Portugal WM Trikots

Nach einer hochspannenden WM-Qualifikation in Europas Gruppe B hat es der amtierende Europameister aus Portugal am letzten Spieltag noch geschafft, sich direkt für die WM in Russland zu qualifizieren. Das Turnier im nächsten Jahr wird wohl das letzte Mal sein, dass die goldene Generation Portugals inklusive ihres Superstars Cristiano Ronaldo nochmal gemeinsam auf dem Platz stehen wird. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der stolzen Fussballnation von der iberischen Halbinsel.

Portugals Fahne über einem Monument in Lissabon. Photo: Shutterstock.

Die geschichte der portugiesischen Nationalmannschaft

Die Anfänge

Der portugiesische Verband wurde 1914 gegründet um den Fussball auf nationaler Ebene weiterzuentwickeln. Bisher hatte es kein Nationalteam und auch keine landesweiten Turniere in Portugal gegeben. Nach dem ersten Weltkrieg kam es dann auch zu den ersten Länderspielen mit einer frisch gegründeten Nationalmannschaft. Das erste Länderspiel fand dann auch wenig überraschend gegen den Nachbarn und ewigen Rivalen aus Spanien statt. Die portugiesische Nationalmannschaft musste sich bei ihrem Inaugurationsspiel mit 3:1 geschlagen geben, der Anfang in der Geschichte einer großen Nationalmannschaft war jedoch gemacht. In den Folgenden Jahren scheitere Portugal gleich mehrmals in der WM-Qualifikation an den Nachbarn und konnte somit tortz einer langen Fussballtradition erst weit nach dem zweiten Weltkrieg an ihrer ersten WM Endrunde Teilnehmen.

Daten und Rekorde
WM-Teilnahmen7/21
WM-Titel0
EM-Titel1
RekordspielerCrisitano Ronaldo (147)
Rekordschütze Cristiano Ronaldo (79)
Bekannte SpielerEusebio, Figo, Simao, Moutinho, Deco, Costa

Die erste goldene Generation

Als es Portugal 1966 endlich schaffte, an einer WM-Endrunde teilzunehmen geschah dies nich zuletzt dank eines ihrer bekanntesten und wohl besten Spieler aller Zeiten. Der Name Eusebio ist bis heute jedem Kind in Portugal ein begriff und mit seinen 9 Toren bei der Endrunde in England schoss er Portugal bei ihrem ersten großen internationalen Turnier direkt bis auf Platz 3. Eusebio sollte der bekannteste Sohn des portugiesischen Fussballs und sein Rekordtorschütze (41 Treffer) bleiben bis ein junger Spieler Namens Cristiano Ronaldo die Weltbühne betrat. Nachdem Eusebio seine Nationalmannschaftskarriere  1973 beendete sollte es für Portugal zu einer erneuten und extrem langen Durstrecke was WM-Teilnahmen angeht kommen. 20 Jahre lang dauerte es bis man sich wieder im erlauchten Kreis der Endrundenteilnehmer wiederfinden sollte.

Portugal nach dem größten Triumph in der Landesgeschichte, dem EM Titel 2016 in Frankreich. Photo: AFP.

Die zweite goldene Generation und CR7

Nachdem sowohl die 80er als auch 90er eher maue Jahrzehnte für den portugiesischen Fussball waren, kam in den späten 90ern und 2000ern eine neue goldene Generation aus den Jugendabteilungen. Spieler wie Luis Figo, Deco, Pauleta, Joao Pinto und Nuno Gomes belebten die Nationalmannschaft wieder und verhalfen ihr bei der EM 2000 zum Halbfinaleinzug, 2004 im eigenen Land gar zum Finaleinzug und bei der WM 2006 in Deutschland zu Platz 3. Bei der EM 2004 wurde die Welt dabei vor allem auf einen jungen Flügelflitzer der Portugiesen aufmerksam. Der junge Spieler, welcher bei Manchester United unter Trainerlegende Sir Alex Fergusen zu einem Stammspieler herangereift war sollte in den nächsten Jahren zum besten Fussballer der Welt werden. Sein Name: Cristiano Ronaldo. Nicht zuletzt dank seines Könnens und Talents gelang es Portugal in der folgenden Dekade sich endlich in der Weltspitze festzusetzen. Seit CR7 qualifizierte man sich für jede WM- und EM-Endrunde und krönte sich schließlich 2016, nach vielen vergeblichen Versuchen, mit dem ersten EM Titel. Die Frage die sich nun vielen experten stellt, ist wie es mit der Mannschaft nach CR7 weitergehen soll. Ein auch nur annährend guter Nachfolger ist bislang nicht in Erscheinung getreten und die WM 2018 dürfte das letzte große Turnier von Ronaldo im Dress der Portugiesen sein.

Portugals voraussichtlicher WM Kader

Tor: Patricio, Lopes, Beto

Abwehr: Alves, Pepe, Semedo, Fonte, Soares, Neto, Eliseu, Coentrao, Guerrero

Mittelfeld: Silva, Moutinho, Pereira, Carvalho, Sanches, Gomes

Angriff: Ronaldo, Eder, Quaresma, B. Silva, Nani, Oliveira

Portugals Auswärtstrikot für die EM 2016, ganz in weiß mit kleinen blauen Applikationen. AFP PHOTO / ALEXANDER NEMENOV / AFP / ALEXANDER NEMENOV

Wie sieht Portugals WM Trikot aus?

Portugal wird von ihrem Ausstatter Nike klassisch mit roten Heimtrikots ausgestattet. Nachdem die 2016er EM-Trikots von Nike alle relativ ähnlich nach einem Template-Design aussahen gibt es laut ersten Leaks für die WM 2018 wieder stärker auf die individuellen Nationen abgestimmte Trikots. Bei Portugal heißt das, wohl auf der Brust des roten Nike Trikots ein mehrfarbiges Kreuz zu sehen sein wird. Dieses Kreuz besteht aus mehreren dünnen Linien in den klassischen Farben der Flagge und des Verbandes,dunkelrot, hellrot, türkis und dunkelgrün. Ob das Design nur auf der Brust als eine Art Brustring oder über die ganze Front des Trikots gezogen sein wird ist bislang noch nicht bekannt. Neben dem Trikot sollen wohl auch die Hosen im gleichen Rotton gehalten sein und nur die Stutzen sollen dieses mal in einem dunklen Grün gefärbt sein. Das Ausstatterlogo von Nike und das Wappen des portugiesischen Verbandes sollen in Gold auf dem Trikot erstrahlen.

Für das Auswärtstrikot hat sich Nike dieses Mal wieder etwas extravaganteres für den amtierenden Europameister ausgedacht. Portugal wird bei der WM 2018 laut anonymer quellen mit einem ganz weißen Design auftreten. Das weiße Trikot wird dabei von kleinen türkisen Sternen durchbrochen, die eine Hommage an die Farben des Verbandes und das Wappen auf der portugiesischen Flagge sein sein sollen. Vom Verbandswappen ausgehend sollen die Sterne immer kleiner werden und schließlich verblassen. Sowohl die Hosen als auch die Stutzen des Trikots sollen weiß sein. Das Nike Logo, Verbandswappen und die Rückennummern sollen in rot gehalten sein. Ein offizielles Release beider Trikots von Nike darf wohl erst im März 2018 erwartet werden.

 

Die WM Bilanz von Portugal

Portugal konnte sich überraschenderweise bislang nur für 7 der 21 Weltmeisterschaften qualifizieren. Vor allem die langen Durststrecken nach der WM 1966 bis zur WM 1986 und danach wieder bis zur WM 2002 sind überraschend. Von einer so fussballverrückten Nation wie Portugal hätte man sich da sicherlich mehr erwartet. Vielleicht spricht diese Statistik aber auch für die Schwere der UEFA Qualifikation. Wenn sich Portugal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert geht es allerdings meist recht weit für das Team. Bislang konnte man zwei mal bis ins Halbfinale vordringen und ein mal bis ins Achtelfinale. Auch bei der WM 2018 in Russland darf man davon ausgehen, dass Portugal wieder die Gruppenphase überstehen wird. Bei der WM 2014 war man knapp in einer Gruppe mit Weltmeister Deutschland, den USA und Ghana gescheitert, eine der wohl schwerten Gruppen der WM.

portugal2

JahrGastgeberErgebnis
1966EnglandDritter
1986MexikoVorrundenaus
2002Japan & SüdkoreaVorrundenaus
2006DeutschlandVierter
2010SüdafrikaAchtelfinale
2014BrasilienVorrundenaus
2018Russland??

Wie hat sich Portugal für die WM 2018 qualifiziert?

Portugal startete in Gruppe B der WM-Qualifikation mit den Teams aus der Schweiz, Ungarn, Andorra, Lettland und den Färöer Inseln. In dieser Gruppe gab es von Anfang an zwei klare Favoriten, die Europameister aus Portugal und die Eidgenossen aus der Schweiz. Die Gruppe entwickelte sich erwartungsgemäß schnell zu einem Zweikampf zwischen diesen beiden Teams und bereits drei Spieltage vor Schluss hatte kein anderes Team auch nur rechnerisch eine Chance auf die ersten beiden Plätze zu gelangen. Portugal lief jedoch in der Gruppe vom ersten bis zum letzten Spieltag den Schweizern hinterher. Nachdem die Schweiz Portugal am ersten Spieltag in Basel mit 2:0 geschlagen hatte und fortan jedes ihrer weiteren Spiele gewann war Portugal bis zum Showdown am letzten Spieltag in Lissabon stets nur auf Platz 2. Im Rückspiel konnte Portugal jedoch ihrerseites die Schweizer mit 2:0 schlagen und konnten somit dank ihres besseren Torverhältnisses den ersten Platz und somit die direkte Qualifikation für die WM in Gruppe B für sich beanspruchen. Dabei konnte Portugal die beste WM-Qualifikation in ihrer Geschichte spielen. Nach 10 Spielen standen 9 Siege eine Niederlage, 27 Punkte und 32:4 Tore zu Buche.

Nr.MannschaftSpGUVTorePunkte
1.Portugal 10901+2827
2.Schweiz 10901+1627
3.Ungarn 10415013
4.Färöer Inseln 10235-129
5.Lettland 10217-117
6.Andorra 10118-214
DatumZeitMannschft 1.ErgebnisMannschft 2.
06.09.201620:45Schweiz 2:0 (2:0)Portugal
07.10.201620:45Portugal 6:0 (3:0)Andorra
10.10.201620:45Färöer 0:6 (0:3)Portugal
13.11.201620:45Portugal 4:1 (1:0)Lettland
25.03.201720:45Portugal 3:0 (2:0)Ungarn
09.06.201720:45Lettland 0:3Portugal
31.08.201720:45Portugal 5:1 (2:1)Färöer
03.09.201720:45Ungarn 0:1 (0:0)Portugal
07.10.201720:45Andorra 5:2 (3:0)Portugal
10.10.201720:45Portugal 2:0 (1:0)Schweiz
CR7 ist der absolute Superstar und mit Abstand wertvollste Spieler in der portugiesischen Nationalmannschaft. Photo: AFP.

Wer sind Portugals wertvollste Spieler?

Bei der Nationalmannschaft von Portugal kommt einem heute vor allem ein Name sofort in den Sinn: Cristiano Ronaldo. Der fünfmalige Weltfussballer und superstar von Real Madrid ist nicht nur der Kapitän der Mannschaft sondern auch ihr Rekordspieler und Rekordtorschütze. Der mittlerweile 32-jährige Ronaldo ist trotz seines Alters mit einem Marktwert von 100 Millionen Euro immernoch einer der wertvollsten Spieler der Welt. Nach ihm klafft ein deutliches Loch in der Tabelle der wertvollsten Spieler, denn der Zweitplatzierte Bernardo Silva (23, Manchester City) wird „nur“ mit einem Marktwert von 40 Millionen Euro bewertet. Hinter ihm folgen Joao Mario (24, Inter Mailand) mit 30 Millionen Euro und William Carvalho (25, Sporting) sowie André Silva (24, AC Milan) mit je 25 Millionen Euro.

Wie stehen Portugals Chancen bei der WM 2018?

Portugal geht als amtierender Europameister eigentlich als einer der Mitfavoriten in das Turnier in Russland. Ein Problem könnte jedoch sein, dass man sich im Moment in einer Übergangsphase zwischen zwei Spielergenerationen befindet. Vor allem die großen Namen und Leistungsträger in der Defensive Portugals sind mittlerweile alle in die Jahre gekommen. Bruno Alves (35), Beto (35), Eliseu (34), Pepe (34) und Jose Fonte (33) sind alle mittlerweile weit jenseits der 30 und werden sicherlich bei der WM in Russland ihr letztes Turnier spielen, sofern sie überhaupt fit genug sind es in den endgültigen Kader im nächsten Jahr zu schaffen. Auch wichtige Mittelfeld- und Anrgiffsspieler wie Ricardo Quaresma (34) und Cristiano Ronaldo (32) dürften ihr letztes Turnier in Russland spielen und es bleibt abzuwarten, ob Portugal nochmals eine Kraftleistung wie den EM Titel erreichen können wird. Prognose: Achtelfinale!

Portugal’s Cheftrainer Fernando Santos am 28.März 2016 bei der Pressekonferenz vpr dem Länderspiel gegen Belgien. / AFP PHOTO / PATRICIA DE MELO MOREIRA

Wer ist der Trainer von Portugal?

Portugal hat bereits seit fast 4 Jahren den gleichen Trainer – sein Name: Fernando Santos. Santos, der früher selbst in Portugal Profifussballer war (Verteidiger), coachte unter anderem Griechenland bei einer WM und EM und Benfica Lissabon. Der spätestens seit dem EM Titel 2016 völlig unumstrittene Santos konnte mit seinem Team eine erfolgreiche Qualifikation für die WM 2018 spielen und hat es auch geschafft langsam aber sicher neue junge Spieler in das Team zu integrieren. Portugal spielt unter ihm einen relativ konservativen, fast schon langweiligen diszipliniert defensiven Stil. Durch diese Taktiken konnte er jedoch äußerst erfolgreich durch seine bisherigen Spiele als Cheftrainer gelangen. In 44 Spielen erreichte er 30 Siege, 6 Unentschieden und 8 Niederlagen was einer Siegquote von rund 68% entspricht. Santos