WM Spielball 2018 / alle WM Spielbälle

Mit einem neuen Fußball nach Russland

Mit Ende der Play-Offs ist die Qualifikation zur WM 2018 abgeschlossen und das Teilnehmerfeld mit allen 32 Teams steht fest. Die besten Nationalmannschaften der Welt werden zwischen dem 14. Juni und 15. Juli 2018 bereits zum 21. Mal um den Titel des Weltmeisters spielen. In zwölf verschiedenen Stadien finden insgesamt 64 Spiele statt, bis nach einer Gruppenphase, sowie Achtel- bis Halbfinale im Moskauer Lushniki-Stadion die beiden besten Teams um den Titel spielen. In der WM-Auslosung am 1. Dezember erfahren die Teams, auf welche Gegner sie in der Gruppenphase treffen. Mit welchem Ball in Russland gespielt wird, steht dagegen bereits fest: Er hört auf den Namen Telstar 18 und hat sogar einen Chip im Inneren!

Der Telstar 18 - der neue WM Spielball 2018! (Presse adidas)
Der Telstar 18 – der neue WM Spielball 2018! (Presse adidas)

Adidas und die FIFA – Partner seit 1956

Von der ersten Weltmeisterschaft 1930 bis zum Turnier in England 1966 war der jeweilige Gastgeber selbst für den Ball verantwortlich. Vor der Endrunde in Mexiko 1970 übernahm allerdings die FIFA diese Aufgabe. Den Zuschlag erhielt letztlich Adidas und die Herzogenauracher lieferten fortan zu jeder Weltmeisterschaft einen eigenen Ball. Adidas kam dabei zugute, dass der Sportartikelhersteller mit dem Weltverband FIFA bereits seit 1956 eine Partnerschaft pflegte, die bis heute anhält und erst 2013 langfristig bis 2030 verlängert wurde. Die Kooperation beinhaltet Lizenz- und Marketingrechte sowie offizielle Spielbälle für alle von der FIFA organisierten Turniere.

WM Ball NameWM JahrGastgeber
Telstar 182018Russland
Krasava2017Russland (confed-cup)
Brazuca2014Brasilien
Jabulani2010Südafrika
Teamgeist2006Deutschland
Fevernova2002Südkorea / Japan
Tricolore1998Frankreich
Questra1994USA
Etrusco Unico1990Italien
Azteca México1986Mexiko
Tango España1982Spanien
Telstar1978Argentinien
Telstar Durlast1974Deutschland
Telstar1970Mexiko
Challenge 4-Star1966England
Mr. Crack1962Chile
Top Star1958Schweden
Swiss WC Match Ball1954Schweiz
Super Duplo T1950Brasilien

Der neue WM-Spielball Telstar 18

Bei der Endrunde in Russland wird mit dem neusten Modell von Adidas gespielt, dem Telstar 18. Am 9. November wurde der Ball der Öffentlichkeit präsentiert. Der Telstar 18 zollt sowohl mit seinem Namen als auch seinem Aussehen seinem Namensvetter aus dem Jahr 1970 Tribut. Ein neues Panel-Design sowie die optimierte Oberflächenstruktur sollen dem Ball die bestmögliche Spielbarkeit und Grip bescheren. Zudem verfügt der neue Telstar über einen NFC-Chip. Durch diesen Chip können Fans personalisierte Inhalte direkt auf ihrem Smartphone abrufen und sich mit einer weltweiten Community vernetzen.

Wie sieht der neue WM Fußball aus? Das ist der Telstar 18!
Wie sieht der neue WM Fußball aus? Das ist der Telstar 18!

Geschichte der WM-Bälle – Von „Super Duplo T“ bis „Brazuca“

2014 – Mit „Brazuca“ zum 4. Stern

Die WM 2014 wird den deutschen Fußballfans lange in Erinnerung bleiben, denn die DFB-Elf sicherte sich in Brasilien den vierten Weltmeistertitel. In Südamerika spielten Messi, Neymar und Co. mit dem Brazuca. Mit seinem farbenfrohen Design sollte er das brasilianische Lebensgefühl und Emotionen, Stolz und Herzlichkeit symbolisieren. Nach Angaben von Adidas nimmt der Ball maximal 0,2 % seines Eigengewichts an Wasser auf und ist damit auch bei Starkregen gut spielbar. Die gesamte Oberfläche ist mit einer feinen Noppenprägung versehen, die dem Ball mehr Griffigkeit und verbesserte Ballkontrolle verleiht. Aufgrund tieferer und längerer Nähte konnten die Flugeigenschaften im Vergleich zu den Vorgängern verbessert werden.

Der brazuca - der WM Spielball aus dem Jahr 2014.
Der brazuca – der WM Spielball aus dem Jahr 2014.

2010 – Tiki-Taka mit „Jabulani”

2010 fand erstmals eine Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden statt. Jabulani ist Zulu und bedeutet „sich freuen“. Die Oberfläche des Balles setzt sich aus acht dreidimensional geformten Panels zusammen, die die Innenkarkasse umschließen. Die einzelnen Elemente wurden nicht mehr vernäht, sondern thermisch verschweißt. Dadurch wurde der Ball so rund wie nie zuvor. Rillen in der Oberfläche sorgen für eine optimale Aerodynamik. Trotz des technologischen Fortschritts erntete der Ball, mit dem Andres Iniesta Spanien zum ersten WM-Titel schoß, auch Kritik. Insbesondere die Torhüter kritisierten die neuen Flugeigenschaften, die den Ball schwerer berechenbar machten. Darunter war auch der Spanier Iker Casillas, dessen Team im Halbfinale Deutschland ausschaltete und sich später den Titel sicherte.

2006 – Das Sommermärchen mit dem „+Teamgeist”

Bei der WM in Deutschland wurde mit dem „+Teamgeist“ gespielt. Erstmals wies dieser Ball keine Wabenstruktur aus Fünf- und Sechsecken mehr auf, sondern bestand aus 14 zungenartigen Panels. Dadurch kam der neue Ball einer idealen Kugel näher als seine Vorgänger und erlangte bessere Flugeigenschaften und Ballkontrolle. Da die Panels miteinander verschweißt wurden, war der „+Teamgeist“ zudem wasserabweisend und behielt seine Eigenschaften auch bei Regen bei. Der Ball sowei die namensgebende Tugend brachten die deutsche Nationalmannschaft um Michael Ballack und Torschützenkönig Miroslav Klose bis ins Halbfinale. Dort scheiterte das Team von Jürgen Klinsmann in der Verlängerung am späteren Weltmeister Italien um Spielmacher Andrea Pirlo.

2002 – Mit dem „Fevernova“ nach Asien

Die WM 2002 war die erste, die in zwei Ländern ausgetragen wurde. Brasilien um die Superstars Ronaldo, Ronaldinho und Rivaldo holte seinen fünften Titel im Finale gegen Deutschland, wobei sich Torwart Oliver Kahn mit starken Leistungen auszeichnen konnte. Der neue Ball „Fevernova“ stellte aber Kahn und seine Kollegen vor große Herausforderungen. Das Spielgerät fiel nicht nur mit seinem asiatisch bunten Design auf, sondern auch durch seine Flugeigenschaften. Die syntaktische Schaumschicht des „Fevernova“ ist mit einem dreilagigen Polymer-Gewebe verbunden, was eine präzisere und besser berechenbare Flugbahn gewährleisten sollte. Die Torhüter kritisierten jedoch den „flatterigen“ Ball und seine unberechenbare Flugkurve und machten ihn für einige spektakuläre Tore während des Turniers verantwortlich.

1998 – „Tricolore“ in Farbe

Der „Tricolore“, der bei der WM 1998 in Frankreich zum Einsatz kam, war der erste bunte WM-Ball und orientierte sich farblich an den französischen Nationalfarben. In der Gestaltung folgte dieser Ball wie seine Vorgänger dem „Tango“. Der Lederball hatte im Inneren eine Schicht aus syntaktischem Schaum, was ihn strapazierfähiger machte und zu einer verbesserten Energierückgabe und Formbeständigkeit führte. Die Gastgeber kamen mit dem Ball am besten zurecht, Zinedine Zidane führte das Team im Finale gegen Brasilien zum ersten WM-Titel. Deutschland schied im Viertelfinale gegen Kroatien um Torschützenkönig Davor Suker aus.

1994 – „Questra“ setzt neue Maßstäbe

Bei der WM 1994 in den USA hielt mit dem „Questra“ erstmals ein Hightech-Ball Einzug in die Stadien. Der „Questra“ war der erste Spielball mit einer Hightech-Schicht aus weißem Polyethylen mit besonders hoher Energierückgabe und hatte darunter eine geschäumte, kompressionsfähige Schicht mit kopfballstoßdämpfenden Eigenschaften. Daher wurde er auch bei anderen Großereignissen eingesetzt. Bei der WM überzeugte er am Fuß der Brasilianer am meisten, die Südamerikaner um Romário setzten sich im Finale gegen Italien nach Elfmeterschießen durch, auch weil Roberto Baggio den entscheidenden Strafstoß vergab. Die deutsche Elf musste sich bereits im Viertelfinale den Bulgaren mit 1:2 geschlagen geben.

1990 – Goycochea kann den „Etrusco Unico“ nicht halten

Das antike Volk der Etrusker gab dem Ball der WM 1990 in Italien seinen Namen. Der Ball bot durch seine schwarze innere Schicht aus Polyurethan-Schaum die bestmögliche Wasserabweisung. Darüber hinaus war der „Etrusco Unico“ mit einer Schicht aus Latex umgeben, sodass Festigkeit und Stabilität gewährleistet waren. Beim Turnier in Italien waren viele internationale Stars im Einsatz. Die Gastgeber scheiterten im Halbfinale an Argentinien um Diego Maradona, das andere Semifinale bestritten England um Gary Lineker und Deutschland, das im Elfmeterschießen gewann. Im Finale von Rom setzte sich die DFB-Elf um Lothar Matthäus durch, da Andreas Brehme den entscheidenden Elfmeter verwandelte.

1986 – Azteca México

Die Entwicklung späterer WM-Bälle nahm mit dem „Azteca México“ ihren Anfang. Der offizielle Ball der WM 1986 war der erste, der aus syntethischen Materialien hergestellt wurde. Er war damit weitgehend gegen Nässe geschützt und reduzierte die Gewichtsänderung bei Regen, wodurch die Spielbarkeit konstant gehalten werden konnte. Das Design griff Elemente der Aztekenkultur auf. Im Viertelfinale des Turniers traf Argentinien auf England und konnte sich dank der „Hand Gottes“ von Diego Maradona durchsetzen. Im Finale trafen die Südamerikaner dann auf Deutschland um Hans-Peter Briegel, der das entscheidende Laufduell vor dem 2:3 verlor. Rudi Völler und Karl-Heinz Rummenigge konnten die Niederlage trotz ihrer Tore nicht abwehren.

1982 – Der zweite „Tango“

Vier Jahre zuvor wurde noch mit einem Lederball gespielt. Der „Tango España“ unterschied sich optisch kaum von seinen Vorgängern, erwies sich dank seiner verschweißten Nähte und einer Polyurethan-Schicht als regenfest. Die Italiener waren damit beim Turnier in Spanien am erfolgreichsten und sicherten sich auch dank der Tore von Paolo Rossi den Titel. Das Finale bestritt die Squadra Azzurra gegen Deutschland, für das Karl-Heinz Rummenigge fünf Tore im Turnierverlauf erzielen konnte. Bei dem Turnier waren weitere internationale Topstars vertreten, darunter Zico und Michel Platini.

1978 – Der „Tango“ und die Schmach von Cordoba

Bereits vier Jahre zuvor kam der Tango zum Einsatz. Der Ball war der erste, dessen Name auf das Gastgeberland Bezug nahm und einen landestypischen Tanz als Namensvetter hatte. Von seinem Vorgänger Telstar unterschied er sich in erster Linie durch die grafische Gestaltung. Auf den Sechsecken der Wabenstruktur waren Triaden zu sehen, was wiederum zwölf identische Kreise erzeugte. In Argentinien waren am Ende die Argentinier siegreich, die von Mario Kempes zum ersten Titel geführt wurden. Mit 3:1 nach Verlängerung gewann Argentinien gegen die Niederlande mit Neeskens, Haan und Kapitän Ruud Krol. Deutschland schied in der zweiten Runde aus, das entscheidende Spiel gegen Österreich um Torjäger Hans Krankl verloren Berti Vogts und Co. mit 2:3.

1974 – Heimsieg mit dem „Telstar Durlast“

Die Weltmeisterschaft fand 1974 erstmals in Deutschland statt. Der Ball zeichnete sich optisch durch die Wabenstruktur mit Fünfecken und Sechsecken aus. Die Fünfecke waren schwarz, die Sechsecke weiß und sorgten damit bei Fernsehübertragungen dafür, dass der Ball besser zu erkennen war. Die westdeutsche Mannschaft nutzte den Ball und den eigenen Heimvorteil, um sich ihren zweiten WM-Titel zu sichern. Neben den DFB-Stars um Gerd Müller, Wolfgang Overath und Franz Beckenbauer konnte auch die DDR mit Jürgen Sparwasser einen prägenden Spieler stellen. Die Niederländer um Johan Cruyff waren der Finalgegner der Schön-Elf, unterlagen aber mit 1:2.

1970 – Der erste Adidas-Ball

1970 begann die Ära der WM-Bälle von Adidas. Mit der ersten Version des „Telstar“ setzte man erstmals auf einen Ikosaederstumpf anstelle länglicher Lederstreifen und revolutionierte damit die Struktur der Bälle sowie ihre Spielbarkeit. Der Ball kam bei der WM 1970 in Mexiko zum Einsatz und wurde von Gerd Müller zehn Mal ins gegnerische Tor befördert. Der „Bomber der Nation“ traf auch im als Jahrhunderspiel bekannten Halbfinale gegen Italien, das die DFB-Elf aber mit 3:4 n.V. verlor. Im Endspiel unterlag das Team um Roberto Boninsegna dann aber den Brasilianern, die mit Pelé einen der besten Spieler aller Zeiten im Team hatten.

1966 – „Challenge 4-Star“ war nicht drin

Der Vorgänger des Telstar trug den Namen „Challenge 4-Star“ und erlangte im Finale Berühmtheit. Noch heute wird diskutiert ob der Ball von Geoff Hurst hinter der Linie war. Der Ball stammte aus dem Gastgeberland England vom Hersteller Slazenger, wurde aus Leder hergestellt und war rötlich-braun. Die Engländer beförderten ihn im Finale insgesamt vier Mal erfolgreich in Richtung des deutschen Tores. Damit belohnten sich die Three Lions für eine goldene Generation um Bobby Charlton. Auf deutscher Seite standen ihnen Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Sigfried Held gegenüber.  Toptorschütze des Turniers war der Portugiese Eusebio mit neun Treffern.

1962 – „Mr. Crack“ kann nicht überzeugen

Auch für die WM in Chile gab es einen offiziellen WM-Ball. Das Modell „Mr. Crack“ konnte aber nicht überzeugen, sodass im weiteren Turnierverlauf auf den „Top Star“ von 1958 zurückgegriffen wurde. Beim neuen Spielgerät setzte der Hersteller auf achteckige Panels statt der bisherigen länglichen Elemente. In der Verarbeitung war der Ball aber minderwertig, sodass er während der Spiele an Gewicht und Farbe verlor. Das Turnier gewann Brasilien und verteidigte erfolgreich seinen Titel mit einem 3:1 gegen Tschechien. Mit je vier Toren hatten Garincha und Vavá maßgeblichen Anteil an dem Erfolg.

1958 – „Top Star“ in Schweden

Ihren ersten Titel sicherte sich die Seleçao vier Jahre zuvor in Schweden. Die Gastgeber wurden im Endspiel mit 5:2 besiegt, Pelé und Vavá trafen doppelt. Die deutsche Mannschaft belegte am Ende Rang sechs. Helmut Rahn und Hans Schäfer waren erneut die prägenden Figuren im Offensivspiel, im Spiel um Platz drei mussten sie sich aber Frankreich geschlagen geben. Die Equipe Tricolore konnte sich auf die Treffer von Just Fontaine verlassen, der im Turnier 13 Mal erfolgreich war. Der WM-Ball wurde in Schweden hergestellt und erstrahlte im kräftigen Gelb. Er war in einem Zick-Zack-Muster gestaltet, um die Kräfte, die auf die Nähte wirkten, zu mindern und so den Spielfluss zu verbessern.

1954 – Das Wunder von Bern mit dem „Swiss WC Match Ball”

Das Jahr 1954 ist einer der bedeutendsten Momente der deutschen Fußballgeschichte, denn es markiert den ersten Weltmeistertitel der DFB-Elf. Im Finale gegen die favorisierten Ungarn um die damaligen Superstars Puszkas, Kocsis und Hidegkuti holte das Team einen 0:2-Rückstand auf und gewann mit 3:2. Helmut Rahn erzielte in der Schlussphase den Siegtreffer, während Toni Turek zwischen den Pfosten den Sieg festhielt. Der „Swiss WC Match Ball“ bestand aus lohgegerbtem Rinderleder in 18 statt wie bisher 12 Panelen.

1950 – Super Duplo T

Die erste Weltmeisterschaft nach dem zweiten Weltkrieg hielt auch den ersten offiziellen Spielball bereit. In Brasilien wurde mit dem „Super Duplo T“ gespielt, der aus echtem braunen Rindsleder gefertigt war. Zwölf Panele mit abgerundeten Kanten und ein Ventil zum Aufpumpen prägten das Spielgerät. Die Gastgeber waren einer der großen Favoriten auf den Titel, im entscheidenden Spiel der Finalrunde unterlag die Mannschaft von Torschützenkönig Ademir aber mit 1:2 gegen Uruguay. Im Spiel, das als „Maracanaço“ in die Geschichte einging, traf Alcides Ghiggia zum Sieg für Uruguay und führte sein Team damit zum WM-Titel.