Südkorea WM Trikots

Die Gruppenphase der WM-Qualifikation in Asien ist vorbei und vier Teams stehen bereits als Teilnehmer an der Weltmeisterschaft 2018 in Russland fest. Unter ihnen ist auch das Team aus Südkorea, das in seiner Gruppe A der Qualifikation hinter Iran den zweiten Platz belegt hat. Die Südkoreaner sind kein unbekanntes Team bei Weltmeisterschaften und gehören schon seit geraumer Zeit zu den besten Teams in Asien. Wir werfen einen Blick auf die Geschichte des Fussballs in Südkorea.

Koreas bewegte Fussballgeschichte

Heute ist in Korea Fussball die klare Nummer eins aller Sportarten und erfreut sich einer historisch großen Beliebtheit. Dies war jedoch nicht immer der Fall und der Werdegang des koreanischen Fussballs ist ein überaus interessanter und recht einzigartiger. In der Geschichte des Fussballs in Südkorea gab es unfassbare Tiefen und unglaubliche Höhen wie bei kaum einem anderen Team auf der Welt. Von der erzwungenen Auflösung des Fussballverbandes unter japanischer Okkupation bis hin zur Halbfinalteilnahme bei der WM im eigenen Land ist in den letzten 100 Jahren auf der koreanischen Halbinsel so einiges passiert.

Die Anfänge – alte Ballspiele und britischer Einfluss

In Korea gab es bereits vor der Ankunft des Fussballs aus dem Westen wohl ein ähnliches Spiel namens „Chuk-gu“. Der Name steht heute für den modernen Fussball war aber damals wohl eine eigene Art des Ballspiels mit gewissen Ähnlichkeiten zu dem was wir heute Fussball nennen. Chuk-gu bedeutet sinngemäß übersetzt „treten“ und „Ball“. Das erste Fussballspiel nach westlichem Vorbild konnten die Koreaner beobachten als britische Seeleute 1882 im Hafen von Incheon ein Spiel abhielten. 1921 kam es dann zum ersten Fussballturnier in Korea und bereits 1928 wurde der Verband „Korea Football Association“ gegründet. Während der besetzung Koreas durch Japan im Zuge des zweiten Weltkrieges ordnete der japanische Generalgouverneur Koreas Jiro Minami die Auflösung des Verbandes an. Nach dem Ende des Krieges wurde dieser 1948 wieder neu gegründet.

Erste Schritte auf der Weltbühne und der Aufstieg zur Fussballnation

Bei der Weltmeisterschaft 1954 waren die Koreaner die erste unabhängige asiatische Nation die an einer Weltmeisterschaft teilnahm. Nach zwei deutlichen Niederlagen gegen Ungarn (o:9) und die Türkei (0:7) schied man jedoch bereits in der Vorrunde aus. Es sollte danach ganz 32 Jahre dauern, bis ein koreanisches Team wieder an einer Weltmeisterschaft teilnehmen würde. In der zwischenzeit konnte man die zweite Auflage des Asien-Cups 1960 gewinnen und einen weiteren zweiten Platz beim Turnier 1972 und 1980 verbuchen. Bei der WM 1986 in Mexiko wurde man in eine denkbar undankbare Gruppe bestehend aus dem späteren Weltmeister Argentinien, dem europäischen Riesen aus Italien und Bulgarien gelost. Während man sich gegen Bulgarien noch mit einem 1:1 behaupten konnte stellten sich heraus, dass Italien (2:3) und Argentinien (0:2) eine Hausnummer zu groß für das Team um den legendären Cha Bum-kun waren. Auch bei der WM 1990 in Italien waren sie wieder zu Gast, konnten aber wiederum nicht die Gruppenphase überstehen. Bei der WM 1994 in den USA überraschten die Koreaner alle Experten mit ihren beiden Unentschieden gegen die favorisierten Teams aus Spanien (1:1) und Bolivien (0:0) und mit ihrem starken Auftritt bei der knappen Niederlage gegen den amtierenden Weltmeister aus Deutschland (2:3). Korea hatte sich gegen Ende der 1990er Jahre klar als dauergast bei Weltmeisterschaften etabliert.

Daten und Rekorde
WM-Teilnahmen10/21
WM-Titel0
Asienmeisterschaften2
RekordspielerHong Myung-bo (136)
RekordschützeCha Bum-kun (55)
Bekannte SpielerJa-Cheol Koo, Heu-Min Song, Dong-Won Ji, Ji-Sung Park

Heim-WM und Fussballfieber in Korea

Als bekannt wurde, dass Japan und Südkorea gemeinsam die Fussball-WM 2002 ausrichten würden kam es in beiden Ländern zu einem regelrechten Fussball Boom. Die Hoffnungen auf ein gutes Abschneiden der eigenen Mannschaft hingegen waren weiterhin gering. Sürkorea hatte bislang nicht ein Spiel bei WM-Endrunden gewinnen können und der holländische Trainer Guis Hiddink stand von Begin seiner Amtszeit unter Druck. Doch bereits am ersten Spieltag der WM-Gruppenphase konnte Südkoreas Nationalteam das ganze Land in Euphorie versetzen. Durch einen 2:0 Sieg gegen Polen feierte man nicht nur den ersten Sieg bei einer WM sondern auch einen tollen Einstand im Eröffnungsspiel. In den weiteren Gruppenspielen erziehlte man ein 1:1 gegen die USA und einen gänzlich unerwarteten Sieg gegen die hochfavorisierten Portugiesen und konnte somit in die K.O.-Phase des Turniers vorrücken. Im Achtelfinale besiegte man die dreimaligen Weltmeister aus Italien mit 2:1, im Viertelfinale die Spanier im Elfmeterschießen mit 5:3. Das Märchen Koreas bei der WM 2002 endete erst, als man im Halbfinale auf das Team aus Deutschland traf und Michael Ballack in der 75. Minute das entscheidende 1:0 schoß. Südkorea beendete nach einer 2:3 Niederlage gegen die Türkei im Spiel um Platz 3 das Turnier als vierter und verdiente sich damit den Respekt der ganzen Fussballwelt.

In den nächsten Jahren konnte sich Korea zwar für die WM 2006 und 2010 qualifizieren, konnte jedoch nie mehr an die großen Leistungen und Erfolge des Turniers von 2002 anknüpfen. Ebenfalls verwunderlich ist, dass es die Koreaner seit 1960 nicht geschafft haben die Asienmeisterschaft für sich zu entscheiden obwohl ihre Vereinsmannschaften in der AFC-Champions-Leauge regelmäßig zu den Topteams gehören.

Die Neuzeit des Fussballs in Korea – Legionäre und Superstars

In den Späten 2000ern und frühen 2010ern kam es in den europäischen Topligen, allen voran der Bundesliga, zu einem großen Zuwachs an koreanischen Legionären. Spieler wie Heu-Min Son, Ji-Sun park, Du-Ri Cha, Ja-Cheol Koo und Dong-Won Ji konnten alle zu Stammkräften in ihren Vereinen avancieren und sorgten dafür, dass die Popularität des Fussballs in Südkorea weiterhin stieg. Durch ihre Erfahrung in den Spitzenligen konnten diese Spieler der Nationalmannschaft mehr Stabilität geben und sorgten dafür, dass man sich auch 2010 und 2014 für die Weltmeisterschaften in Südafrika und Brasilien qualifizieren konnte. 2010 konnte man dabei zwar als zweitplatziertes Team aus der Gruppenphase hervorgehen, scheiterte aber in der Folge an den zu starken Uruguayern im Achtelfinale. Beim Turnier in Brasilien musste man jedoch frühzeitig die Heimreise antreten und die Fans der koreanischen Nationalmannschaft waren durchweg enttäuscht vom schwachen Abschneiden ihrer „Taegeuuk Warriors“ wie die Nationalmannschaft auf genannt wird. Nach der letzten Weltmeisterschaft kam es dann weiterhin zu schwachen Leistungen der Mannschaft und folgerichtig zu einem Absinken bis auf Platz 69 der FIFA-Weltrangliste. Dies führte zur Entlassung ihres Trainers Hong Myung-bo und zur Anstellung des deutschen Trainerveterans Uli Stielike. Stielike sollte bis zur Mitte der WM 2018 Qualifikation Trainer der Koreaner bleiben, musste jedoch nach schlechten Resultaten gegen die Außenseiter in der Gruppe aus China und Katar schließlich seinen Hut nehmen. In die WM 2018 geht Südkorea mit ihrem ehemaligen U-23 Coach Shin Tae-Yong.

Koreas voraussichtlicher WM Kader

Tor: Seung-Gyu Kim, Sun-Tae Kwon, Dong-Jun Kim

Abwehr: Jeong-Ho Hong, Min-Hyeok Kim, Kee-Hee Kim, Ji-Su Kim, Chul-Soon Choi, Yong Lee

Mittelfeld: Sung-Yong Ki, Ja-Cheol Koo, Tae-Hee Nam, Bo Kyung Kim, Kook-Young Han, Myong-Jin Koh

Angriff: Heung-Min Son, Hee-Chan Hwang, Dong-Won Ji, Shin-Wook Kim

Wie ist die WM Bilanz Südkoreas?

Südkorea ist das Land aus Asien das es bislang am häufigsten zu Endrunden von Weltmeisterschaften geschaft hat. Die WM-Endrunde in Russland ist bereits das zehnte Turnier bei dem die Koreaner mit dabei sind. Ihre Bilanz bisher fällt jedoch eher mäßig aus.  Von 31 Spielen bei Weltmeisterschaften konnte man insgesamt nur 5 gewinnen, 9 Spiele endeten unentschieden und 17 gingen verloren. Dabei kommt man auf eine Torverhältnis von 31:67 und somit auf eine Tordifferenz von -36. Die Gruppenphase konnte man bei der WM 2002 im eigenen Land und bei der WM 2010 in Südafrika überstehen, ansonsten schied man jedes mal bereits in der Vorrunde aus.

JahrGastgeberErgebnis
1954SchweizVorrundenaus
1986MexikoVorrundenaus
1990ItalienVorrundenaus
1994USAVorrundenaus
1998FrankreichVorrundenaus
2002Japan & SüdkoreaVierter
2006DeutschlandVorrundenaus
2010SüdafrikaAchtelfinale
2014BrasilienVorrundenaus
2018Russland??

Wie hat sich Südkorea für die WM 2018 qualifiziert?

Sükorea startete als eines der gesetzten Teams erst in der zweiten Runde der asiatischen Qualifiaktion. In Gruppe G setzte man sich als Gruppenerster gegen die Mannschaften aus dem Libanon, Kuwait, Laos und Myanmar durch und erreichte somit die entscheidende dritte Gruppenphase der AFC-Qualifikation. In dieser Phase wurde man in Gruppe A, bestehend aus dem Iran, China, Syrien Usbekistan und Katar gelost. Hier schaffte man es mit einigen Schwierigkeiten den zweiten Platz hintder den recht souverän auftretenden Iranern zu belegen und sich somit direkt für die WM 2018 in Russland zu qualifizieren.

PlatzLandSpieleGUVTordifferenzPunkte
1.Iran 10640+822
2.Südkorea 10433+115
3.Syrien 10343+113
4.Usbekistan 10415-113
5.China 10334-212
6.Katar 10217-77
DatumUhrzeitMannschaft 1ErgebnisMannschaft 2
01.09.201613:00Südkorea 3:2 (1:0)China
06.09.201614:00Syrien 0:0 (0:0)Südkorea
06.10.201613:00Südkorea 3:2 (1:2)Katar
11.10.201616:45Iran 1:0 (1:0)Südkorea
15.11.201612:00Südkorea 2:1 (0:1)Usbekistan
23.03.201712:35China 1:0 (1:0)Südkorea
28.03.201713:00Südkorea 1:0 (1:0)Syrien
13.06.201721:00Katar 3:2 (1:0)Südkorea
31.08.201714:00Südkorea 0:0 (0:0)Iran
05.09.201717:00Usbekistan 0:0 (0:0)Südkorea

Wer sind Südkoreas wertvollste Spieler?

Südkorea hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder Spieler hervorgebracht die es selbst in den Top-Ligen Europas geschafft haben Stammspieler zu werden. Das beste Beispiel hierfür dürfte der ehemalige Profi von Manchester United Ji-Sung Park sein. Er war einer der Vorreiter als er 2003 erst aus Korea zum PSV Eindhoven wechselte und dann 2005 zu Manchester United. Heute gilt Heung-min Son (ehemals Hamburger SV und Bayer Leverkusen) von Tottenham Hotspur mit einem Marktwert von rund 30 Millionen Euro als der Superstar in Koreas Mannschaft. Hinter ihm stehen Spieler wie Kapitän Sung-Yong Ki von Swansea City mit einem Marktwert von 7,5 Millionen Euro und der Augsburger Ja-Cheol Koo mit einem Preis von 4 Millionen Euro.

 

Wie stehen Südkoreas Chancen bei der WM 2018?

Südkorea konnte während der Asien-Qualifikation nur bedingt überzeugen und wechselte erst in diesem Jahr seinen Trainer. Viele koreanische Fans beschweren sich darüber, dass es keine klare Spielphilosophie im Team gäbe und sind deshalb äußerste skeptisch was die WM 2018 angeht. Betrachtet man den Kader Südkoreas fällt auf, dass sich viele der Leistungsträger und Stammspieler im Moment eigentlich im besten Fussballalter zwischen 25 und 29 Jahren befinden und gleich fünf Akeure in Europa spielen. Die Vorzeichen stehen also eigentlich gut, nur ob Südkorea endlich die Leistungen bringen können wird, die ihr Talent und ihr Fussballenthusiasmus eigentlich mit sich bringen müssten ist noch fraglich. Prognose: Vorrundenaus!

Wie sieht das WM 2018 Trikot von Südkorea aus?

Das Heimtrikot der Südkoreaner war bis auf wenige Ausnahmen in den 90iger Jahren immer in rot gehalten. Seit 1996 ist Nike der Trikotausrüster und Partner der südkoreanischen Nationalmannschaft und hielt sich bislang stets an diese Konvention. Meistens fanden sich bislang auf den Trikots weiße oder blaue Applikationen an den Seiten, dem Kragen oder den Ärmeln in Anlehnung an die Nationalfarben Koreas. Das letzte Nike Trikot erinnerte in seiner Farbgebung an die klassischen Trikots aus den späten 80ern und frühen 90ern als Korea in roten Trikots mit roten Hosen und ebenso roten Stutzen auftrat und nur kleine blaue oder weiße Kragen und Ärmelbündchen hatte. Wie auch beim Trikot von Polen bei der letzten EM zieren kleine etwas dunkler gefärbte Querstreifen das ganze trikot und verleihen ihm somit zusätzliche Dynamik. Auch vom neuen Trikot von Nike, welches wohl gegen Ende des Jahres vorgestellt werden könnte, darf man sich wohl erhoffen, dass es in diesem Farbschema gestaltet sein wird.

Das Auswärtstrikot der Südkoreaner wird wohl wieder klassisch in weiß gehalten sein. Das momentan aktuelle Trikot von 2016 ist ebenso wie das Heimtrikot von leichten Querstreifen durchzogen und hat, wie alle Trikots der letzten Jahre das schildähnliche Logo mit dem blau-weißen Tiger des Verbandes auf der Brust. Das nächste Trikot der Südkoreaner könnte ebenfalls wieder ein ganz in weiß gehaltenes werden, jedoch gab es auch schon einige blaue Auswärtstrikots. Für welche Grundfarbe sich Ausstatter Nike schließlich entscheiden wird werden wir wohl erst 2018 erfahren, da erfahrungsgemäß die Auswärtstrikots etwas später von den Ausrüstern vorgestellt werden als die Heimtrikots.

 

Wer ist der Trainer von Südkorea?

Nachdem sich Südkorea mitte des Jahres nach enttäuschenden Qualifikationsergebnissen von ihrem deutschen Trainer Uli Stielike getrennt hatte, übernahm der ehemalige koreanische Profi und Nationalspieler Shin-Tae Yong die Geschäfte bei der Nationalmannschaft. In seinen bislang zwei Pflichtspielen als Cheftrainer konnte er jedoch ebenfalls nicht überzeugen und kam weder gegen den Iran noch gegen Usbekistan über ein 0:0 Unentschieden hinaus. Sein Spitzname „Asian-Mourinho“ klingt zwar vielversprechend, jedoch muss er erst noch beweisen, dass es gerechtfertigt ist ihn in einem Atemzug mit einem der erfolgreichsten Vereinstrainer Europas zu nennen.