Russland WM Trikots

Russland ist als Gastgeber der WM 2018 bereits qualifiziert und wird als Gruppenkopf der WM Gruppe A in die Endrundenauslosung im Dezember gehen. Das Team geht dabei, ganz im Gegensatz zum letzten Ausrichter Brasilien, als krasser Außenseiter in das Turnier. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist das russische Team ein Schatten seiner selbst und eher ein Zwerg im großen Geschäft des Weltfussballs. Wir werfen einen Blick auf alle wichtigen Fakten und die Geschichte des Teams aus dem Osten Europas.

Das neue Russland WM Trikot 2018 von adidas (Foto adidas Presse)
Das neue Russland WM Trikot 2018 von adidas (Foto adidas Presse)

Die Geschichte der russischen Nationalmannschaft

Die Anfänge des russischen Fussballs

In der Anfangszeit des russischen Fussballs bestimmte vor allem die Stadt St. Petersburg die Geschehnisse. Hier wurden um die Jahrhundertwende die ersten Vereine und die erste Liga Russlands gegründet. Bereits im Jahre 1912 gründete man einen Landesverband, welcher noch im selben Jahr der FIFA beitrat. Die Unruhen im Land, der erste Weltkrieg und die Oktoberrevolution von 1917 verhinderten jedoch eine weitere Entwicklung des Fussballsports in den kommenden Jahren. Nach der Machtübernahme der Sowjets konnte man während der Zwischenkriegszeit jedoch nicht der FIFA beitreten, welche auch allen ihren Mitgliedern offizielle Spiele gegen die Sowjets verbot. Einzig die Türkei widersetzte sich 1924 diesem Verbot der FIFA und reiste nach Moskau um gegen die UdSSR zu spielen.

Daten und Fakten
WM-Teilnahmen11/21
WM-Titel0
EM-Titel 1
RekordspielerIgor Ignaschewitch (120)
RekordschützeOleg Blochin (42)
Bekannte SpielerLev Yashin, Andrei Arschawin, Albert Shesternev

 

Moskaus Luzhniki Stadion ist das Ziel aller Teams bei der WM 2018, denn hier wird das Endspiel des Turniers ausgetragen. Photo: AFP.

Die UdSSR und die legendäre Sbornaja

Das Nationalteam der UdSSR, im Volksmund auch oft „Sbornaja“ gennant erlebte vor allem von den späten 50ern bis in die 70er Jahre eine Periode großer sportlicher Erfolge. 1958 scheiterte man erst im Viertelfinale der Weltmeisterschaft an der Heimmannschaft aus Schweden, ebenso 4 Jahre Später in Chile als man wieder gegen den Gastgeber ausschied. Bei der WM 1966 in England konnte man sogar bis auf Platz 4 aufrücken und auch bei der WM 1970 in Mexiko gehörte man zu den besten 8 Teams der Welt. Währenddessen erreichte die Mannschaft bei den olympischen Spielen 1956 die Goldmedaille und errang bei den Spielen von 72′, ’76 und 80 die Bronzemedaille. Bei der ersten von der UEFA ausgetragenen Fussballeuropameisterschaft konnte man zudem den Titel gegen Jugoslawien im Finale erringen und erreichte 1964 und 1972 noch zwei weitere Male das Finale. Das Team der Sowjets galt in diesen Jahrzehnten als eine absolute Macht im Fussball und musste sich vor kaum einem Gegner der Welt verstecken. Dies lag natürlich auch daran, dass durch die schiere größe der Sowjetunion viele große und erfolgreiche Vereine verschiedenster Staaten und somit ihre Spieler teil des sowjetischen Hoheitsgebiets waren. Die Liste an Vereinen liest sich wie ein „who-is-who“ des osteuropäischen Fussballs: Dynamo Kiew, Dnipro Dnipropetrowsk, Schachtar Donezk, Dinamo Tiflis, Tschoronomrez Odessa, Dinamo Minsk, Zenit Lenningrad, ZSKA Moskau, Spartak Moskau, Lok Moskau. Aus den Reihen dieser Clubs gingen so legendäre Spieler wie Oleg Blochin, Albert Shesternyov und Lev Yashin hervor.

Zusammenbruch der UdSSR und Versinken im Mittelmaß

Seit dem Zusammenbruch der UdSSR hat es die russische Nationalmannschaft nur zu drei der insgesamt 8 seitem ausgetragenen Weltmeisterschaften geschafft und der Fussball in Russland droht mehr und mehr im Mittelmaß zu versinken. Ein Grund für diese Problematik ist sicherlich die russische Liga, die seit geraumer Zeit ihren eigenen Ansprüchen auf internationaler Ebene hinterher hinkt. Seit dem Sieg im UEFA Pokal von Zenit St. Petersburg im Jahre 2009 konnt kein russisches Team auch mehr nur ins Halbfinale eines UEFA Wettbewerbs einziehen. Gleichsam spielt keiner der aktuellen Nationalspieler außerhalb der russischen Liga in einer der europäischen Topligen und so ist est natürlich für die Mannschaft zunehmend schwer mit den anderen Top-Teams der UEFA schritt zu halten. Von der WM im eigenen Land verspricht man sich nun Besserung und einen erneuten Aufschwung des Fussballs in Russland, ob dies auch erreicht werden kann steht jedoch noch weit offen.

Der voraussichtliche WM Kader Russlands

Tor: Akinfejew, Gabulow, Guilherme

Abwehr: Dschikija, Kambolow, Kombarow, Schirkow, Smolnikow, Schischkin, Kudrjaschow, Wassin

Mittelfeld: Gluschakow, Gasinski, Golowin, Jerochin, Samedow, Mirantschuk, Kannunikow

Angriff: Bucharow, Polos, Smolow

Russlands Torhüter Igor Akinfejew beim Aufwärmen bei der WM 2014 in Brasilien. AFP PHOTO / KIRILL KUDRYAVTSEV / AFP / KIRILL KUDRYAVTSEV

Die Fussball WM Bilanz von Russland

Nimmt man die UdSSR und ihren Nachfolger, die russische Nationalmannschaft zusammen kommt man auf stolze 11 Teilnahmen bei der Weltmeisterschaft. Die größten Erfolge konnte jedoch das nicht mehr existierende Team der UdSSR verbuchen und die heutige russische Nationalmannschaft ist im Vergleich mit ihr sehr unerfolgreich. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnte man bei Weltmeisterschaften nur 9 Spiele bestreiten und verlor 5 davon. Zwei unentschieden und nur zwei Siege bei einem Torverhältnis von 13:13 Toren verdeutlicht den Qualitätsverlust und das Abrutschen der Mannschaft bis auf Platz 64 der FIFA-Weltrangliste.

JahrGastgeberErgebnis
1958SchwedenViertelfinale
1962ChileViertelfinale
1966EnglandVierter
1970MexikoViertelfinale
1982SpanienZwischenrunde
1986MexikoAchtelfinale
1990ItalienVorrundenaus
1994USAVorrundenaus
2002Japan & SüdkoreaVorrundenaus
2014BrasilienVorrundenaus
2018Russland?

Wie hat sich Russland für die WM qualifiziert?

Russland stand, nach der Entscheidung der FIFA das Turnier 2018 eben dort auszurichten bereits 2010 als erstes qualifiziertes Team für das Turnier fest. Dadurch musste Russland in den vergangenen Jahren keine Qualifikationsspiele in der UEFA Qualifikation abhalten. Das Team von Trainer Stanislaw Tschertschessow konnte bislang nur beim Confed-Cup 2017 wirkliche Wettkampferfahrung sammeln. Hier schied man jedoch nach Niederlagen gegen Portugal und Mexiko bereits nach der Vorrunde aus.

Russlands Spieler beim Testspiel gegen Spanien am 14.11.2017 in Sankt Petersburg: Torwart Andrey Lunev, Fedor Kudryashov, Viktor Vasin, Yury Zhirkov, Georgy Dzhikiya, Fedor Smolov, vorne von links: Daler Kuzyaev, Aleksey Miranchuk, Igor Smolnikov, Alan Dzagoev, Denis Glushakov  / AFP PHOTO / Olga MALTSEVA
Russlands Spieler beim Testspiel gegen Spanien am 14.11.2017 in Sankt Petersburg: Torwart Andrey Lunev, Fedor Kudryashov, Viktor Vasin, Yury Zhirkov, Georgy Dzhikiya, Fedor Smolov, vorne von links: Daler Kuzyaev, Aleksey Miranchuk, Igor Smolnikov, Alan Dzagoev, Denis Glushakov / AFP PHOTO / Olga MALTSEVA

Wie stehen Russlands Chancen bei der WM 2018?

Russland ist zwar Gastgeber der WM und hat somit sicherlich einen gewissen heimvorteil, ob dieser jedoch ausreichen wird um ihre taktischen, technischen und spielerischen Defizite gegenüber den wirklichen Topteams der Welt auszugleichen ist äußerst fraglich. Wie schon 2010 Südafrika, so ist 2018 Russland auch wieder ein Kandidat für das äußerst seltene Vorrundenausscheiden eines Gastgebers. Das Team um ihren weltbekannten Keeper Akinfejew hat einfach nicht die nötige Qualität, um mit Mannschaften wie Deutschland, Brasilien, Frankreich, Argentinien oder Spanien mitzuhalten. Prognose: Vorrundenaus!

Wie sieht das WM 2018 Trikot von Russland aus?

Russland wird, aller Wahrscheinlichkeit nach, wie bereits beim Confed-Cup Trikot 2017 auch für das neue WM Trikot von Ausstatter Adidas alles auf rot setzen. Die Farbe des Trikots und sein Design sollen dabei, darf man den Gerüchten glauben, an die Trikots der 60er und 70er Jahre der UdSSR erinnern. Man darf also wohl auf ein Trikot in ganz rot (inklusive Hosen und Stutzen) mit einigen wenigen weißen Akzenten hoffen. Auf der Brust wird neben dem Logo von Sportartikelhersteller Adidas auch das Wappen Russlands, nicht aber das Logo des Verbandes zu finden sein. Das Wappen zeigt einen goldenen Doppelkopfadler welcher drei Kronen trägt und in den Klauen mit Reichsapfel und Zepter ausgestattet ist. Im Zentrum des Adlers findet man ein Wappenschild mit rotem Grund auf dem ein weißer Reiter auf weißem Pferd mit einem Speer und blauen Mantel zu sehen ist. Es handelt sich dabei um den Schutzheiligen Georg, der gleichsam auch das moskauer Stadtwappen ziert.

Das Auswärtstrikot Russlands wird von Adidas erst im März 2018 zur ersten Länderspielpause des WM-Jahres vergestellt werden. Bislang ist außer der Tatsache, dass es sich um ein weißes Trikot handeln dürfte noch wenig bekannt und man wird soch wohl mit genaueren Informationen noch etwas gedulden müssen.

Das neue Russland WM Trikot 2018 von adidas (Foto adidas Presse)
Das neue Russland WM Trikot 2018 von adidas (Foto adidas Presse)

Wer ist der Trainer von Russland?

Russlands Trainer Stanislav Tschertschessow ist für die meisten europäischen Fans des Fussballs ein unbekannter. Einzig einige Österreicher dürften sich an den ehemaligen Profitorhüter erinnern, welcher 6 Jahre lang für den FC Tirol Innsbruck spielte und danach den FC Kufstein und Wacker Tirol trainierte. Nach seinen letzten Erfolgen mit dem polnischen Team von Legia Warschau (Meister 2016) wurde er für die russische Nationalmannschaft angestellt und sollte das Vorhaben einer erfolgreichen WM im eigenen Land zur Realität machen. Tschertschessow ist vor allem nach dem mittelmäßigen Abschneiden beim Confed-Cup (2 Niederlagen ein Sieg gegen Fussballzwerg Neuseeland) in der russischen Öffentlichkeit deutlich in der Kritik. Viele Fans glauben nicht, dass er imstande ist Russland zu einem akzeptablen Ergebnis bei der Heim-WM zu führen.

Russlands Cheftrainer Stanislav Tschertschessow. Er hat die undankbare Aufgabe das team bei der WM 2018 im eigenen Land zum Erfolg zu führen und gilt in Russland als durchaus umstritten. / AFP PHOTO / Natalia KOLESNIKOVA / TO GO WITH AFP STORY BY Alexandre FEDORETS