gilt als wohl bester Stürmer des Planeten und trifft für den FC Bayern München fast nach belieben. Als er bei Borussia Dortmund zum Weltstar wurde und seinen Vertrag nicht verlängerte rissen sich förmlich alle großen Vereine der Welt um den Star der polnischen Nationalmannschaft. Der Marktwert des 28-jährigen wird von Experten auf rund 80 Millionen Euro beziffert, eine Summe für die ihn der FC Bayern jedoch wohl kaum gehen lassen würde.

Nach Lewandowski klafft was den Marktwert der Spieler in Polens Nationalmannschaft angeht ein großes Loch. Krychowiak von Paris-Saint-Germain (25 Millionen Euro) und die beiden Stars vom SSC Neapel Ziellinski (20 Millionen Euro) und Milik (19 Millionen Euro) sind zusammen nicht einmal so viel wert wie ihr Kapitän. Gerade Milik und Ziellinski gelten jedoch als die Zukunft von Trainer Adam Nawalkas Elf. Beide sind mit erst 23 Jahren bereits etablierte Stammspieler und haben sicherlich eine große Zukunft vor sich.

Wie sehen die WM-Chancen von Polen aus?

Auch wenn Polen bislang in der Qualifikation recht souverän erscheint und mit Lewandowski einen echten Weltstar in ihren Reihen hat, so sind die Chancen der polnischen Nationalmannschaft bei der WM wohl eher gering. Sie werden sicherlich mit dem Ziel ins Turnier gehen in die K.O.-Phase vorzudringen, doch den Titel zu gewinnen kann wohl nicht die ernsthafte Vorgabe der Polen sein. Zu stark ist die Konkurrenz aus den großen Fussballnationen wie Brasilien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. Viele der großen Teams haben es in den letzten Jahren erfolgreich geschafft einen Generationenwechsel zu vollziehen und reisen mit jungen, titelhungrigen, hochtalentierten Mannschaften an. Der Kader Polens hat einfach nicht die nötige Tiefe um mit diesen Ländern mitzuhalten. Tendenz: Viertelfinale.

Das Heimtrikot von Polen zur EM-2016 von Ausrüster Nike. Fast ganz in weiß mit einigen kleinen roten Applikationen trat man auf.
Das Heimtrikot von Polen zur EM-2016 von Ausrüster Nike. Fast ganz in weiß mit einigen kleinen roten Applikationen trat man auf.
Das Nike Auswärtstrikot der Polnischen Nationalmannschaft für die EM 2016 in Frankreich ganz in rot.
Das Nike Auswärtstrikot der polnischen Nationalmannschaft für die EM 2016 Endrunde in Frankreich ganz in rot mit Nationalwappen.

Wie sieht das WM Trikot von Polen aus?

Polen spielt klassisch in weißen Heimtrikots mit roten Streifen oder Applikationen. Das Nike Trikot zur WM 2018 wird wohl auch wieder mit diesem, von der Flagge des Landes inspierierten Muster spielen. Auffällig auf der Brust des Trikots ist das polnische Wappen, ein weißer Adler in einem roten Schild. Anders als bei vielen Mannschaften handelt es sich hierbei nicht um das Symbol des polnischen Fussballverbandes sondern um das Hoheitswappen des Staates Polen und das frühere Wappen des polnischen Königshauses. Die Nike Auswärtstrikots von Polen sind eine farbliche Inversion der Heimtrikots. Statt in weißen Trikots mit roten Hosen tritt man im Auswärtsdress mit roten Trikots und weißen Hosen auf. Ausrüster Nike wird vorraussichtlich gegen Ende 2017 oder Anfang 2018 das neue WM-Trikot von Polen offiziell vorstellen.

Polens Trainer Adam Nawalka auf der Pressekonferenz vor dem Freundschaftsspiel Polen-Deutschland 2014. AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ
Polens Trainer Adam Nawalka auf der Pressekonferenz vor dem Freundschaftsspiel Polen-Deutschland 2014. AFP PHOTO / PATRIK STOLLARZ

Wer ist der Trainer von Polen?

Die Polen werden von Adam Nawalka trainiert. Der ehemalige Profi von Wisla Krakau und Nationalspieler in ebendieser polnischen Nationalmannschaft wirkt recht ruhig und kalkulierend. Seit 2013 ist er bereits Trainer der Nationalmannschaft und schaffte mit ihr 2016 erstmals seit der WM 1986 den Einzug in die K.O.-Phase eines großen Turniers. Nach dem Sieg über die Schweiz feierte er mit den Polen ebenso die erste Viertelfinalteilnahme bei einer EM. Nawalka ist aufgrund der bislang guten Qualifikation und der zufriedenstellenden EM 2016 in Polen weitestgehend unumstritten. Schafft er auch bei der WM 2018 in Russland den Einzug in die K.O.-Phase dürften die Fans mit seiner Leistung im Aufrtag der Nationalmannschaft sehr zufrieden sein.