Spanien WM Trikots

Spanien steht nach dem enttäuschenden Vorrundenaus bei der WM 2014 in Brasilien und dem Generationenwechsel in ihrem Team wieder kurz vor der direkten Qualifikation für die WM 2018 in Russland. Die neue Garde an spanischen Spielern lässt einen fast schon wieder Zurückdenken an Xavi, Torres und Iniesta, muss jedoch nun auch bei einer WM Endrunde zeigen, dass sie würdig sind, das rote Trikot mit einem Stern zu tragen. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte der spanischen Fussballnationalmannschaft.

Die Geschichte des spanischen Fussballs

Die letzten Jahre der Dominanz der Spanier haben viele Fussballfans vielleicht schon vergessen lassen, dass bis vor kurzem Spaniens Fussballgeschichte vor allem geprägt von langen Durststrecken und unerfüllten Hoffnungen war. Die Kicker von der Iberischen Halbinsel waren lange Zeit als ewiger Zweiter oder Team mit Potential aber wenig Durchsetzungskraft bekannt. Wie Spanien zu diesem Ruf kam und wie es ihn letztenendes bei den vergangenen Turnieren ablegen konnte ist eine lange aber spannende Geschichte.

Die Anfänge

Spanien war bereits 1904, obwohl man damals noch keinen eigenen Landesverband hatte, ein Gründungsmitglied der FIFA. Damals Vertrat ein Club, der Später Real Madrid heißen sollte, die Spanier bei der Gründungszeremonie. Das erste offizielle Nationalteam der Spanier wurde für die Olympischen Spiele 1920 in Antwerpen zusammengestellt. Bei dem Turnier musste man sich erst im Finale gegen das Heimteam aus Belgien geschlagen geben und hatte somit einen durchaus vielversprechenden Start als Nationalmannschaft. Das erste mal bei einer Weltmeisterschaft nahm man 1934 in Italien teil nachdem man auf die Teilnahme an der WM 1930 in Uruguay wegen der Reisekosten und Strapazen verzichtet hatte. Beim Turnier selbst musste man sich dann unter fragwürdigen Umständen dem Gastgeber aus Italien geschlagen geben. Danach verhinderte der spanische Bürgerkrieg eine weitere Teilnahme an der WM 1938.

Erster Titelgewinn und ewige Zweite

Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Ende des spanischen Bürgerkrieges nahm die Mannschaft 1950 wieder an einer Weltmeisterschaft teil, musste sich jedoch nach der Gruppenphase dem späteren Weltmeister aus Uruguay geschlagen geben. Danach folgten zwei Endrunden für die man sich nicht qualifizieren konnte. 1964 kam es dann zum einzigen Titelgewinn der Spanier bis 2008. Bei der ersten Teilnahme an einer Europameisterschaft besiegte man im Halbfinale das Team aus Ungarn und im Finale schließlich die Sowjetunion mit 2:1. Ein Triumph auf eigenem Boden und die größte Errungenschaft des spanischen Nationalmannschaftsfussballs für über 40 Jahre. Danach konnte man zwar an vielen WM und EM Turnieren teilnehmen und stellte teils mit Stars gespickte Mannschaften, konnte jedoch niemals wieder ein Finale für sich entscheiden. Das letzte mal dass man überhaupt in einem Finale stand war bei der EM 1984, wo man jedoch gegen den Gastgeber aus Frankreich verlor. Danach folgten viele verlorene Viertelfinalspiele und große Enttäuschungen, der spanische Fussball drohte in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Der Spanier Iker Casillas (C) hält den Pokal der Euro 2008, den Weltcup-Pokal am 11.Juli 2010 in Johannesburg und den Pokal der Euro 2012 in Kiev. AFP PHOTO / OLIVER LANG/JAVIER SORIANO/FRANCK FIFE

Die goldene Generation

Unter Trainer Luis Aragones und Kapitän Iker Casillas gelang es den Spaniern nach einer durchaus schwierigen Qualifikation bei der EM 2008 ihre eigene Gruppe recht souverän zu gewinnen. Was vielen experten dabei klar auffiel war, dass der Spielstil der Spanier etwas vorher noch nicht dagewesenes war. Viele der Nationalspieler kamen damals vom FC Barcelona, der unter Trainer Pep Guardiola den „Tiki-Taka“ Stil perfektioniert hatte. Ziel dieses Spielsils war es, durch viel schnelles Kurzpassspiel und das Bilden von Dreiecken dafür zu sorgen, möglichst viel Ballbesitz zu haben. Dadurch konnte man den Gegner müde spielen und gleichzeit verhindern, dass dieser gefährlich vor das eigene Tor kam.

Mit diesem Stil konnte man schließlich knapp im Finale gegen die deutsche Nationalmannschaft gewinnen und somit eine Ära der Dominanz des spanischen Fussballs einläuten: Bei der WM 2010 gewann man bis auf ein Vorrundenspiel gegen die Schweiz alle Spiele Gewinnen (das Halbfinale gegen Deutschland) und schließlich die Niederlande im Finale in der Nachspielzeit bezwingen. Der größte Triumph der Spanier bis heute. Danach schaffte man es noch 2012 den EM Titel zu verteidigen, eine Leistung die bis dato kein anderes Team erreicht hat. Vor allem das Finale gegen Italien, welches die Spanier deutlich mit 4:0 gewinnen konnten wird wohl in die Geschichte eingehen.

 

Spaniens Team konnte nach dem 1:1 im Hinspiel (hier im Bild) das Rückspiel gegen Italien gewinnen und ist auf dem besten Wege sich als Gruppenerster für die WM 2018 zu qualifizieren. / AFP PHOTO / GIUSEPPE CACACE
Der voraussichtliche Kader von Spanien:

Tor: de Gea, Reina, Arrizabalaga

Abwehr: Piqué, Ramos, Bartra, Alba, Carvajal, Monreal, Azpilicueta, Fernandez

Mittelfeld: Busquets, Koke, Saúl, Thiago, Isco, Silva

Sturm: Asensio, Deulofeu, Pedro, Suso, Vazquez, Morata, Aspas

Die WM Bilanz von Spanien

Spanien galt bis zur EM 2008 unter den Experten als ein Team das stets hinter seinen eigenen Erwartungen zurückblieb. Spanien war schon immer eines der besten Teams in Europa, hat es zu 14 Endrunden von Weltmeisterschaften geschafft, war ebenso fast Dauergast bei Europameisterschaften und hatte bis 2008 nur einen EM Titel (1964) zu Buche stehen. Seit der „goldenen Generation“ und dem Gewinn des EM Finals gegen die deutsche Mannschaft 2008 gab es jedoch lange kein Team, dass den Spaniern paroli bieten konnte. Sie gewannen die WM 2010 und danach nochmals die EM 2012 und schienen eine Zeit lang unantastbar. Dann erwischte jedoch auch die Spanier der Generationenwechsel und bei der WM 2014 in Brasilien musste man als Titelverteidiger bereits nach der Vorrunde wieder die Heimreise antreten. Außerhalb der extremen Periode der Dominanz von Spanien von 2008-2012 konnten sie bei Weltmeisterschaften jedoch nie wirklich überzeugen. In 14 Teilnahmen stehen ein Titel und eine Halbfinalteilnahe zu Buche: Zu wenig für eine echte Topmannschaft.

JahrGastgeberErgebnis
1934ItalienViertelfinale
1950BrasilienVierter
1962ChileVorrundenaus
1966EnglandVorrundenaus
1978ArgentinienZwischenrunde
1982SpanienZwischenrunde
1986MexikoViertelfinale
1990ItalienAchtelfinale
1994USAViertelfinale
1998FrankreichVorrundenaus
2002Japan & SüdkoreaViertelfinale
2006DeutschlandAchtelfinale
2010SüdafrikaWeltmeister
2014BrasilienVorrundenaus

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Wie hat sich Spanien für die WM 2018 qualifiziert?

Spanien wurde für die WM-Qualifikation 2018 in Gruppe I gelost. Damit hatte man das zweifelhafte Vergnügen gegen den viermaligen Weltmeister aus Italien antreten zu müssen. In den beiden Spielen dieser europäischen Fussballgiganten konnte man im Hinspiel in Italien ein 1:1 verbuchen und die Italiener im Rückspiel auf heimischem Boden mit 3:0 regelrecht demontieren. Dadurch sicherten sich die Spanier bereits frühzeitig einen großen Vorteil in der Qualifikation und werden diesen wohl auch nicht mehr hergeben. Alle anderen Gegner in der Gruppe wie Israel oder Albanien konnten die Spanier bislang bezwingen und sie stehen damit kurz vor Ende der Qualifikation mit drei Punkten Vorsprung und einem deutlich besseren Torverhältnis vor den Italienern auf Platz 1 der Gruppe.

Nr.MannschaftSpGUVTorePunkte
1.Spanien 10910+3328
2.Italien 10721+1323
3.Albanien 10415-313
4.Israel 10406-512
5.Mazedonien 10325011
6.Liechtenstein 100010-380
DatumZeitMannschaft 1.ErgebnisMannschaft 2.
05.09.201620:45Spanien 8:0(1:0)Liechtenstein
06.10.201620:45Italien 1:1 (0:0)Spanien
09.10.201620:45Albanien 0:2 (0:0)Spanien
12.11.201620:45Spanien 4:0 (1:0)Mazedonien
24.03.201720:45Spanien 4:1 (2:0)Israel
11.06.201720:45Mazedonien 1:2Spanien
02.09.201720:45Spanien 3:0 (2:0)Italien
05.09.201720:45Liechtenstein 0:8 (0:4)Spanien
06.10.201720:45Spanien 3:0 (3:0)Albanien
09.10.201720:45Israel 0:1 (0:0)Spanien
Spaniens Mittelfeldspieler Isco bei der EM 2014 Qualifikation im Dress der Furia Roja. AFP PHOTO / CRISTINA QUICLER

Wer sind Spaniens wertvollste Spieler?

Im Kader Spaniens gibt es keine günstigen Spieler. Wirft man einen Blick auf all die Stars die im Kader der Iberer stehen wird es sehr schwer auszumachen, wer genau der wertvollste Spieler ist. Einige der Kandidaten sind jedoch sicherlich Sergio Busquets, Koke und Thiago Alcantara (alle drei jeweils ca. 60 Millionen Euro wert). Diese drei Spieler stellen das kreative Herz des spanischen Mittelfelds dar und werden für die nächsten Jahre zu den wichtigsten Spielern gehören. Dicht dahinter sind dann youngster Saul und Mittelfeldjuwel Isco. Beide werden mit ungefähr 40 Millionen Euro bewertet, ob ihre Clubs aus Madrid sie jedoch für solch niedrige Summen gehen lassen würden bleibt zu bezweifeln.

Wie stehen die Chancen von Spanien bei der WM 2018?

Spanien geht in die WM 2018 zum ersten Mal seit recht langer Zeit als ein Team das nicht zum engsten Favoritenkreis gehört. Trotz der großen Talente und der guten Qualifikation scheinen viele Experten den Titelverteidiger aus Deutschland, den Rekordweltmeister aus Brasilien und die youngster aus Frankreich stärker einzuschätzen als die Iberer. Dabei scheinen viele zu vergessen, dass Spanien nach wie vor einen der besten Kader der Welt hat und sich in der Quali gegen die immer starken Italien durchsetzen konnte. Die Spanier sollten sich selbst mindestens das Halbfinale zum Ziel gesetzt haben und werden sicherlich bei der WM 2018 nicht so sang und klanglos untergehen wie sie es 2014 in Brasilien getan haben. Prognose: Halbfinale!

Wie sehen Spaniens WM 2018 Trikots aus?

Spanien spielt in ihrem Heimtrikots klassisch in rot mit einigen gelben und blauen Applikationen. Diese sind meist die Rückennummern und die drei Streifen von Ausrüster Adidas und sind auf das königliche Wappen und somit die Nationalfarben Spaniens zurückzuführen. Das Logo auf dem Trikot über dem ein Stern für den WM Titel von 2010 prangt ist ebensoo eine Abwandlung des königlichen Wappens von Spanien, ähnlich wie der Bundesadler auf dem deutschen Trikot, mit dem Buchstabenkürzel der „Real Federacion Espanola de Futbol“ (RFEF) als Banner unter dem Schild des Wappens.  Auch für die WM 2018 in Russland darf damit gerechnet werden, dass Adidas das klassische Rot der Trikots beibehalten wird. Wirft man einen Blick auf die letzten Trikotdesigns von Adidas so wird klar, dass viele der neuen Trikots Retro-Designs aus den 1980ern und 90ern verwenden. Das 1994er WM Trikot der Spanier könnte hierbei das von Adidas gewählte Design zum neuen Trikot werden. Es ist klassisch in Rot gehalten, hat aber auf der vom Betrachter aus linken Seite des Trikots quer liegende Rauten alternierend in gelb und blau auf dem roten Hintergrund.

Die Auswärtstrikots der Spanier sind in den letzten Jahren meist ganz in Weiß gehalten und auch für das kommende Trikot, welches wohl Anfang 2018 bei den ersten Freundschaftsspielen vorgestellt werden wird, kann man davon ausgehen dass es sich wieder um ein weißes Trikot handeln dürfte. Nachdem das letzte Trikot, welches rote, orangene und gelbe Dreiecke um das Wappen auf der Brust auf weißem Grund hatte, durchaus kontrovers von den Fans diskutiert wurde könnte sich Adidas jedoch gezwungen sehen etwas konservativer an das Design des neuen Trikots heranzugehen.

Spaniens Trainerhoffnung für die WM 2018 Julen Lopetegui. / AFP PHOTO / GENT SHKULLAKU

Wer ist der Trainer von Spanien?

Aktuell trainiert der ehemalige spanische Profi und Nationalspieler Julen Lopetegui die spanische Nationalmannschaft. Dabei trat er 2016 das schwere Erbe von Vincente del Bosque an, der die Spanier zu einem WM und EM Titel geführt hatte. Bislang genießt Lopetegui breites Vertrauen unter den Fans da er nicht nur den fälligen Generationenwechsel bei der Nationalmannschaft durchgeführt hatte sondern auch eine bislang fast fehlerlose Qualifikation mit durchaus ansehnlichem Fussball gespielt hat. Unter Lopetegui hat die spanische Nationalmannschaft bislang 12 Spiele bestritten, keines davon verloren und nur drei Unentschieden eingefahren.