Schweiz WM Trikots

Die schweizer Nationalmannschaft hat sich bereits zum 4. Mal in Folge für die Endrunde einer Fussballweltmeisterschaft qualifiziert. Die Mannschaft im rot-weißen Puma Trikot hat dabei die beste Qualifikation ihrer Geschichte gespielt und musste dennoch in den Playoffs zittern. Die Eidgenossen aus der Schweiz sind mittlerweile Dauergast bei der WM und zählen zu den besten Mannschaften in Europa. Doch das war nicht immer so. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der schweizer Nationalmannschaft und alles weitere Wissenswerte über unsere Nachbarn im Südwesten.

Die Fahne der Schweiz. Photo: Shutterstock!

Die Geschichte der schweizer Nationalmannschaft

Die Anfänge – Pioniere des Fussballs

Neben Großbrittanien war die Schweiz das erste Land in Europa in dem Fussball gespielt wurde. In guter alter imperialistischer Tradition hatten englische Kaufleute und Studenten den Sport bereits um 1870 in die Schweiz gebracht. Der erste Verein der Schweiz, der FC St. Gallen, wurde bereits 1879 gegründet. Die SFA, schweizerische Football-Association, wurde dann ebenfalls noch vor der Jahrhundertwende im Jahre 1895 gegründet. Der starke englische Einfluss ist auch heute noch in den Namen einiger Vereine wie der Young Boys Bern oder der Grasshoppers Zürich deutlich zu erkennen. Das erste offizielle Länderspiel bestritt die Schweiz im Jahre 1905 in Paris gegen ihre Nachbarn aus Frankreich. Das spiel ging knapp mit 0:1 verloren. Die Schweiz, heute die Heimat der FIFA, war im Jahre 1904 auch eines der Gründungsmitglieder des Weltverbandes. In der turbulenten Zeit vor und zwischen den Weltkriegen konnte der Fussball jedoch keine riesigen Sprünge in der Schweiz machen, auch wenn man an den WM Turnieren von 1934 und 1938 mit beachtlichem Erfolg (jeweils im Viertelfinale) teilnehmen konnte.

Daten und Fakten
WM-Teilnahmen11
WM-Titel0
EM-Teilnahmen4
RekordspielerHeinz Hermann (118)
RekordschützeAlex Frei (42)
Bekannte SpielerStephane Chapuisat, Gökhan Inler, Stephan Liechsteiner, Xherdan Shaquiri
Die Schweizer „Nati vor dem Spiel gegen Ungarn am 06.10.2016. Sie führen im Moment die Gruppe B vor Europameister Portugal an. / AFP PHOTO / ATTILA KISBENEDEK

Heim-WM und Abfall in die Bedeutungslosigkeit

Im Jahre 1954 war die Schweiz erstmals der Ausrichter für eine Fussballweltmeisterschaft. Das Turnier, an dass auch in der deutschen Geschichte gerne zurückgedacht wird, war für die Schweizer ein Erfolg auf ganzer Linie. Erstmals wurde das Turnier offiziell als Weltmeisterschaft bezeichnet und auch im Fernsehen übertragen. Die Stadien waren voll, die Stimmung gut und die Schweiz schaffte es schließlich bis ins Viertelfinale wo man in einem tollen Spiel in Lausanne spekatkulär nach einem 7:5 gegen Österreich ausschied.

Nach dem Turnier im eigenen Land sollte die Schweiz jedoch geplagt werden von einer langen Abwesenheit bei WM-Endrunden. Der schweizer Fussball verpasste die Professionalisierung des Sports und fiel dadurch weit hinter die Weltspitze. Erst Mitte der 1970er Jahre wurde der Fussballsport in der Schweiz professionalisiert. In dieser Zeit gaben Clubs wie Real Madrid oder Inter Mailand schon lange Millionensummen für Topspieler aus und viele der deutschen Nationalspieler hatten bereits auslandserfahrung sammeln können.

Die neue Schweizer Nati

Nicht zuletzt dank der guten Integration von Jugendspielern und vieler junger Flüchtlinge in den Schweizer Verband, die Jugendmannschaften und Nationalmannschaft gelang es der Schweiz um die Jahrtausendwende sich wieder in der Mitte der europäischen Spitzenteams zu etablieren. Einen großen Anteil daran hatte der ehemalige Nationalspieler und 2001 zum Nationaltrainer der Schweiz ernannte Jabo Kuhn. Unter Kuhn gelang die Qualifikationf für die EM 2004 sowie die WM 2006. Unter Kuhn kletterte man bis auf Rang 17. der Weltrangliste und konnte endlich wieder mit den anderen erfolgreichen Nachbarn auf Augenhöhe stehen. Nach Kuhn folgte der legendäre Vereinstrainer Ottmar Hitzfeld, welcher die Schweiz zur Endrunde der WM 2010 führte. Bei der WM 2014 war man ebenfalls vertreten, erreichte das Achtelfinale und musste sich nur sehr unglücklich in der Verlängerung dem späteren Vizeweltmeister aus Argentinien geschlagen geben.

Das neue 2018er Trikot der Schweiz von Puma soll eine topographische Karte des Landes darstellen. Photo: Puma.

Wie sieht das schweizer WM Trikot aus?

Die Schweiz wird bei der WM 2018 in Russland, wie schon bei den letzten Turnieren, vom deutschen Sportartikelhersteller Puma ausgestattet. Beim Heimtrikot wählt man auf schweizer Seite traditionell rot als Grundfarbe mit weißen Stutzen und roten Hosen. Diese farben repräsentieren auch die schweizer Landesfarben und Landesfahne. Das 2018er Trikot von Puma gilt, obwohl es erst vor kurzem vorgestellt wurde, als recht kontrovers. Das Trikot basiert auf dem gleichen Template Design wie das von Italien. Besonders am trikot der Schweizer ist jedoch, dass auf der Brust in den Stoff viele feine Linien gewebt sind, die einer topographischen Karte ähneln sollen. Puma wollte damit der berühmten Berglandschaft der Schweiz Tribut zollen. Auf der Brust des Trikots sind drei Symbole oder Wappen zu sehen (vom Betrachter aus von Links): Das Logo des schweizerischen Fussballverbandes SFV, das Puma Logo und die schweizer Fahne. Im Kragen ist ebenfalls die schweizer Fahne eingerarbeitet. Der Kragen selbst ist an der Vorderseite weiß, auf dem Rücken rot. Besonders am Trikot ist auch, dass Puma sich eigens für die Schweiz eine eigene Font für die Rückennummern ausgedacht hat.

Das Auswärtstrikot der Schweizer ist Bislang noch nicht bekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass es wie schon zuletzt bei der EM 2016 ein weißes Trikot mit roten Hosen und weißen Stutzen sein wird. Puma wird die Designs ihrer Auswärtstrikots, wie auch Adidas, erst im kommenden Frühjahr vorstellen. Ob auch die Auswärtstrikot ein derart gewagtes Muster wie die Heimtrikots zieren wird bleibt abzuwarten.

Voraussichtlicher WM Kader der Schweiz

Tor: Sommer, Hitz, Bürki

Abwehr: Akanji, Djourou, Elvedi, Klose, Lang, Lichtsteiner, Moubandje, Rodriguez, Schär, Widmer

Mittelfeld: Dzemaili, Fernandes,, Frei, Freuler, Shaquiri, Xhaka, Stocker, Zakira, Zuber

Angriff: Derdiyok, Drmic, Mehmedi, Seferovic

Die WM-Bilanz der Schweiz

Die WM in Russland wird bereits die 11. Weltmeisterschaft sein, an der die Schweiz teilnimmt. Die Eidgenossen waren erstmal 1934 in Italien beim Nationenturnier dabei und avancierten zuletzt zum Dauergast. Seit der WM 2006 in Deutschland konnte stets ein Schweizer Team unter die besten 32 Mannschaften kommen. Das beste Ergebnis der Schweiz stammt aus der Heim-WM von 1954. Man erreichte, wie schon 1934 in Italien und 1938 in Frankreich, das Viertelfinale. Zuletzt war für die Schweiz meist im Achtelfinale schluss.

JahrGastgeberErgebnis
1934ItalienViertelfinale
1938FrankreichViertelfinale
1950BrasilienVorrundenaus
1954SchweizViertelfinale
1962ChileVorrundenaus
1966EnglandVorrundenaus
1994USAAchtelfinale
2006DeutschlandAchtelfinale
2010SüdafrikaVorrundenaus
2014BrasilienAchtelfinale

 

Wie hat sich die Schweiz für die WM 2018 qualifiziert?

Die Schweizer wurden in der UEFA-Qualifikation in Europa in Gruppe B gelost. Sie hatten dabei das zweifelhafte Vergnügen in einer Gruppe mit dem amtierenden Europameister aus Portugal zu landen. Neben den beiden klaren Favoriten waren außerdem die Mannschaften aus Andorra, den Färöer Inseln, Ungarn und Lettland mit in der Gruppe. Die Schweiz gewann 9 von 10 Spielen in Gruppe B und wurde trotzdem, aufgrund des schlechteren Torverhältnisses, nur zweiter hinter den Portugiesen. Dies bedeutete für die Eidgenossen dass sie einmal mehr in die Playoffs für die WM mussten. Dort traf man auf die Mannschaft aus Nordirland. Die Nordiren waren in ihrer Gruppe C hinter Weltmeister Deutschland und noch vor Mannschaften wie Norwegen und Tschechien auf Platz 2 gelandet. In zwei spannenden Spielen sollte schließlich eine hanebüchene Fehlentscheidung zugunsten der Schweizer die Entscheidung bringen. Im Hinspiel wurde der Schweiz ein äußerst zweifelhafter Elfmeter zugesprochen, den sie auch verwandelten. Mit diesem 1:0 im Rücken konnten sie im Rückspiel ein torloses 0:0 halten und sich somit für die WM in Russland qualifizieren.

Nr.MannschaftSpGUVTorePunkte
1.Portugal 10901+2827
2.Schweiz 10901+1627
3.Ungarn 10415013
4.Färöer Inseln 10235-129
5.Lettland 10217-117
6.Andorra 10118-214

Alle Qualispiele der Schweiz

DatumUhrzeitMannschaft 1ErgebnisMannschaft 2
06.09.201620:45Schweiz 2:0 (2:0)Portugal
07.10.201620:45Ungarn 2:3 (0:0)Schweiz
10.10.201620:45Andorra 1:2 (0:1)Schweiz
13.11.201620:45Schweiz 2:0 (1:0)Färöer Inseln
25.03.201718:00Schweiz 1:0 (0:0)Lettland
09.06.201720:45Färöer Inseln 0:2 (0:1)Schweiz
31.08.201720:45Schweiz 3:0 (1:0)Andorra
03.09.201720:45Lettland 0:3 (0:1)Schweiz
07.10.201720:45Schweiz 5:2 (3:0)Ungarn
10.10.201720:45Portugal 2:0 (1:0)Schweiz
Playoffs
09.11.201720:45Nordirland 0:1 (0:0)Schweiz
12.11.201718:00Schweiz 0:0 (0:0)Nordirland
Der Schweizer Breel Embolo (Linkls) gegen Ungarns Adam Nagy (R) am 7.Oktober 2016. / AFP PHOTO / ATTILA KISBENEDEK

Wer sind die wertvollsten Spieler der Schweiz?

Die „Nati“ wie die Auswahl der Schweiz auch gern genannt wird hat insgesamt einen Marktwert von etwas mehr als 180 Millionen Euro. Das allein ist schon recht sportlich. Von dieser Summe entfallen allerdings satte 35 Millionen allein auf ihren defensiven Mittelfeldmann Granit Xhaka (25) vom FC Arsenal. Das neueste Wunderkind der Schweiz, Breel Embolo (20) vom FC Schalke wird dahinter schon mit gut 20 Millionen Euro beziffert, Tendenz stark steigend. Einer der überraschendsten Sommertransfers, Ricardo Rodriguez (25) jetz beim AC Mailand tätig belegt Platz 3 im Ranking der wertvollsten Schweizer mit einem Marktwert von rund 17 Millionen Euro. Dahinter steht dann ein alter bekannter des FC Bayern: Xherdan Shaqiri (26) von Stoke City belegt mit 15 Millionen Euro Platz 4.

Wie stehen die WM-Chancen der Schweiz?

Die Schweizer werden auch in diese WM, trotz ihrer sehr guten Platzierung in der FIFA-Weltrangliste (Platz 11), eher als Außenseiter gehen. Das Team von Trainer Petkovic ist zwar rundum ganz gut aufgestellt und verfügt über viele Legionäre aus den europäischen Topligen, doch fehlt letztenendes die absolute Weltklasse in den Reihen der Schweizer um realistische Chancen auf einen WM Titel zu haben. In der Gruppenphase dürfte die Schweiz jedoch keine Probleme haben und hat man dann noch etwas Glück mit dem Achtelfinalgegner, könnte man das historisch gute Ergebnis von 1954 (Viertelfinale) vielleicht wiederholen. Realistisch gesehen ist jedoch schon an der ersten Station in der K.O.-Runde wohl schluss. Prognose: Achtelfinale!

Vladimir Petkovic: Schweizer Nationaltrainer . AFP PHOTO / GLYN KIRK
NOT FOR MARKETING OR ADVERTISING USE / RESTRICTED TO EDITORIAL USE

Wer ist der Trainer der Schweiz?

Die Schweizer werden bereits seit 2014 vom ehemaligen Fussballprofi aus Jugoslawien Vladimir Petkovic. Petkovic hatte während seiner eigenen Profikarriere bereits in der Schweiz gespielt und später auch verschiedene schweizer Mannschaften trainiert. Er übernahm nach der WM 2014 das schwere Erbe von Ottmar Hitzfeld und hat dabei bislang nicht enttäuscht. Er qualifizierte sich mit der Schweiz sowohl für die EM 2016 als auch für die WM 2018 und gilt gemeinhin in der Schweiz als recht unumstritten was auch an seinem durch den Verband vorzeitig bis 2020 verlängerten Vertrag deutlich wird. Als Trainer der Schweiz hat er bislang 36 Spiele Absolivert von denen er 22 gewinnen konnte, 6 Mal unentschieden spielte und 8 Spiele verlor. Dies entspricht einer Gewinnquote von 61 Prozent und kann sich durchaus sehen lassen.